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Caravaggios Geheimnis
Historischer Roman
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Pendo
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 489 S.
- Seitenzahl: 496
- Deutsch
- Abmessung: 221mm x 150mm x 45mm
- Gewicht: 758g
- ISBN-13: 9783866122437
- ISBN-10: 3866122438
- Best.Nr.: 26246296
Leseprobe zu "Caravaggios Geheimnis"
Produktbeschreibung zu "Caravaggios Geheimnis"
Kurzbeschreibung
Im Schatten des imposanten Petersdoms sinnt Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, auf Rache. Es ist das Jahr 1593, und der junge Maler will nach harten Lehrjahren in Mailand nun endlich in Rom, der Stadt der Meister und Mäzene, sein Talent unter Beweis stellen. Aber immer wieder erntet das verkannte Genie nur Spott - bis Caravaggio die Kunstwelt Italiens in Erstaunen versetzt. Er provoziert mit seinen Kompositionen von Licht und Schatten und schafft sich dadurch Neider und Feinde. Um seinem Ruhm ein Ende zu bereiten, sind diese zu allem bereit. In die Enge getrieben, begeht Caravaggio eine furchtbare Tat. Allein seine große Liebe Paola kann ihn jetzt noch retten. Wäre da nicht sein künstlerischer, manchmal fast sogar zerstörerischer Freiheitsdrang.
Beschreibung
Im Schatten des imposanten Petersdoms sinnt Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, auf Rache. Es ist das Jahr 1593, und der junge Maler will nach harten Lehrjahren in Mailand nun endlich in Rom, der Stadt der Meister und Mäzene, sein Talent unter Beweis stellen. Aber immer wieder erntet das verkannte Genie nur Spott - bis Caravaggio die Kunstwelt Italiens in Erstaunen versetzt. Er provoziert mit seinen Kompositionen von Licht und Schatten und schafft sich dadurch Neider und Feinde. Um seinem Ruhm ein Ende zu bereiten, sind diese zu allem bereit. In die Enge getrieben, begeht Caravaggio eine furchtbare Tat. Allein seine große Liebe Paola kann ihn jetzt noch retten. Wäre da nicht sein künstlerischer, manchmal fast sogar zerstörerischer Freiheitsdrang.
Leseprobe zu "Caravaggios Geheimnis" von Tilman Röhrig
Kundenbewertungen zu "Caravaggios Geheimnis" von "Tilman Röhrig"
Bewertung von Elohym78 aus Horhausen am 15.01.2011
Michelangelo Merisi verbrachte seine Kindheit in Caravaggio auf dem Weingut seines Großvaters. Er wuchs frei und ungebunden mit seinen Geschwistern und Paola, einer und später seiner Freundin, auf. Nach einer schweren Krankheit verliert er früh seinen Vater und seinen Großvater. Am Beerdigungstag wirft er aus reiner Wut Paola einen Stein ins Gesicht, der ihr eine hässliche Narbe beschert. Michele übernimmt dafür nicht die Verantwortung und Paola lügt für ihn. Dies ist eine der Schlüsselszenen in dem Buch. Man bekommt einen recht guten Eindruck von Micheles Charakter. Er will immer alles um jeden Preis haben, kann seinen Jähzorn nicht zügeln und versucht seine Fehler zu vertuschen und steht nicht zu ihnen. Nach der Beerdigung zieht Michele mit seiner Mutter zu seinem anderen Großvater, der ihn an die Malerei heranführt. Es folgt eine harte Ausbildungszeit. Michele absolviert seine Lehre, wird gequält und vergewaltigt von dem Gesellen seines Meisters, macht aber seine Weg.
In Rom lernt er Mario kennen. Mario wird sein Freund, seine Muse, sein Geliebter. Er liebt Michele und gibt sich ihm voll hin. Michele hingegen verwendet Mario als zentrale Figur in seinen Bildern, wohnt bei ihm, lässt sich von ihm aushalten, nutzt ihn aus, ohne, dass es ihm in seiner gedankenlosen Art bewusst wird. Michele nimmt es als gegeben, dass alle für ihn etwas tun, ohne eine wirkliche Gegenleistung zu erbringen. Er will einzig und alleine malen.
Endlich ist Michelangelo Merisi an der Spitze der Künstler Roms angekommen. Seine Werke werden gekauft, sind anerkannt und heiß begehrt. Durch seinen jähzornigen, unüberlegten Chrakter bringt er sich in Schwierigkeiten und muß Rom verlassen. Eine Odyssee nimmt ihren Lauf...
