Das Hotel im Moor - Crombie, Deborah

Deborah Crombie 

Das Hotel im Moor

Roman

Aus d. Engl. v. Mechtild Sandberg-Ciletti
Broschiertes Buch
 
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Das Hotel im Moor

So fing alles an: der erste Roman um Superintendent Duncan Kincaid und Inspector Gemma James

Gerade hat es sich Superintendent Duncan Kincaid mit ein paar Büchern in einem abgelegenen Hotel gemütlich gemacht, da fischt man einen toten Angestellten aus dem Pool. Alles spricht dafür, dass der Mörder unter den Hotelgästen zu finden ist. Kincaid schaltet seine Mitarbeiterin Gemma James ein, die verblüffende Verbindungen zwischen dem Opfer und den Verdächtigen zutage fördert. Da geschieht ein zweiter Mord ...

Nichts ist friedvoller als eine herbstliche Moorlandschaft. Mit dieser Aussicht begibt sich der völlig überarbeitete Superintendent Duncan Kincaid von Scotland Yard in ein abgelegenes Hotel nach Yorkshire, um sich inkognito und nur in Begleitung von einigen guten Büchern zu erholen. Als Vertretung in London lässt er Sergeant Gemma James zurück, seine junge und ebenso engagierte wie fähige Mitarbeiterin. Doch kaum hat es sich Kincaid im seinem noblem Hotel am Moor gemütlich gemacht, liegt schon ein toter Hotelangestellter im Swimmingpool. Und als kurz darauf auch noch einer der Feriengäste erschlagen aufgefunden wird, fügt Kincaid sich ins scheinbar Unausweichliche und übernimmt den Fall. Wenngleich die Morde in keinem Zusammenhang zu stehen scheinen, ist er fest davon überzeugt, dass der Täter unter den Gästen zu finden ist. Auf der Suche nach Hintergrundinformationen schaltet er Gemma James in London ein. Und stößt mit ihrer Hilfe er auf ein verblüffendes Motiv ...

"Eine herausragende Romanserie!" Publishers Weekly


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 279 S.
  • Seitenzahl: 288
  • Goldmann Taschenbücher Bd.47026
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 120mm x 23mm
  • Gewicht: 240g
  • ISBN-13: 9783442470266
  • ISBN-10: 3442470269
  • Best.Nr.: 25546973
"Eine herausragende Romanserie!"
Deborah Crombie ist in Dallas aufgewachsen, hat aber lange in Schottland und England gelebt und ist mit einem Schotten verheiratet. Seit ihrem ersten Roman um Inspector Kincaid und Sergeant Gemma James wird sie von der Kritik mit Elizabeth George und Martha Grimes verglichen. Sie wurde für den AGATHA AWARD, den MACAVITY AWARD und den EDGAR ADWARD nominiert.§Die Autorin lebt mit ihrer Familie im Norden von Texas, verbringt aber viel Zeit in England, wo ihre Romane angesiedelt sind.

Leseprobe zu "Das Hotel im Moor" von Deborah Crombie

Duncan Kincaids Urlaub in Yorkshire fing verheißungsvoll an. Gerade als er in die schmale, von hohen Hecken eingefaßte Landstraße einbog, brach ein Sonnenstrahl durch die Wolken und erhellte, als hätte jemand einen himmlischen Scheinwerfer eingeschaltet, ein Stück sanft gewelltes Hochmoor.

Trockenmauern zogen sich wie blasse Runen über das leuchtende Grün der Weiden, auf denen lichtglänzende Schafe grasten, ohne sich um ihre Bedeutung für die Komposition zu kümmern. Die Szene schien aus Zeit und Raum herausgehoben, und er hatte den Eindruck, ein lebendes Bild vor sich zu sehen, das Bild einer fernen, unerreichbaren Welt. Die Wolken schoben sich wieder zusammen; so rasch wie sie aufgeleuchtet war, erlosch die Vision, und ein merkwürdiges Frösteln des Verlusts überlief ihn bei ihrem Verschwinden.

Das muß die Schufterei der letzten Wochen sein, dachte er und schüttelte das vage Gefühl dunkler Vorahnung ab. Offiziell verlangte New Scotland Yard von keinem seiner frischgebackenen Superintendenten, daß sie rackerten bis zum frühen Herzinfarkt, aber der August war in den September übergegangen, und die Überstunden hatten sich angesammelt. Irgend etwas war immer dazwischengekommen, und der letzte Fall war besonders scheußlich gewesen.

Eine ganze Serie von Leichen im ländlichen Sussex, lauter Frauen, alle auf die gleiche Weise verstümmelt - der größte Alptraum eines Kriminalbeamten. Sie hatten ihn schließlich gefaßt, einen Perversen übelster Sorte, aber es gab keine Garantie, daß die Beweise, die sie in mühsamer Kleinarbeit zusammengetragen hatten, einen Haufen pflaumenweicher Geschworener überzeugen würden. Und die Sinnlosigkeit des Ganzen machte den größten Teil der Befriedigung darüber, den Berg von Schreibarbeit bewältigt zu haben, zunichte.

"Einen amüsanteren Samstagabend könnte ich mir gar nicht vorstellen", hatte Gemma James, Kincaids Sergeant, am Abend zuvor gesagt, als sie sich durch die letzten Akten geackert hatten.

"Sagen Sie das mal der Werbeabteilung. Ich glaube, der Gedanke ist denen noch gar nicht gekommen." Kincaid lachte sie über den vollgepackten Schreibtisch hinweg an. Gemma mit dem vor Müdigkeit schneeweißen Gesicht und den dunklen Schatten unter den Wangenknochen wäre in diesem Moment keine Zierde für ein Werbeposter der Polizei gewesen.

