Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft - Staub-Bernasconi, Silvia

Silvia Staub-Bernasconi 

Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft

Systemische Grundlagen und professionelle Praxis - Ein Lehrbuch

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Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft

Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft befasst sich auf der Grundlage systemischer Theorie mit sozialen Problemen, die sich aufgrund der Abhängigkeit der Menschen von sozialen Systemen ergeben. Silvia Staub-Bernasconi stellt komplexe theoretische Sachverhalte so dar, dass der Einstieg in eine als Handlungswissenschaft konzipierte Soziale Arbeit möglich wird. Nach einem Rückblick auf frühe Theoretikerinnen wird ein Überblick über theoretische Ansätze Sozialer Arbeit vermittelt. In einem zweiten Teil werden die metatheoretischen Voraussetzungen und ihre Implikationen für die Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft dargelegt. Die Praxis-relevanz des systemischen Paradigmas wird im dritten Teil anhand von Ressourcenerschließung, Bewusstseinsbildung, Umgang mit Machtquellen und Machtstrukturen sowie interkultureller Verständigung als spezielle Handlungstheorien aufgezeigt. Schließlich erfolgt ein Ausblick auf die Tatsache und Notwendigkeit zunehmender Transnationalisierung Sozialer Arbeit, dies auch unter dem Aspekt eines transnationalen Feminismus sowie der Forderung nach Sozialverträglichkeit der Wirtschaft als Antwort auf die heute dominante Forderung der Wirtschaftsverträglichkeit der Sozialen Arbeit.


Produktinformation

  • Deutsch
  • Abmessung: 214mm x 153mm x 41mm
  • Gewicht: 817g
  • ISBN-13: 9783258068961
  • ISBN-10: 3258068968
  • Best.Nr.: 21228443

Leseprobe zu "Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft"

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Inhaltsangabe

- Einleitung: Nach- und Vordenken über Soziale Arbeit als systemtheoretisch
- begründete Handlungswissenschaft

Teil I: Ist Soziale Arbeit zu einfach oder zu komplex, um theorie- und wissenschaftswürdig zu sein?
1 Ilse Arlt (1876 - 1960) - Bedürfnistheoretikerin der ersten Stunde
1.1 Warum mir alles, jenen nichts?
1.2 Es gibt keine Fürsorgesachverständigen!
1.3 Mängel des fürsorgerischen Alltagsdenkens über Not und Hilfe
1.4 Auch die bestehenden Theorien - insbesondere der liberalen
- Ökonomie - sind unzulänglich
1.5 Fragen, Themen und Aussagen einer Bedürfnistheorie
1.6 Armut und Armutsforschung
1.7 Soziale Arbeit - die Wissenschaft von Not und Hilfe
1.8 Aspekte heutiger Relevanz von Ilse Arlts Theorie Sozialer Arbeit
2 Jane Addams (1860 -1935) - Systemtheoretikerin der ersten Stunde
2.1 Problembeschreibungen
2.2 Komplexe Erklärungen - Erwartungen an die Wissenschaft
2.3 Ziele Sozialer Arbeit - so wie sie Jane Addams sah
2.4 Soziale Praxis als Umgang mit Ressourcen, Menschen und Ideen
2.5 Jane Addams' Verhältnis zu Revolution und Gewalt
3 Das sanfte Entschwinden einer Nobelpreisträgerin Sozialer Theorie und Arbeit: die Gesellschafts- bzw. Friedenstheorie und -praxis von Jane Addams
3.1 Jane Addams - Soziologin oder/und Sozialarbeiterin?
3.2 Jane Addams' Friedens- und Gesellschaftstheorie
3.3 Die soziale Friedens- und Gesellschaftspraxis von Jane Addams als soziale Mehrebenenpraxis
3.4 Die sanfte Gewalt symbolischer Macht oder wie es zur Trennung zwischen Theorie/Wissenschaft und Praxis Sozialer Arbeit kam
4 Mary Parker Follett (1868 - 1933) - Prophetin eines demokratischen Sozialmanagements
4.1 Die Fragen und Probleme, von denen Mary Parker Follett umgetrieben wurde
4.2 Erste Antworten unter Bezug auf menschliche Bedürfnisse, die Politik- und weitere Wissenschaften als Erklärungshintergrund
4.3 Soziale und demokratische Wertvorstellungen sowohl in der Politik wie in gewinn- und dienstorientierten Organisationen
4.4 Der Ort des Lernens über Management und Demokratie
4.5 Handhabung eines Werkzeugkastens versus demokratischpartizipative Dienstleistung - zentrale Handlungsleitlinien fürs Management
4.6 Die Managementtheorie von Mary Parker Follett aus heutiger Sicht: zur Vereinbarkeit von Demokratie und Effizienz in Unternehmen
5 Theoretische Bedürfnis- versus Funktionsorientierung - auf der Spurensuche nach einem gesellschaftlich bestimmten Geschlechterverhältnis
5.1 Die unerschöpflichen Varianten der Unsichtbarmachung von Frauen - auch in der Sozialen Arbeit
5.2 Gesellschaftliche Funktion als Ausgangspunkt von Theorien Sozialer Arbeit
5.3 Zwei Theorietraditionen - ein Plädoyer für Theorienpluralismus oder die Abschaffung eines unsichtbaren geschlechtsspezifischen Dominanzverhältnisses?
6 Theoretische Gegenstandsbestimmungen Sozialer Arbeit - von den Anfängen der Disziplin bis zur Gegenwart - ein Überblick
6.1 Gegenstandsbestimmung im weiten und im engen Sinn
6.2 Geschichtlicher Abriss des Gegenstandes der Theorie und Wissenschaft Sozialer Arbeit
6.3 Folgerungen und Desiderate für die Theoriebildung in der Sozialen Arbeit

