Seit den frühen 80er Jahren ist die französische Photographin
Bettina Rheims, geb. 1952, eine der international gefragtesten
Vertreterinnen ihres Metiers. Und seit ihren Anfängen steht der
weibliche Körper im Zentrum ihres künstlerischen Interesses. In
unkonventionellen und oft provozierenden Portraits und Aktaufnahmen
bringt sie immer wieder Wesenszüge ihrer Modelle zum Vorschein, die
verschüttet, verborgen und meist wohl gehütet sind. Mit ihren
Serienprojekten geriet sie regelmäßig ins Kreuzfeuer der Kritik,
sei es mit KIM (1991), einer Dokumentation über Transsexuelle;
Chambre close (1992), der Geschichte eines Voyeurs, der Frauen in
Pariser Hotels photographiert; I.N.R.I. (1999), einer gewagten
Umdeutung biblischer Szenen; Shanghai (2004), einer Studie über
weibliche Selbstbehauptung inmitten des kulturellen,
wirtschaftlichen und mentalen Umbruchs, und schließlich Heroines
(2006), ihrem bisher jüngsten Projekt. Unser Band, zu dem Philippe
Dagen, Kunstkritiker von Le Monde und
Professor für Kunstgeschichte an der Sorbonne, einen Essay schrieb,
gibt - nach dem Prinzip The Best of ... - einen repräsentativen
Überblick über Bettina Rheims'photographisches Werk der letzten
dreißig Jahre.