Asche zu Asche / Inspector Lynley Bd.7 - George, Elizabeth

Elizabeth George 

Asche zu Asche / Inspector Lynley Bd.7

Roman

Dtsch. v. Mechtild Sandberg-Ciletti
Broschiertes Buch
 
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Asche zu Asche / Inspector Lynley Bd.7

Inspektor Lynley, Held von Elizabeth Georges raffinierten Kriminalstories, tritt erneut in Aktion. Allerdings steht er diesmal vor einem schier unlösbaren Rätsel, weiß nicht, ob der Tod des gefeierten Kricket-Champions Kenny Fleming ein Unfall war oder ein perfekter Mord. Tötungsmotive gäbe es genug, doch alle Verdächtigen haben ein Alibi. Aber, als Lynley Leben und Job riskiert, scheint es, als hätten selbst Mörder ein Gewissen.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 1997
  • 1997.
  • Ausstattung/Bilder: 756 S.
  • Seitenzahl: 768
  • Goldmann Taschenbücher Bd.43771
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 45mm
  • Gewicht: 496g
  • ISBN-13: 9783442437719
  • ISBN-10: 3442437717
  • Best.Nr.: 06826844
Akribische Recherche, präziser Spannungsaufbau und höchste psychologische Raffinesse zeichnen die Bücher der Amerikanerin Elizabeth George aus. Ihre Fälle sind stets detailgenaue Porträts unserer Zeit und ihrer Gesellschaft. Elizabeth George, die lange an der Universität »Creative Writing« lehrte, lebt heute auf Whidbey Island im Bundesstaat Washington, USA. Ihre Bücher sind allesamt internationale Bestseller, die sofort nach Erscheinen nicht nur die Spitzenplätze der deutschen Verkaufscharts erklimmen. Ihre Lynley-Havers-Romane wurden von der BBC verfilmt und auch im deutschen Fernsehen mit großem Erfolg ausgestrahlt.

Leseprobe zu "Asche zu Asche / Inspector Lynley Bd.7"

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Leseprobe zu "Asche zu Asche / Inspector Lynley Bd.7"

Olivia

Chris ist weg, um am Kanal ein Stück mit den Hunden zu laufen. Ich kann sie noch sehen, denn sie sind noch nicht bei der Brücke an der Warwick Avenue angelangt. Bean springt rechts neben ihm her und riskiert dabei ständig einen Sturz ins Wasser. Toast läuft links von ihm. Ungefähr alle zehn Schritte vergißt er, daß er nur drei Beine hat, und fällt fast auf die Schulter.

Chris hat gesagt, daß er nicht lange ausbleiben wird. Er weiß, wie mir zumute ist, während ich dies hier schreibe. Aber er liebt seine Spaziergänge, und wenn er erst einmal unterwegs ist, lassen Sonne und Wind ihn sein Versprechen vergessen. Er läuft bestimmt bis zum Zoo, und ich werde mich bemühen, nicht sauer darüber zu sein. Ich brauche Chris gerade jetzt mehr denn je, darum werde ich mich damit trösten, daß er es stets gut mit mir meint, und werde versuchen, das auch zu glauben.

Als ich im Zoo gearbeitet habe, sind die drei manchmal nachmittags gekommen und haben mich abgeholt. Dann haben wir im Imbißpavillon einen Kaffee getrunken und uns, wenn das Wetter schön war, draußen auf eine Bank gesetzt, von der aus wir die Fassade von Cumberland Terrace sehen konnten. Wir schauten uns die Statuen an, die auf dem Giebelfeld im Halbrund aufgereiht sind, und dachten uns Namen und Geschichten für sie aus. "Sir Bonzo von Bärbeiß" zum Beispiel, dem es in der Schlacht bei Waterloo den Hintern weggerissen hat. "Gräfin Tussi von Taugtnix" nannte ich eine andere, die sich wie die Einfalt vom Lande gebärdete und in Wirklichkeit ein weiblicher Pimpernell war. Oder "Markus Krankus" für einen Kerl in der Toga, der an den Iden des März seinen Mut verloren und sein Frühstück von sich gegeben hat. Und dann lachten wir uns schief über unsere Albernheit und sahen den Hunden zu, die Vögeln und Touristen auflauerten.

Ich wette, sie haben Schwierigkeiten, sich das vorzustellen - mich, Unsinn schwatzend neben Chris Faraday auf der Bank, das Kinn auf die hochgezogenen Knie gestützt, in der Hand einen Becher Kaffee. Und ich war nicht in Schwarz, wie heute, sondern ich hatte Khakihosen und ein olivgrünes Hemd an, die Uniform, die wir im Zoo immer trugen.