Teil II: Soziale Arbeit als handlungswissenschaftliche Disziplin
- Zentrale metatheoretische, objekttheoretische und handlungstheoretische Entscheidungen sowie ihre Folgen für die Konzeption Sozialer Arbeit als Handlungswissenschaft am Beispiel dreier Paradigmen
1.1 Metatheoretische Vorentscheidungen im Hinblick auf eine Disziplin Sozialer Arbeit
1.2 Objekttheoretische Weichenstellungen - Systeme, Menschen- und Gesellschaftsbilder
1.3 Soziale Probleme - zur Gegenstandsdiskussion im Rahmen einer Sozialen Arbeit als Handlungswissenschaft
1.4 Zur Erklärung sozialer Probleme
1.5 Werte und Ethik zur Beurteilung sozial problematischer Sachverhalte und sozialer Problemdefinitionen
1.6 Kollektive und individuelle Akteure der Artikulation, Verursachung, Milderung, Verhinderung oder Lösung sozialer Probleme und die Funktion Sozialer Arbeit
1.7 Vom beruflichen Doppelmandat zum professionellen Tripelmandat Sozialer Arbeit
1.8 Allgemeine normative Handlungstheorie - spezielle Handlungstheorien und der transformative Dreischritt
2 Wissen und Wissenschaftsverständnis in den Debatten über Sozialarbeitswissenschaft
2.1 Ein Blick über die Grenzen
2.2 Die Problematisierung des "herkömmlichen" Wissenschaftsverständnisses im Diskurs über Sozialarbeitswissenschaft
2.3 Menschliche Erkenntniskompetenzen als Wissensquellen - ihre Verkürzungen und Verabsolutierungen
2.4 Sozialarbeitswissenschaft als angewandte Wissenschaft
2.5 Epilog: Schließen sich Wissenschaftlichkeit und politisches Engagement aus?
3 Vom transdisziplinären wissenschaftlichen Bezugswissen zum professionellen Handlungswissen am Beispiel der Empowerment-Diskussion
3.1 Zum Unterschied zwischen Wissenschaft und Handlungswissenschaft
3.2 Das "Empowerment-Konzept" in der Sozialen Arbeit
3.3 Der transformative Dreischritt: vom wissenschaftlichen Bezugswissen zu professionellen Handlungsleitlinien
3.4 Die "Transformationsregel" - Patentrezept zur Verbindung von Theorie und Praxis?
3.5 Die ethische Begründung von Handlungsleitlinien und die Verhinderung des Missbrauchs von Wissen
3.6 Einwände und Kritiken zum transformativen Dreischritt

