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Kein Witz: Hape Kerkeling, Deutschlands vielseitigster TV-Entertainer, geht zum Grab des heiligen Jakob: 600 Kilometer durch Frankreich und Spanien bis nach Santiago de Compostela, und erlebt die außergewöhnliche Kraft einer Pilgerreise. Es ist ein sonniger Junimorgen, als Hape Kerkeling bekennende couch potato, endgültig seinen inneren Schweinehund besiegt und in St.-Jean-Pied-de-Port aufbricht. Sechs Wochen liegen vor ihm, allein mit sich und seinem elf Kilo schweren Rucksack: über die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, durch das Baskenland, Navarra und Rioja bis nach Galicien zum Gra…mehr

Produktbeschreibung

Kein Witz: Hape Kerkeling, Deutschlands vielseitigster TV-Entertainer, geht zum Grab des heiligen Jakob: 600 Kilometer durch Frankreich und Spanien bis nach Santiago de Compostela, und erlebt die außergewöhnliche Kraft einer Pilgerreise.

Es ist ein sonniger Junimorgen, als Hape Kerkeling, bekennende couch potato, endgültig seinen inneren Schweinehund besiegt und in St.-Jean-Pied-de-Port aufbricht. Sechs Wochen liegen vor ihm, allein mit sich und seinem elf Kilo schweren Rucksack: über die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, durch das Baskenland, Navarra und Rioja bis nach Galicien zum Grab des heiligen Jakob, seit über tausend Jahren Ziel für Gläubige aus der ganzen Welt. Mit Charme, Witz und Blick für das Besondere erschließt Kerkeling sich die fremden Regionen, lernt die Einheimischen ebenso wie moderne Pilger und ihre Rituale kennen. Er erlebt Einsamkeit und Stille, Erschöpfung und Zweifel, aber auch Hilfsbereitschaft, Freundschaften und Belohnungen - und eine ganz eigene Nähe zu Gott. In seinem Buch über den Wert des Wanderns zeigt der beliebte Komiker, wie er auch noch ist: abenteuerlustig, weltoffen, meditativ.
  • Produktdetails
  • Verlag: Roof Music; Tacheles!
  • ISBN-13: 9783938781371
  • Artikeltyp: Hörbuch
  • ISBN-10: 3938781378
  • Best.Nr.: 20836936

Autorenporträt

Hans Peter Wilhelm Kerkeling, geboren 1964 in Recklinghausen, bekannt als Hape Kerkeling, ist Schauspieler, Moderator, Comedian und Schriftsteller. 2007 erhielt Hape Kerkeling den Grimme-Preis und wurde mit dem Medienpreis Bambi in der Kategorie Kultur ausgezeichnet. 2009 wurde er mit dem Karl-Valentin-Orden geehrt.
Hape Kerkeling

Rezensionen

Besprechung von 27.12.2006
Das Wunder Hape Kerkeling
Unverhoffter Sensationserfolg eines Buches: Pilgerreise, Lebensweisheit und Komik als Botschaft

Am Ende der Lektüre von Hape Kerkelings Bestseller "Ich bin dann mal weg" weiß man zwar nicht mehr über das Leben als vorher. Aber man ist neugieriger geworden, etwas darüber herauszufinden.

Anhand des Buches "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling hat man mal wieder sehr schön beobachten können, wie die "Bild"-Zeitung arbeitet. Irgendwo in diesem 344 Seiten starken Buch, in dem eine Person, die wir alle aus dem Fernsehen kennen, etwas Autobiographisches erzählt, kommt auch eine Episode vor, in der der Autor der Frage nachgeht, ob er vielleicht schon einmal ein früheres Leben hatte. Er tut dies skeptisch, vorsichtig, neigt eher dazu, es nicht zu glauben, konstatiert aber, daß er während einer "Rückführung", die er vor ein paar Jahren interessehalber einmal mitgemacht hat, plötzlich Bilder im Kopf hatte, von denen er nicht wußte, woher sie stammten. Bilder von Orten und Menschen, die er nicht zu kennen meinte, die aber ganz plötzlich da waren. Bilder aus einer anderen Zeit. Im Buch umfaßt diese Episode vier Seiten. Wer sie liest, hat nicht den Eindruck, daß Hape Kerkeling den Verstand verloren hat. Wer von dieser Episode aber durch die "Bild"-Zeitung erfuhr, mußte das annehmen. "Hape Kerkeling: Ich wurde im Zweiten Weltkrieg erschossen" war dort in großen Buchstaben auf der Titelseite zu lesen. Ein paar Seiten weite gab es Berichte wie "Diese Promis haben auch schon mal gelebt" oder "Wiedergeburt - Bild-Leser berichten über ihr erstes Leben". Und, irgendwas bleibt ja immer hängen, man wäre versucht gewesen, Hape Kerkeling fortan für einen Spinner zu halten - hätte man sein Buch nicht gelesen.