Damals glaubte ich zu wissen, wer ich bin. Ich war mit mir im reinen. Äußerlichkeiten zählen nicht, hatte ich etwa zehn Jahre zuvor beschlossen, und wenn die Leute sich an meinem Stoppelhaar stoßen, bei Nasenringen das kalte Grausen bekommen und mit dem Anblick von Ohrsteckern, die wie mittelalterliche Waffen am Ohrläppchen aufgereiht sind, nicht umgehen können, dann zum Teufel mit ihnen. Sie sind unfähig, hinter die Fassade zu blicken, stimmt's? Sie wollen mich gar nicht sehen, wie ich wirklich bin.

Aber wer bin ich denn nun eigentlich? Was bin ich? Vor acht Tagen hätte ich es Ihnen noch sagen können; da habe ich's nämlich noch gewußt. Ich hatte mir aus Chris' Überzeugungen eine eigene Philosophie zusammengeklaut, und die vermengte ich mit dem, was ich in den zwei Jahren Studium von meinen Freunden aufgeschnappt hatte, und das alles verquirlte ich wiederum mit dem, was ich in den fünf Jahren gelernt hatte, als ich Morgen für Morgen mit einem Brummschädel und einem widerlichen Geschmack im Mund aus verschwitzten Bettlaken kroch, ohne auch nur die leiseste Erinnerung an die vergangene Nacht zu haben oder den Namen des Typen zu wissen, der neben mir schnarchte. Ich kannte die Frau, die das alles durchexerziert hatte. Sie war zornig. Sie war hart. Sie war unversöhnlich.

Das alles bin ich noch heute und mit gutem Grund. Aber ich bin noch mehr. Ich kann es nicht identifizieren, aber ich fühle es jedesmal, wenn ich zu einer Zeitung greife, die Berichte lese und weiß, daß der Prozeß wartet.

Anfangs habe ich mir eingeredet, ich hätte die Nase voll davon, mir täglich die Schlagzeilen reinzuziehen. Ich sei es leid, dauernd von dem verdammten Mord zu lesen und jedesmal, wenn ich die Daily Mail oder den Evening Standard aufschlug, die Gesichter der Hauptakteure zu sehen. Ich bildete mir ein, ich könnte dem ganzen Mist entrinnen, wenn ich nur ausschließlich die Times läse. Ich meinte, mich darauf verlassen zu können, daß die Times rein sachlich berichten und es ablehnen würde, sich im Klatsch zu suhlen. Aber sogar die Times hat jetzt die Story übernommen, und es gibt kein Entkommen mehr für mich. Mir einreden zu wollen, es sei doch scheißegal, bringt nichts. Weil es mir nun mal nicht scheißegal ist. Das weiß ich, und das weiß auch Chris, und das ist der eigentliche Grund, weshalb er mit den Hunden losgezogen ist und mir Zeit für mich gelassen hat. Er sagte: "Weißt du, ich glaube, wir bleiben heute morgen ein bißchen länger aus, Livie", als er seinen Trainingsanzug anzog. Dann nahm er mich auf seine asexuelle Art in die Arme - so halb von der Seite, praktisch ohne jeden Körperkontakt - und marschierte los.

Ich sitze mit einem gelben, linierten Schreibblock auf den Knien und einer Packung Marlboro in der Tasche auf dem Deck des Hausboots. Zu meinen Füßen steht eine Dose mit Bleistiften, die alle scharf gespitzt sind. Das hat Chris besorgt, ehe er gegangen ist.

Ich schaue über das Wasser hinweg nach Browning's Island, wo die Weiden ihre Zweige auf den kleinen Landesteg herabhängen lassen. Die Bäume sind endlich richtig grün, was heißt, daß es fast Sommer ist. Der Sommer war schon immer Zeit des Vergessens, da schmolzen die Probleme in der Sonne dahin. Darum sage ich mir, wenn ich nur noch ein paar Wochen durchhalte und auf den Sommer warte, wird dies alles vorübergehen. Ich werde mir nicht mehr darüber den Kopf zerbrechen müssen. Ich werde nicht handeln müssen. Ich sage mir einfach, es ist nicht mein Problem. Aber das stimmt nicht ganz, und ich weiß das.

Wenn ich es nicht länger umgehen kann, in die Zeitung zu sehen, fange ich mit den Bildern an. Am längsten sehe ich mir das von ihm an.

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"11 (S. 249-250)

Im Wirtsgarten des Load of Hay ging es hoch her. In den Bäumen glühten bunte Lampen und bildeten einen funkelnden Himmel über den lachenden und schwatzenden Gästen, die das milde Maiwetter genossen. Anders jedoch als am vergangenen Abend dachte Barbara nicht einmal flüchtig daran, sich zu ihnen zu gesellen, als sie vorüberfuhr. Sie hatte ihr wöchentliches Glas Bass immer noch nicht getrunken, sie hatte noch immer mit keinem Menschen ihres Viertels außer Bhimani im Lebensmittelgeschäft gesprochen, aber es war halb elf, und sie war nach der kurzen Nacht und dem langen Tag völlig erledigt. Sie nahm gleich die erste Parklücke, die sie entdeckte, neben einem Berg Müllsäcken, aus denen verdorrtes Unkraut und Gras auf den Bürgersteig hingen.