Teil III: Soziale Arbeit als professionelle Praxis: spezielle Handlungstheorien für spezielle soziale Probleme
1 Soziale Probleme und problembezogene Arbeitsweisen als spezielle Handlungstheorien Sozialer Arbeit - eine Übersicht, ein Entwicklungs- und Forschungsprogramm
1.1 Die Arbeitsweisen im Überblick
2 Soziale Diagnose als unverzichtbares Element von Professionalität
2.1 Diagnose als Prozess der theoretisch-wissenschaftlich gesteuerten Wahrheitsfindung in unterschiedlichen Settings der Sozialen Arbeit
2.2 Diagnose als Prozess demokratisch gesteuerter Konsensfindung und legal erzwungener Verfassungs- bzw. Gesetzeskonformität
2.3 Diagnose als Prozess der Erhaltung oder/und Herstellung von Menschenwürde
3 Spezielle Handlungstheorien Sozialer Arbeit
3.1 Ressourcenerschließung als älteste Arbeitsweise der Sozialen Arbeit
3.2 Bewusstseinsbildung nach Paulo Freire (1921 - 1997) als spezielle Handlungstheorie Sozialer Arbeit
3.3 Identitäts- und Kulturveränderung als spezielle Handlungstheorie Sozialer Arbeit
3.4 Vernetzung als spezielle Handlungstheorie Sozialer Arbeit
3.5 Umgang mit Machtquellen und Machtstrukturen als spezielle Handlungstheorien Sozialer Arbeit

Teil IV: Ein Blick in die Zukunft - zur Transnationalisierung Sozialer Arbeit
1 Soziale Arbeit auf dem Weg zur Weltgesellschaft
1.1 Internationales professionelles Engagement, internationale Organisationen und der Versuch, internationale Soziale Arbeit zu definieren
1.2 Der Einfluss der Methodenkonzeption auf die Wahrnehmung der sozialräumlichen Reichweite Sozialer Arbeit
1.3 Von der lokal-nationalen zur internationalen und transnationalen Sozialen Arbeit und ihre Bedeutung für Theorie und Praxis
2 Feministische Soziale Arbeit - wie weit reichen feministische Theorie(n) und politische Praxis?
2.1 Ein kurzer Rückblick in die bewegte Geschichte der zweiten Frauenbewegung
2.2 Wie weit reichen feministische Theorien und die sich daraus ergebenden Politiken?
2.3 Worin besteht die Möglichkeit, die losen, zerstreuten Theoriefragmente zusammenzubringen?
3 Sozialverträglichkeit der Wirtschaft - eine mehrdimensionale Konzeption von Umweltverträglichkeit
3.1 Der Begriff 'Sozialverträglichkeit', seine Genese und verschiedenen Bedeutungen
3.2 Sozialverträglichkeit und Wirtschaftssystem - Versuch einer Definition
3.3 Sozialverträglichkeit als 'systembedingte' Widerspruchs- und Dissonanzerfahrung und ihre Interpretation durch die Individuen
3.4 Soziale und weitere Umweltkosten von Großfirmen - fünf Gespräche mit Wirtschaftsführern
3.5 Soziale Sprachlosigkeit - eine durchgehende Gemeinsamkeit aller Gesprächsteilnehmer
3.6 Zusammenfassende Betrachtung der Gesprächsergebnisse
3.7 Folgerungen und Aktualisierung

- Literatur
- Personenverzeichnis
- Stichwortverzeichnis