Genauso stelle ich mir das Mittelalter von! Jeder sucht nur das Beste für sich. Nach oben buckeln und nach unten treten! Ein wirklich wunderbares Buch. Wer das Mittelalter mag, wird dieses Buch lieben!
Bewertung von Nazena aus Göttingen am 28.10.2010
Die Handlung ist sehr plastisch und lebensecht dargestellt, zieht sich allerdings sehr hin. Es kommt keine wirkliche Spannung auf und es kostete mich teilweise viel Überwindung weiterzulesen, obwohl ich Romane üblicherweise am Stück durchlese und selten mehr als 3 Tage für diese Seitenzahl brauche. Der Schreibstil ist sehr darstellungsreich, allerdings stören mich die teilweise großen Zeitsprünge, ohne dass es überleitende Sequenzen gibt.
Michele ist Kind, dann plötzlich Malergeselle, dann auf Wanderschaft… es gibt keine Überleitungen zwischen den Sequenzen und die Erklärung, wo er gerade ist, was er tut und wieviel Zeit vergangen ist folgt erst später. Auch stört mich die Darstellung Micheles ein wenig: Er wird teilweise absolut unbeherrscht, jähzornig und sehr arrogant dargestellt. Jedenfalls wirkt er im Buch äußerst unsympatisch. Man kann aber seine Liebe zur Malerei gut nachempfinden. Mich erinnert die Darstellung teilweise an eine Biographie von Michelangelo Buonarotti, die ich vor einiger Zeit gelesen habe, aber ich habe ohnehin den Eindruck, dass es von Künstlern der Renaissance und der späteren Zeit eine Art Klischeebild gibt, dass hier auch wieder bestätigt wird.
Mir persönlich hat das Buch nicht gefallen. Ich interessiere mich sehr für Kunst, aber der Roman konnte mich nicht fesseln. Allerdings hat mich das Buch dazu gebracht, mich mit Caravaggio auseinanderzusetzen. Ich habe vorher noch nie von ihm gehört und mich jetzt mit seinen Bildern beschäftigt. Ich muss sagen: Schon deswegen hat es sich gelohnt den Roman zu lesen.
Bewertung von Merendina aus Bayern am 13.05.2010
Eingebettet ist die eigentliche Handlung in eine Geschichte um den Diebstahl der Nativata von Caravaggio im Jahre 1969.
Der begabte Michelangelo Merisi da Caravaggio kommt nach harten Lehrjahren nach Rom, wo er als Maler berühmt werden will. Der Künstler ist kein einfacher Mensch. Er ist cholerisch, jähzornig, dem Alkohol zugeneigt, seine Konkurrenz hasst ihn geradezu. Trotzdem findet man den Protagonisten als Leser irgendwie sympathisch, man fühlt oft mit ihm mit und möchte ihm gerne helfen. Beim Malen blüht der Künstler regelrecht auf. Er verwendet als Modelle für seine Bilder Menschen von der Straße, u.a. auch Prostituierte. Doch dann wird das Leben dieses genialen Künstlers zerstört durch Hass, Neid und einen Mord...
Ein leicht zu lesender, spannender historischer Roman, den man so schnell nicht aus der Hand legen kann!
Bewertung von charlotte_30 aus Dresden am 13.11.2009
Prolog und Epilog bilden eine Einheit, in ihnen wird der Diebstahl eines Altargemäldes von Caravaggio beschrieben. Dadurch erhält der Leser Zugang zum Künstler, er wird Real, denn er hat Spuren hinterlassen. Im ersten Kapitel beginnt der Plot der Vita von Caravaggio, die sich an den bekannten Fakten orientiert. Der Roman erweckt den Anschein autobiographisch zu sein, da sich die fiktionalen Elemente nicht von den realen unterscheiden. Der Erzählmodus erinnert an eine kunsthistorische Interpretation, in der jedes noch so kleine Detail analysiert wird.
Caravaggio bleibt für den Leser unantastbar, diese Unnahbarkeit wird durch die Charakterisierung der Figur bestärkt. Warum beschreibt Röhrig ihn nicht weicher und gefühlvoller? Er kann es nicht, weil er sonst von der bekannten Biographie abweichen muss und er einen neuen Caravaggio erschaffen würde.
