Die Nächte der Venus - Alberti, Isabell

Isabell Alberti 

Die Nächte der Venus

Erotischer Roman

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Produktbeschreibung zu Die Nächte der Venus

Am Vorabend eines Gladiatorenkampfes begegnen sie sich zum ersten Mal: Die schöne Patrizierin Caelia und der aufregende Gladiator Widar. Sein sprühender Kampfgeist und seine starken Arme betören Caelia sofort. Ohne zu zögern, arrangiert sie eine Nacht der Verführung. Widar erscheint und versinkt mit ihr in einer überwältigenden Woge der Lust. Doch Caelias Imperator erwartet, dass sie an seinen erotischen Festlichkeiten teilnimmt. Die junge Patrizierin fügt sich seinem Willen und teilt ihre Nächte auf in heiße Liebesspiele und ausschweifende Orgien.

Produktinformation


  • Verlag: Ullstein Tb
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 300 S.
  • Seitenzahl: 304
  • Ullstein Taschenbuch Nr.26946
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 123mm x 33mm
  • Gewicht: 284g
  • ISBN-13: 9783548269467
  • ISBN-10: 354826946X
  • Best.Nr.: 23831155

Leseprobe zu "Die Nächte der Venus" von Isabell Alberti

Kapitel 11 (S. 189-190)

Zwei Tage später saß Widar wieder an derselben Stelle hoch über dem Meer, den Rücken an einen Pinienstamm gelehnt. Vor ihm im Gras lagen ein Holzklotz und ein Messer. Die Hände hatte er auf den Knien abgestützt. Konzentriert starrte er auf das Holz, versuchte zu erkennen, welches göttliche Antlitz sich darin verbarg. Sein jüngerer Bruder Einder hätte es sofort gesehen. Er hatte geschickte Hände für alles Handwerkliche – und besonders geschickt war er darin, dem Holz eine Figur zu entlocken. Widar erinnerte sich an eine kaum handtellergroße Figur des Donnergottes Thor, dessen Gesichtszüge so lebendig gewesen waren, als würde der Gott jeden Moment zu sprechen anfangen. Die Römer hatten Eindar getötet, die Statue war bestimmt verbrannt.

Gedankenverloren wischte er sich über die Stirn. Er drehte das Holz herum, strich mit den Fingern über Risse und kleine Unebenheiten, so wie er auch Caelias Körper streicheln würde.

Auf einmal sah er es. Friggas Gesicht. Die Göttin der Liebe und der Ehe. Entschlossen nahm er Holz und Messer und begann zu schnitzen. Späne flogen, bald hatten sie einen Halbkreis um ihn gebildet. Seine Hände schmerzten von der ungewohnten Tätigkeit.

Die Göttin Frigga passte so gut zu seiner Liebsten. Das Holz hatte die groben Umrisse einer Frau angenommen. Das Gesicht war noch ohne Kontur, aber angedeutete Haare hingen bis zur Hüfte. Caelia hatte ihm so viel geschenkt, er wollte sich revanchieren. Es sollte auch als Entschuldigung für sein Verhalten vor zwei Tagen an genau diesem Ort dienen.

Widar schluckte. Er hatte sie zum Weinen gebracht. Vorsichtig formte er mit der Messerspitze feste Brüste.

Seit er Caelia kannte, dachte er kaum noch an Arsa, die Frau, die er beinahe geheiratet hätte, aber Caelia ... war wie süßer Met an der Tafel der Götter. Gerade deshalb tat es ihm weh, daran zu denken, dass sie andere Männer gehabt hatte – und immer noch hatte.

Die Messerspitze rutschte ab, fuhr in seinen Handballen. Blut trat aus dem Schnitt, tropfte auf das Holz. Er lutschte es von seiner Hand. Der kupferne Geschmack in seinem Mund erinnerte ihn daran, wie leicht er in der Arena sein Leben hätte verlieren können. Davor hatte sie ihn bewahrt. Unter den Gladiatoren wurde immer von denen gesprochen, die Ruhm ernteten, jahrelang überlebten und am Ende die Freiheit erhielten – aber es waren nur wenige.

Sie liebte ihn. Aus irgendeinem für ihn nicht nachvollziehbarem Grund hatte sie sich in einen germanischen Barbaren verliebt. Weil er ein grober Barbar war, und weil er nichts so sehr wollte wie sie, sagte er Dinge, die sie traurig machten. Der Blutstrom aus seinem Handballen war versiegt, und die Statue hatte einen dunklen Fleck auf dem Haar. Sie war geweiht. Widar setzte das Messer an.

Winzige Späne lösten sich aus Friggas Gesicht. Die Nase wurde erkennbar.

Leise Schritte hinter ihm ließen ihn sich umdrehen. Einen Moment schlug sein Herz vor Freude, weil er dachte, Caelia habe ihn gesucht. Über dem Plateau erschien aber nur der Kopf des Lustknaben. Er wandte sich wieder seiner Schnitzarbeit zu.

»Hier bist du.«

Hortensius schaute ihm von hinten über die Schulter. Schnell bedeckte Widar die Statue mit den Händen.

»Was machst du?«

»Das geht dich nichts an.«

»Schon gut. Schon gut.« Der schlanke Knabe hockte sich vor ihm ins Gras.

»Ich habe dich gesucht.«

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