Er war in der Steele’s Road, direkt unter einer Erle, die ihre ausladenden Äste hoch über die Straße reckte. Da war am Morgen vermutlich mit reichlich Vogelmist zu rechnen, aber in Anbetracht der allgemeinen Verfassung ihres Mini war Vogeldreck keine Katastrophe. Im Gegenteil, mit ein bißchen Glück würde vielleicht genug herabfallen, um die Rostlöcher in der Kühlerhaube zu stopfen. Müde stapfte sie in Richtung Eton Villas. Sie gähnte, rieb sich die verkrampfte Schulter und schwor sich, zu Hause sofort ihre Umhängetasche auszuleeren und allen unnötigen Ballast auszusortieren. Was ist überhaupt drin in dem verdammten Ding, dachte sie, während sie die Tasche Richtung Heimat schleppte. Die ist ja so schwer, als hätte ich mindestens zwei Säcke Eis von Jaffri’s reingestopft. Bei dem Gedanken an zwei Säcke Eis in der Umhängetasche blieb sie abrupt stehen. Gottverdammter Mist, dachte sie.

Sie hatte den Kühlschrank vergessen. Sie ging schneller und bog um die Ecke. Sie hoffte und betete inbrünstig, Opas Enkel möge es geschafft haben, selbst darauf zu kommen, was mit dem Kühlschrank zu geschehen hatte, nachdem er ihn mit seinem offenen Lieferwagen von Fulham nach Chalk Farm befördert hatte. Barbara hatte ihm nicht genau erklärt, was sie mit dem Kühlschrank vorhatte, da sie irrigerweise angenommen hatte, sie würde zu Hause sein, wenn er kam. Aber da sie nun nicht dagewesen war, hatte der Knabe bestimmt herumgefragt. Er würde das gute Stück doch nicht einfach auf dem Bürgersteig abgestellt haben?

Nein, das hatte er nicht getan, wie sie feststellte, als sie zu Hause ankam. Sie ging die Einfahrt entlang, um einen roten Golf neueren Modells herum, stieß das Törchen auf und sah, daß Opas Enkel es geschafft hatte – ob mit oder ohne Hilfe, würde sie nie erfahren –, den Kühlschrank über den Rasen vor dem Haus und die vier Betonstufen hinunter zu bugsieren. Nun stand er, teilweise eingehüllt in eine pinkfarbene Decke, vor der Erdgeschoßwohnung, mit einem Bein in einem Busch Kamille versunken, der zwischen den Steinplatten wuchs. »Falsch!« knurrte Barbara wutschnaubend. Total falsch, du Blödmann.«

Sie stemmte die Schulter gegen den Strick, mit dem die pinkfarbene Decke zusammengehalten wurde. Grunzend und stöhnend prüfte sie, welches Gewicht sie würde stemmen müssen, um den Kühlschrank die vier Stufen hinaufzuhieven, ihn am Haus entlang zu schieben und in ihr Häuschen am Ende des Gartens zu befördern. Es gelang ihr, ihn auf einer Seite etwa fünf Zentimeter anzuheben, aber dadurch sank das Bein auf der anderen Seite noch ein Stück tiefer in die Kamille, die der Bewohner der Erdgeschoßwohnung bestimmt zu medizinischen Zwecken angebaut hatte.

»Mist, Mist«, ächzte sie und hievte noch einmal. Der Kühlschrank sank wieder einen Zentimeter tiefer. Sie versuchte es erneut, und wieder sank er ein. »Ach, zum Teufel damit«, sagte sie erbittert, griff in ihre Umhängetasche und holte die Zigaretten hervor. Wütend ging sie zu einer Holzbank, die vor der Fenstertür der Erdgeschoßwohnung stand. Sie setzte sich und zündete eine Zigarette an. Durch die Rauchwölkchen betrachtete sie den Kühlschrank und überlegte, was sie tun sollte."

Kundenbewertungen zu "Asche zu Asche / Inspector Lynley Bd.7"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 09.03.2009 ***** ausgezeichnet
War mein erstes Buch von Elizabeth George und ich war derart begeistert, das ich alle anderen auch gekauft habe

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Bewertung von Martina aus Untereisesheim am 10.03.2002 ***** ausgezeichnet
Kann Inspektor Lynley es schaffen, den Tod des Cricket-Stars Kenneth Fleming aufzuklären?
Wie immer hilft ihm Barbara Havers dabei. Ein Duo wie es unterschiedlicher nicht sein kann. Ein weiteres Mal erhält man sehr viel Einblick in die persönlichen Verhältnisse der Hauptpersonen und selbstverständlich gibt es wieder mehrere Handlungsstränge (alle detailliert recherchiert), die verfolgt werden wollen....

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