Auffallend im Roman sind die detaillierten Beschreibung von Caravaggios Gemälden. Die Geschichte zur Entstehung des Amors war wundervoll, im Kopf hatte ich immer das Gemälde „Amor als Sieger“, welches in Berliner zu sehen ist. Dieses Gemälde und die Geschichte waren ein Einklang von Poesie und Malerei. Jener Amor wurde Synonym im Roman von Hans-Ulrich Treichel „Der irdische Amor“ und so schaffte es der Geist von Caravaggio in die moderne Literatur.
Die politischen Besonderheiten, insbesondere die kirchlichen Debatten der Weltanschauung wurden als Hintergrundinformationen geschickt in die Handlung eingebaut. Diese Dispute eröffneten der Malerei neue Motive, die die jungen Künstler bereitwillig aufnahmen und dadurch mit den traditionellen Akademien in Konflikt gerieten. Der Künstlerstreit jener Zeit kann im Roman nachvollzogen werden.
Röhrig benutzte einen Schreibstil der sich von anderen Autoren des Genre historischer Roman, abhebt. Er benutzt keinen liebevollen Protagonisten, der Sympathisch ist. Sein Roman beschreibt die Zeit in der Caravaggio gelebt hat und benutzt Caravaggio als roten Faden. Das Geheimnis von Caravaggio wird nicht gelöst, es wird zur Frage nachdem man den Roman gelesen hat: ist es der Ort an dem sich die „Nativitá“ heute befindet, ist es die Bisexualität des Künstlers oder sind es seine Gemälde, die bis heute eine große Wirkung auf den Betrachter erzielen.
Bewertung von kleinfriedelchen aus Berlin am 10.11.2009
Im Jahr 1969 wurde aus einer Kapelle in Palermo ein Gemälde gestohlen, welches bis heute nicht wieder aufgetaucht ist. Ob im Besitz der Mafia oder einer reichen Einzelperson, der Verbleib des Bildes ist unbekannt. Die Rede ist vom Gemälde „Nativita“ von Michelangelo Merisi da Caravaggio. Dieser Diebstahl ist der Auftakt zu Tilman Röhrigs Buch über das Leben des italienischen Malers.
Im Jahr 1571 geboren, wächst Michele, wie er nur genannt wird, wohlbehütet im Städtchen Caravaggio auf. Schon früh erkennt sein Großvater die Liebe des Jungen zur Malerei und schickt ihn in die Lehre bei einem Maler. Doch die Lehrjahre sind hart. Michele muss sich nicht nur gegen die Bedrängungen des älteren Gesellen des Malers wehren, sondern auch, nach Ende seiner Lehre, gegen den Spott anderer, die seinen Malstil für zu schlicht halten. Denn Michele malt revolutionär: statt den Hintergrund auszuschmücken, hält er ihn dunkel, statt antike Statuen verwendet er einfache Leute aus dem Volk, um die Heiligen in seinen Bildern darzustellen.
Trotz der Kritik lässt sich der junge Mann nicht unterkriegen. Überzeugt von seinem Talent, ist er fest entschlossen, einen reichen Gönner zu finden, der seine Karriere fördert. Und das gelingt ihm auch. Bald schon wird er mit Aufträgen überhäuft. Doch auch seine Neider bleiben nicht untätig. Man lässt ihn ausspionieren und mehrmals werden Anschläge auf seine Leben verübt, um ihn vom Malen abzuhalten. Als Michele bei solch einem Anschlag jemanden tötet, muss er aus Rom fliehen…
Röhrig zeichnet ein komplexes Charakterbild des Malers: einerseits verabscheut er Ungerechtigkeit und will unbedingt durch seine eigenen Anstrengungen berühmt werden, statt nur durch die Hilfe anderer. Andererseits ist er doch auch jähzornig, sehr selbstbezogen und leicht reizbar. Eine Mischung, die ihn mir nicht sonderlich sympathisch gemacht hat. Meine Sympathie gehört eindeutig seiner Jugendliebe Paola, die durch Micheles diverse Liebschaften tief verletzt wurde und doch nicht von ihm loskommt. Trotzdem hat mich das plötzlich endende Schicksal des Malers am Ende mitgenommen. Die Handlung endet abrupt und man erfährt leider nichts mehr vom Schicksal der anderen Charaktere.
Desweiteren versteht es Röhrig gut, die Schauplätze und Nebencharaktere durch klangvolle Beschreibungen zum Leben zu erwecken. Zeitweise haben mich die Beschreibungen der verkommenen Obrigkeit oder brutaler Szenen sogar schockiert, doch das zeigt nur, wie gut es Röhrig gelingt, das Bild der damaligen Gesellschaft zu vermitteln.
