Liebende Frauen - Lawrence, David H.

David H. Lawrence 

Liebende Frauen

Roman. Mit e. Nachw. v. Dieter Mehl

Aus d. Engl. v. Petra-Susanne Räbel
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Liebende Frauen

Geschrieben 1916, unter heftigen Protesten veröffentlicht 1920, entwirft 'Liebende Frauen' eine leidenschaftliche, poetische und zugleich skeptische Vision einer modernen Gesellschaft und ihrer Werte. Rupert Birkin ist ein klassischer Lawrence-Held: Ernüchtert von den überkommenen Moralvorstellungen und ihrer lebensfeindlichen Tendenz, beschließt er, sein eigenes Leben auf menschen- und lustfreundlichere Prinzipien zu gründen.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 857 S.
  • Seitenzahl: 857
  • detebe Diogenes Taschenbücher Nr.23731
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 113mm x 36mm
  • Gewicht: 565g
  • ISBN-13: 9783257237313
  • ISBN-10: 3257237316
  • Best.Nr.: 23322421
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.10.2002

Der Tod des Kaninchens
Codename Bismarck: D. H. Lawrence in neuer Übersetzung

Der englische Erzähler D. H. Lawrence, für dessen Werke bei Erscheinen sich die Sittenpolizei ebenso zu interessieren pflegte wie die Literaturkritik und dessen "Lady Chatterley" noch in den sechziger Jahren die englische Gerichtsbarkeit erregte, ist vor allem durch die Rückhaltlosigkeit bekannt geworden, mit der er sexuelle Phantasien und Ekstasen der von ihm erfundenen Figuren feiert. Dabei sind es jedoch weniger die Liebesakte als vielmehr kleine, unscheinbare Szenen, die ihm viel passionierter und nachhaltig irritierender geraten. Beispielsweise jene Zeichenstunde im Hause einer Industriellenfamilie in der mittelenglischen Provinz, bei der zu künstlerischen Übungszwecken das Haustier, ein schwarzweißgeschecktes Kaninchen, gezeichnet werden soll.

Anlaß und Thema scheinen harmlos genug und kaum über den Rahmen einer gängigen Gesellschaftsszene hinauszuweisen, und doch entfesselt Lawrence unvermittelt ein wahres Pandämonium, wenn er schildert, wie das Kaninchen aus dem Stall geholt wird: "Das langgestreckte, dämonenhafte Tier schlug erneut aus, es streckte …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Wenn die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz einen Roman rezensiert. Darf die Interpunktion. Schon mal etwas eigenwillig. Sein. Streeruwitz wirft zunächst einmal die Frage auf, warum man sich ("und vor allem frau") mit D.H. Lawrences Roman "Liebende Frauen", diesen nun fast hundert Jahre alten Text, beschäftigen sollte. Wegen der Wirkung dieses Textes, findet Streeruwitz. Denn: "Das Grundrezept der ursprünglichen Wirkungsabsicht des Textes ist pure Jahrhundertwende 1900." Sie sei weiterhin wirksam und angewandt. Die Auslassung der Machtfrage in der Geschlechterpolitik, die Ablehnung der Psychoanalyse bringe schließlich immer einen männlichen Menschen hervor. So auch bei Lawrence, für den Männer höhere Wesen seien und Frauen nur als Wesen fungierten, so Streeruwitz, "deren Körper in Ergänzung zu diesem höheren Wesen auftreten, weil sie für dieses Wesen ganz einfach notwendig sind." Die Frauen bei Lawrence können sich nach Streeruwitz die Welt nur dann zugänglich machen, wenn sie sich dem Männlichen nur genügend anpassen. Als Gegenstand von "Liebende Frauen" betrachtet sie den Prozess einer solchen Anpassung. Eine Anpassung, die Streeruwitz dann auch bei zwei prominenten Frauen, Angela Merkel und Verona Feldbusch, analysiert, während sie zu Lawrence' Roman abschließend bemerkt: "Frauen gibt es keine in diesem Buch. Das Weibliche muss durch die Bezeichnung hergestellt werden. Wie gesagt. Von außen. 'The sisters were women'."

© Perlentaucher Medien GmbH

«Ein Schwellentext zur Moderne, ein großes literarhistorisches Zeugnis... Henry Miller oder Anaïs Nin sind ohne diesen Roman nicht zu denken.»
David Herbert Lawrence (1885-1930), Sohn eines Minenarbeiters und einer Lehrerin, arbeitete in London zunächst selbst als Lehrer. Als er an Tuberkulose erkrankte, mußte er seinen Beruf aufgeben und unternahm rastlos schreibend ausgiebige Reisen. Sein Werk, entstanden unter dem Eindruck der Psychoanalyse Freuds, wurde wegen erotischer Freizügigkeiten scharf angegriffen. Neben zahlreichen Romanen und Erzählungen veröffentlichte Lawrence auch Reisebücher, Essays und Lyrik. Er starb 1930 in Vence bei Nizza.

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