Sie blähte die Wangen auf und blies zu den feinen roten Haarsträhnen hinauf, die ihr in die Augen hingen. "Sie haben's gut, Sie bekommen jetzt mal eine Woche lang nichts von allem zu hören und zu sehen. Schade, daß wir nicht alle Vettern mit schicken Ferienwohnungen haben."

"Entdecke ich da eine Spur Neid?"

"Sie fahren ja morgen nur nach Yorkshire, während ich nach Hause fahre, um die Wäsche der letzten Woche zu waschen und mal wieder einzukaufen - wieso sollte ich da neidisch sein?" Gemma lächelte gutgelaunt wie meistens, aber als sie wieder sprach, lag ein Anflug von mütterlicher

Besorgnis in ihrer Stimme. "Sie sehen echt fertig aus. Es ist wirklich Zeit, daß Sie mal Urlaub machen. Das wird Ihnen bestimmt guttun."

Soviel Fürsorglichkeit von einer Frau, die zehn Jahre jünger war als er, amüsierte Kincaid, aber er fand sie neu und angenehm. Er hatte diese Beförderung mit großem Einsatz angestrebt, weil er gewußt hatte, daß der neue Posten ihm erlauben würde, endlich wieder vom Schreibtisch weg zur praktischen Arbeit zu kommen. Aber allmählich schien ihm, daß das Beste an dieser Beförderung Gemma James war, die man ihm als Sergeant zugeteilt hatte. Gemma war Ende Zwanzig, geschieden und hatte einen kleinen Sohn, den sie allein aufzog; hinter ihrem gutmütigen Naturell verbargen sich, wie Kincaid langsam entdeckte, ein scharfer Verstand und viel Ehrgeiz.

"Ich glaube nicht, daß es unbedingt mein Fall ist", sagte er, während er die letzten losen Blätter in einen Hefter schob. "Ein timesharing-Apartment."

"Und Ihr Vetter hat das für Sie organisiert?"

Kincaid nickte. "Seine Frau erwartet ein Kind, und der Arzt hat im letzten Augenblick entschieden, daß es doch besser ist, wenn sie nicht verreist. Und da haben die beiden an mich gedacht, weil sie die Woche nicht einfach sausenlassen wollten."

"Fortuna", konterte Gemma in scherzhaftem Ton, "hat wirklich eine Art, immer die zu beschenken, die es am wenigsten verdienen."

Zu müde für den gewohnten Abstecher ins Pub, war Gemma an diesem Abend direkt nach Leyton hinausgefahren, und Kincaid hatte sich in seine Wohnung in Hampstead geschleppt und den traumlosen Schlaf des total Erschöpften geschlafen. Und nun - ganz gleich, ob er es verdiente oder nicht - war er entschlossen, aus diesem unerwarteten Geschenk das Beste zu machen.

Als er, immer noch unsicher, ob er sich auf dem richtigen Weg befand, auf einer Anhöhe anhielt, kam die Sonne ganz durch und brannte heiß auf das Verdeck des Wagens. Plötzlich war es ein vollkommener Septembertag, warm und golden und voller Verheißung. "Ein gutes Omen für einen Urlaub", sagte er laut und spürte förmlich, wie ein Teil seiner Schlappheit von ihm abfiel. So, jetzt brauchte er nur noch Followdale House zu finden. Der Wegweiser für Woolsey-under-Bank zeigte direkt über eine Schafweide hinweg. Besser, er warf noch einmal einen Blick in die Karte.

Er hatte den Ellbogen im offenen Fenster des Midget und atmete bewußt den würzigen Duft der Hecken ein. Er fuhr langsam und hielt nach einem Anzeichen dafür Ausschau, daß er auf dem richtigen Weg war. Die Straße führte in Windungen an verstreut liegenden Bauernhöfen mit behäbigen, solide gebauten Häusern aus dem grauen Schiefer Yorkshires vorbei, und über ihnen zogen sich einladend Ausläufer bewaldeten Landes vom Hochmoor in die Weiden hinein. Kühle Nächte mußten diesem plötzlichen Auflodern spätsommerlichen Glanzes vorausgegangen sein, denn das Laub der Bäume färbte sich schon, Kupfer und Gold mit einem gelegentlichen Klecks Grün gesprenkelt. In der Ferne, oberhalb des Flickenteppichs von Feldern und Weiden und Moorlandschaft, stieg das Gelände steil zu einer hohen Wand an.

Als Kincaid die nächste Kurve umrundete, sah er sich plötzlich am Rand eines Bilderbuchdorfs. Kleine Steinhäuser, typische Cottages, säumten die Straße, und aus Töpfen und Kästen fielen Geranien und Petunien in farbigen Kaskaden zur Straße hinunter. Zu seiner Rechten stand ein wuchtiger Stein mit der Aufschrift "Woolsey-under-Bank". Die hohe Steilwand, die jetzt direkt hinter dem Dorf in die Höhe zu ragen schien, mußte Sutton Bank sein.

Ein paar Meter weiter zeigte sich durch eine Lücke in der hohen Hecke ein steinerner Torpfosten mit einem eingelegten Messingschild.

Kundenbewertungen zu "Das Hotel im Moor" von "Deborah Crombie"

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Bewertung von Marga aus München am 18.05.2010 ***** ausgezeichnet
Das war mein erster Krimi von Deborah Crombie. Und der erste aus der Kincaid/James-Serie von der ich indessen schon alle 12 Bücher gelesen habe und das 13, momentan der letzte Band (hoffentlich nicht das letzte Buch aus dieser Serie), ist schon bestellt.
Man legt kein Buch mehr aus der Hand bis man auf der letzten Seite angekommen ist und will gleich den nächsten Band lesen.

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