Mein Fazit: ein schöner historischer Roman aus dem Italien des 16. Jahrhunderts, über einen charaktervollen Maler, der sich gegen jede Widerstände durchsetzt, um Ruhm zu erlangen. Mir hat’s gefallen!
Bewertung von Silke B. aus Köln am 29.10.2009
Dem Leben des Michelangelo Merisi aus Caravaggio wurde bisher nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet. Auch mir war außer dem Namen, nichts über diesen Maler bekannt. Umso interessanter fand ich nun diesen Blickwinkel auf das Leben und Werk des exzentrischen Künstlers.
Röhrigs Caravaggio ist kein angenehmer Zeitgenosse. Er fällt besonders durch sein aufbrausendes Temperament, seine Gewalttätigkeit und seinen Egoismus auf. Er ist besessen davon im Mittelpunkt zu stehen und ihm nahestehende Personen haben mit seinen Launen zurechtzukommen. Doch Tilman Röhrigs eindringliche Stimme versteht es auch perfekt, den Künstler Caravaggio zum Leben zu erwecken. Seine künstlerischen Exzesse, sein Talent und sein Werdegang bis zum beliebtesten Künstler Roms seiner Zeit werden hier voller Energie und Farben zum Leser transportiert. Es ist keine Figur die ich während des Hörens in mein Herz geschlossen hätte, oder für die ich auch nur Sympathie aufbringen konnte. Doch meine Achtung vor dem Künstler Caravaggio ist gestiegen. Nach der Interpretation von Tilman Röhrig hat Michelangelo Meriso so gelebt, wie er auch gemalt hat: ohne Kompromisse und nur nach seinem eigenen Willen. In einer Zeit, in der der Erfolg eines Malers von Auftragsarbeiten abhing, finde ich das sehr beachtlich.
Auch die Rahmenhandlung des Romans, die in der Neuzeit spielt, fand ich sehr geschickt an das Leben des Malers geknüpft. Was das "Geheimnis" des Caravaggio betrifft, so bleibt es weiterstgehend der Phantasie des Lesers überlassen, welcher der vielen Skandale oder Vorkommnisse im Leben des Caravaggio nun die größte Bedeutung hatte.
Bewertung von bellalotte am 19.10.2009
Zwar habe ich mich vorab nicht mit dem Maler Michelangelo und seiner Biografie befasst - bin aber durch dieses Buch jetzt im Bilde ;) Bildhaft und flüssig lesbar geschrieben erfährt man alles über den Maler, seinen mühsamen Aufstieg und seinen wilden Lebenswandel, durch welchen er am Ende auch zu Grunde ging.
Die Entstehung einiger seiner Gemälde wird lebhaft beschrieben und obwohl ich sie nicht kenne, hatte ich direkt Bilder vor meinem geistigen Auge.
Ich will hier nichts über den Inhalt verraten, kann aber jedem Liebhaber historischer Bücher diesen Roman empfehlen.
Bewertung von anushka aus Berlin am 28.09.2009
Röhrig eröffnet die Geschichte mit dem Raub der Nativitá aus einer Kirche in Palermo im Jahr 1969. Von dieser Szene schwenkt er in Caravaggios Kindheit und beginnt hier, dessen Lebensgeschichte zu erzählen. Auch wenn Michele ein völlig unsympathischer Protagonist ist, so muss man doch das Genie anerkennen, das in ihm steckt und ihm das Leben so schwer macht. Bei Röhrigs Schreibstil kann man die Farben fast riechen und den Pinsel fast spüren. Auch die Zeiten und Orte werden absolut authentisch und überzeugend geschildert. Zudem werden die Verhältnisse und auch die Ränke und Intrigen deutlich. Allerdings habe ich mehr mit Paola mitgelitten als mit dem absolut egoistischen Michele. Letzten Endes konnte einem Michele dann aber doch fast leid tun, denn der Autor hat sehr anschaulich gemacht, in welche Spirale aus Gewalt der Künstler sich selbst gebracht hat mit seiner aufbrausenden Art und seinem Jähzorn und die letztlich zu seinem Ende führte. Auch über die völlig neue Kunstrichtung, die Caravaggio begründet hat und für die er zu Lebzeiten noch verhöhnt wurde, habe ich durch dieses Buch viel gelernt. Als die Szene am Ende nach Palermo im Jahr 1969 zurückschwenkte, konnte ich den Schmerz über den Verlust eines derartigen Kunstwerkes selbst spüren und der Gedanke, dass das Gemälde möglicherweise unwiderbringlich zerstört sein könnte, hat mich sehr traurig gemacht, denn solche Kunstschätze lassen sich nie wiederherstellen.
