Der Mainstream der neueren Hermeneutik und Dekonstruktion
(Heidegger, Gadamer, Ricoeur, Derrida) hat mit spektakulären Thesen
Aufsehen zu erregen gewusst, dabei aber die praktizierenden
Interpreten doch eher allein gelassen. Der vorliegende Band dagegen
macht neun - teilweise aus dem Englischen übersetzte -
Schlüsseltexte zu den Zielen und Methoden des Interpretierens im
Zusammenhang zugänglich, mit denen man wirklich konkret arbeiten
kann. Nach einer das Problemfeld übersichtlich strukturierenden
Einführung in die Grundprobleme der Hermeneutik folgen
Untersuchungen zu den Basisbegriffen 'Verstehen' und
'Interpretation', zur Rolle der Autorabsicht, zum
Verhältnis von Verstehen und Sinn, zu Prinzipien der wohlwollenden
Interpretation, zum Problem des sog. Hermeneutischen Zirkels und
zur Objektivität von Interpretationen.
Der Band kann damit auch als einführendes Lehrbuch zu den
Grundlagenfragen der Hermeneutik dienen und eignet sich als
Literaturgrundlage für Lehrveranstaltungen in der Philosophie wie
auch in allen anderen interpretierenden Disziplinen. Eine knappe
kommentierte Bibliographie zur Allgemeinen Hermeneutik erleichtert
die Orientierung in der nahezu unübersehbaren Literatur zum
Thema.
Mit Beiträgen von:
Hans Albert, Axel Bühler, Dagfinn Føllesdal, David K. Henderson,
Göran Hermerén, Wolfgang Künne, Nicholas Rescher, Wolfgang
Stegmüller, Werner Strube