Es ist das Tagebuch einer Pilgerreise, die er vor einigen Jahren unternommen hat. Anscheinend, das erzählt er jedenfalls, ging es ihm damals nicht sonderlich gut.

Also beschloß er, wie Abertausende andere Menschen dies jedes Jahr tun, den berühmten Jakobsweg quer durch Spanien nach Santiago de Compostela zu wandern, fast achthundert Kilometer sind es, die man dabei zu Fuß zurücklegt, und genau das tat Hape Kerkeling, als einer unter vielen. Er schummelte hier und da, nahm für eine kurze Strecke den Bus oder ein Taxi, und beschloß nach einem ersten Übernachtungsversuch in einer Sammelherberge, daß man sich beim Pilgern ja nicht immer quälen müsse und schlief von da an in Hotels - ansonsten verhielt er sich wie all die anderen auch, die an irgendeinem Punkt im Leben entscheiden, daß es so nicht weitergehen kann, und ihren zukünftigen Weg nun im Gehen finden wollen. Und einen Nerv scheint Kerkeling mit seiner Geschichte ja getroffen zu haben: "Ich bin dann mal weg", erschienen im Malik-Verlag, ist das erfolgreichste Buch des Jahres, es hat sich seit seinem Erscheinen im Mai mehr als eine Million Mal verkauft und hält sich seit Monaten auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste.

Hape Kerkeling, der Mann, der sein Geld damit verdient, in der Öffentlichkeit als Königin Beatrix verkleidet aufzutreten oder Politikern bei Pressekonferenzen sehr freche Fragen zu stellen; der Mann, der im Fernsehen jüngst eine Show moderiert hat, in der alphabetisch etwas weiter hinten angesiedelte Prominente Standard-Tänze lernten, und der sich mit falschem Gebiß und dicken Brillengläsern regelmäßig als Vertreter der Unterschicht in Hochglanz-Shows begibt und das Publikum in dieser Rolle als "Horst Schlemmer" mit platten Zoten und wieherndem Lachen aus dem Schlaf reißt, in den es Beckmann/Kerner eben kunstvoll hineinmoderiert hatten, dieser Mann hat das Buch geschrieben, von dem Ulrich Wickert immer geträumt hat: ein Buch über Moral, das die Masse versteht.

Anders als beispielsweise im "Moppel-Ich", den Bekenntnissen einer anderen Fernsehpersönlichkeit, die sich lange in den Bestsellerlisten hielten, dreht es sich bei Kerkeling nicht um Eitelkeiten, Erfolg und die Optimierung des eigenen Ich. Es geht bei ihm um lauter Dinge, die so sehr aus der Mode sind, daß man sie fast schon im Wörterbuch nachschlagen muß. Um Dinge wie Demut, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Dankbarkeit, ja sogar um Glauben geht es. Kerkeling hat sich aufgemacht, ein paar wichtige Fragen des Lebens für sich zu beantworten. Am dringendsten wollte er dabei wissen, ob er noch an die Existenz eines Gottes glaubt, und er hat seine Reise, die natürlich viel mehr eine innere als eine äußere war, so aufgeschrieben, daß man ihm gerne folgt auf seinem Weg. Natürlich liest sich das manchmal sehr naiv, und Kerkeling ist mit Sicherheit kein begnadeter Schriftsteller, der sein Talent ans Fernsehen vergeudet. Aber er ist so mutig und liebenswürdig, sich mit seinen Erfahrungen dem Leser offen und ungeschönt zur Verfügung zu stellen, und dabei höflich genug, sich nie aufzudrängen. (Höflichkeit, auch eines dieser vergessenen Wörter.) Und so geht er uns mit ein paar Schritten Sicherheitsabstand voraus und läßt ungestört teilhaben an den Begegnungen und Erlebnissen seiner Pilgerfahrt. Man lernt unterwegs Menschen kennen, die man genauso nervig findet wie Kerkeling, um sich dann gemeinsam mit ihm zu fragen, ob uns das nicht viel mehr über uns selbst verrät als über diese Menschen. Und man überlegt kurz und beschließt, ihnen bei der nächsten Begegnung etwas offener gegenüberzutreten.