Punktabzüge gibt es für mich allerdings auch, denn das Buch war nicht immer besonders fesselnd oder spannend und an manchen Stellen half nur Geduld. Zudem ging mir Micheles schlechter Charakter auch manchmal auf die Nerven. Außerdem scheint auch bei diesem Buch der herausgebende Verlag in eine Falle getappt zu sein, die mir in letzter Zeit oft auch bei anderen aufgefallen ist: der Klappentext greift viel zu weit vor bzw. lässt völlig andere Erwartungen entstehen. Denn die angekündigte Flucht findet erst auf Seite 414 von 487 statt und wird dementsprechend nur äußerst knapp abgehandelt. Da hatte der Klappentext "mehr" versprochen.
Alles in allem ist dem Autor aber ein guter, fundierter und bodenständiger historischer Roman gelungen, der für Kunstinteressierte noch jede Menge Neues enthält und den Leser in eine vergangene Zeit und das Atelier eines der berühmtesten Barockmaler zu entführen vermag ohne auf billige Effekthascherei angewiesen zu sein.
Bewertung von Manuela2205 am 24.09.2009
In diesem Roman wird das Leben von Michelangelo Merisi da Caravaggio gezeichnet.
Gesegnet mit einem schier unglaublichen Talent steht er seine harten Lehrjahre durch, sowie die Beglückungen durch den Gesellen seines Meisters. Danach zieht es ihn nach Rom, wo er auf Ruhm hofft. Er schlägt jedoch nicht den leichten Weg ein und lässt sich nicht von Marcheza Constanza Sforza, die ihm noch von seiner Kindheit her zugetan ist, die Türen öffnen, sondern will es unbedingt aus eigener Kraft schaffen.
Dabei brüskiert er jeden auf seinem Weg, sei es Freund oder Feind, und steht sich mit seiner Jähzornigkeit oft selbst im Weg. Mit seinen Bildern jedoch setzt er sich schnell durch und er könnte eigentlich zufrieden sein mit sich und der Welt. Seine Neider lassen ihm aber ebenso wenig Ruhe wie er ihnen und schließlich kommt es durch seine cholerische Art zum Eklat und damit zum Anfang vom Ende.
***Meine Meinung:***
Tilman Röhrig bringt uns hier einen Künstler näher, der mit seinen Bildern für Aufruhr gesorgt hat. Er hatte seine ganz eigenen Ideen, hat bewusst auf den Hintergrund verzichtet und sich ganz auf die dargestellte Szene konzentriert. Dabei hat er weniger die Schönheit idealisiert, wie es zu der Zeit üblich war, sondern seine Modelle von der Straße geholt und wirkliche Menschen gemalt, mit allen Ecken und Kanten. So ließ er beispielsweise für viele weibliche Heilige Prostituierte Modell stehen. Es sage noch einer Lesen würde nicht bilden: Um mir einen Eindruck davon zu machen, was an seinen Bildern denn so aufrührerisch war, habe ich gegoogelt. Und ja, einen alten, faltigen Mann nur mit Lendentuch bedeckt zu malen mag zu dieser Zeit provoziert haben.
Wie wird Caravaggio dargestellt?
Er war wohl ein sehr jähzorniger Mensch, der durchaus seinen Anteil an Schlägereien, Saufgelagen und Ausschweifungen mit beiderlei Geschlecht hatte. Doch wirklich wichtig war ihm nur die Malerei. Und in die flüchtet er sich, wenn mal wieder etwas nicht nach seinem Sturschädel läuft. Sei es, dass sein Geliebter gezwungen wird zu heiraten, oder seine Freundin das Kind verliert. Es gibt für ihn nur seinen eigenen Schmerz, alles andere ist nebensächlich.
Er wird von manchen Menschen unerschütterlich geliebt und behandelt sie dennoch immer wieder wie das Letzte.
Genauso unerschütterlich wird er jedoch von einem Konkurrenten gehasst, was sich wie ein roter Faden durchs Buch zieht und Caravaggio schließlich zu einem Mord treibt.
Was mir jedoch gefehlt hat, um dieses Buch zu einem wirklich gelungenen historischen (oder was auch immer) Roman zu machen:
Ein Einblick in seine Gedanken, seine Beweggründe. Dass die Zofe Paola ihn bis zur Selbstaufgabe liebt ist klar, aber was ist mit ihm? Irgendetwas bedeutet sie ihm wohl, ebenso sein Geliebter Mario. Nur was?
Man hüpft von seiner Episode in seinem Leben zur nächsten, ich empfand Caravaggio als cholerischen Typen mit Knall und habe nur darauf gewartet, dass ihn sein Jähzorn und Größenwahn endgültig zur Strecke bringt.
Manche Stellen strotzen vor farbigen Worten und seine Kunst wurde mir wirklich nahe gebracht, aber insgesamt konnte mich seine Geschichte nicht wirklich faszinieren.
Bewertung von Chiara aus Kornwestheim am 21.09.2009
Der Roman handelt vom Leben und Leiden, Erfolg und Misserfolg des berühmten und berüchtigten Malers Michelangelo Merisi aus Caravaggio.
Bereits in seiner Kindheit faszinierte Michele die Kunst des Malens. Schon im zarten Alter von 13 Jahren wurde er in die vierjährige Ausbildung bei dem Maler Simon Peterzano nach Mailand geschickt, dessen Geselle ihn das Leben zu Hölle macht, wenn er sich ihm nicht sexuell fügig zeigt.
Die teure Ausbildung frisst beinahe das ganze Vermögen seiner Mutter und Erbe seiner Geschwister.
Michele ist von Beginn an von seinem Können überzeugt und möchte aus eigener Kraft in Rom zu Ruhm gelangen.
Sein Talent wird schnell erkannt, doch lange nicht entsprechend entlohnt. So manch einer versucht sich an Caravaggio zu bereichern.
Als er in die Werkstatt und Akademie des berühmten Malers Guiseppe Cesari d’Arpino aufgenommen wird. Sieht Michele sich kurz vorm Ziel. Cesari versucht ihn jedoch klein zu halten. Er und andere anerkannte Maler fürchten die Konkurrenz. Als Michele die Akademie verlässt kommt es zum großen Zerwürfnis. Es folgen Sabotageversuche, körperliche Angriffe, Beleidigungen.
Michele lässt sich leicht provozieren, trinkt häufig einen über den Durst und gerät durch seine aufschäumende Wut und Mangel an Kritikfähigkeit immer wieder in Schwierigkeiten. Sein Gönner Kardinal del Monte kann ihn einige Male retten.
Die Situation eskaliert allerdings als er bei einem Kampf den Sohn des Hauptmanns Tomassoni tötet. Von nun an ist er auf der Flucht und ständig lauert die Gefahr.
Tilman Röhrig schildert die damalige Zeit sehr lebendig. Der Schreibstil liest sich leicht und locker und neben der Kunstszene erhalten wir auch Einblick in eine Zeit in der die Kirche noch einen sehr großen Einfluss hatte und Andersgläubige leicht als Ketzer geahndet wurden.
Schade finde ich allerdings, dass zwischen den Kapiteln oft sehr große Zeitsprünge stattfinden und so manche Situation nicht aufgelöst wird.
Dennoch ein sehr interessanter, bewegender Roman der mich persönlich sehr berührt hat.
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Rezensionen und Kritik
»Tilman Röhrig entwirft in seinem spannenden Roman-Porträt ein Gesellschaftspanorama. Alle Ereignisse und Charakterstudien sind historisch unzweifelhaft belegt und werden von Tilman Röhrig ebenso kundig wie einfühlsam in das Gesamtbild eingewoben.« Westfalenpost »Ein Roman-Portrait als Gesellschaftspanorama.« Südwest Presse
Rezensionen und Kritik
"Ein farbenprächtiges Spektakel, das zugleich Lust auf die Bilder des Malers weckt." Kölner Stadt-Anzeiger "Ein Romanporträt als Gesellschaftspanorama." Südwest Presse
Autorenporträt zu "Tilman Röhrig"
Tilman Röhrig, geboren 1945, lebt in der Nähe von Köln. Nach seiner
Ausbildung zum Schauspieler und Engagements an mehreren deutschen
Bühnen arbeitet er seit über drei Jahrzehnten als freier
Schriftsteller. Die größten Erfolge feierte er mit seinen
historischen Romanen. Für sein literarisches Werk erhielt er
zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Großen Kulturpreis
NRW.
2005 erhielt er den 6. Voerder Jugendbuchpreis für sein Lebenswerk.
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