Es sind Dinge, die es in der Oprah-Winfrey-Show (der erfolgreichsten Fernsehshow der Welt) seit vielen Jahren im Dutzend gibt: Lebensweisheiten eben, die irgendwo zwischen Poesiealbum und Buddhismus angesiedelt sind, zwischen (ja, es ist schrecklich) Paulo Coelho und Dale Carnegie, und die mit dem Leben eben doch viel mehr zu tun haben, als man gerne hätte, weil man irgendwann in irgendeinem Himmel einfach lieber neben Harald Schmidt sitzen würde als zwischen lauter Friedensnobelpreisträgern.

"Ich bin dann mal weg" ist sicherlich nicht das beste Buch des Jahres und gewiß nicht das beste Sachbuch. Aber es ist ein unglaublich sympathisches Buch, dessen Erzähler man von Seite zu Seite lieber mag. Man hat es schon oft über Hape Kerkeling gelesen, aber es ist eben so: Er adelt noch die peinlichsten Fernsehshows. Selbst wenn er Leute auf der Straße veräppelt, gelingt ihm das unglaubliche Kunststück, das Publikum über sie lachen zu lassen, ohne sie lächerlich zu machen. Der deutsche Humor, heißt es, macht sich über andere lustig (anstatt wie beispielsweise der jüdische über sich selbst) - und Hape Kerkeling beherrscht diese deutsche Spielart, aber er spielt sie so leise, daß etwas Unerwartetes mitschwingt, eine Ahnung schon vom Ende des Witzes. Wie alle großen Komiker weiß er um die Pause, die nach dem Witz entsteht, und um die Möglichkeit des Peinlichen, die jedes Mal aufs neue da ist. Humor ist die Konjugation von Respekt. Es geht um Würde und um Moral.

Man kann viel in den Erfolg dieses Buchs hineingeheimnissen, das ja wirklich der Überraschungs-Bestseller des Jahres ist. Könnte von einer neuen Besinnlichkeit sprechen, der Rückbesinnung auf alte Werte, einer Hinwendung zu neuer Spiritualität (schon wieder?). Aber in Wahrheit hat es mehr mit dem Verfasser des Buches zu tun als mit dem Inhalt. Hape Kerkeling ist einer der beliebtesten Fernseh-Prominenten. Vielleicht hätte Olli Dittrichs Tagebuch über eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg ähnlich viele Leser gehabt, oder eines von Sandra Maischberger oder Günter Jauch. Jedenfalls haben es viele Leute gekauft und sie hatten das Glück, von der Sinnsuche eines Menschen zu lesen, der sich nicht in Sarkasmus flüchtet. Der alles ernst meint und deshalb ein genialer Komiker ist. Der weiß, daß Fragen ehrlicher sind, als Antworten es je sein können. Wer sein Buch gelesen hat, weiß am Ende nicht mehr über das Leben als vorher. Aber er ist neugieriger geworden, etwas herauszufinden.

JOHANNA ADORJÁN

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Besprechung von 05.06.2009
Ich bin dann wieder da
Die Spiegel-Bestsellerliste als Gesamtkunstwerk hatte ihre Sternstunde, als Hape Kerkelings Pilgerprotokoll „Ich bin dann mal weg” auf dem ersten Platz stand und auf dem zweiten Joachim Fests Erinnerungsbuch „Ich nicht”. Fest war dann aber viel schneller weg als Kerkeling, der sich mit himmlischem Beistand zwei Jahre an der Spitze hielt. Jetzt gibt es endlich das rucksackkompatible Format, und zähe Bestsellermuffel können zum Preis einer Kinokarte kontrollieren, was dran ist an dem Werk, dessen Erfolg den Weg nach Santiago di Compostela in ein Abbild der Fußgängerzone von Gelsenkirchen verwandelt hat. Sagen wir es so: Der Komiker ist kein Schriftsteller, und hier ist er nicht einmal besonders komisch. Aber die kleinen Erleuchtungen in der angenehm unprätentiösen Tagebuch-Suada ersetzen Regale voller Ratgeberliteratur, inklusive Coelho und Konsorten. maidt
Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg. Piper, München 2009. 368 Seiten, 9,95 Euro.
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