Die Studie untersucht, welche Chancen, aber auch welche Blockaden
damit einhergehen, sich der Gestaltungsaufgabe einer
geschlechtergerechten Schule aktiv anzunehmen.
Geschlechtergerechtigkeit ist eine komplexe Herausforderung für die
aktuelle Schulentwicklungsdebatte. Dabei geht es nicht nur um die
Implementierung einzelner Maßnahmen zur Jungen- oder
Mädchenförderung, sondern darum, Geschlechtergerechtigkeit als
Gestaltungsaufgabe von Schulkultur zu betrachten.
Der Band untersucht, welche Chancen, aber auch welche Blockaden
damit einhergehen, sich dieser Gestaltungsaufgabe anzunehmen: Ist
es sinnvoll, Geschlecht und Geschlechterdifferenzen in den
Mittelpunkt zu stellen und zu dramatisieren? Welche Effekte haben
unterschiedliche Methoden und theoretische Herangehensweisen? Was
ist erforderlich, um innerhalb des institutionellen Rahmens der
Schule gelingende Bedingungen für Jungen und Mädchen zu
schaffen?
Die ethnographische Studie an einer ausgewählten Projektschule
rekonstruiertUnterricht und Schulkultur. Die Autorinnen
dokumentieren dabei die subtilen Konstruktionsmechanismen sowohl im
schulischen Alltag und in der konzeptionellen Gestaltung
pädagogischer Angebote als auch im Profil der Schule. Damit werden
die individuelle und die institutionelle Ebene von Schule
systematisch aufeinander bezogen und die Komplexität von Schule
berücksichtigt.
Dieser Band zeigt durch seine detaillierten Analysen Perspektiven
für die Realisierung von Geschlechtergerechtigkeit auf.
Dr. Hannelore Faulstich-Wieland, geboren 1948, ist Professorin für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Schulpädagogik unter besonderer Berücksichtigung von Sozialisationsforschung an der Universität Hamburg. Sie ist verheiratet und hat 2 Kinder.
1. Einleitung 2. Schulkultur 2.1 Schule in Österreich - systematische und historische Aspekte 2.2 Zur Geschichte der Schule 2.3 Selbstdarstellungen der Schule 2.3.1 Gewaltfreiheit und Entwicklung sozialer Kompetenzen 2.3.2 Gleichberechtigung und Bewusste Koedukation 2.3.3 Umweltschutz 2.3.4 Kulturelle Vielfalt/Internationalisierung 2.3.5 Unterricht, Kommunikation, Organisation 2.4 Ortsbegehung 2.5 Klassen und Lehrkräfte 2.5.1 Die untersuchten Klassen 2.5.2 Einsozialisation in die Schulkultur der Zimmerbreite 2.6 Fazit: Schulkulturelle Vielfalt - Engagement an vielen Stellen gleichzeitig 3. Positionszuweisungen durch die Lehrkräfte 3.1 Blick der Lehrkräfte auf Mädchen 3.2 Blick der Lehrkräfte auf Jungen 3.3 Zusammengefasste Aussagen der Lehrkräfte 3.4 Fazit: Differente Sichtweisen - geschlechterstereotype Wahrnehmungen 4. Genderbias in den Benotungen? 4.1 Zeugnisnoten 4.2 Resultate im Leistungstest 4.3 Vergleich von Leistungstest und Zeugnisnoten 5. Der KoKoKo-Unterricht 5.1 Die Illusio von KoKoKo - Reden und Wohlfühlen 5.2 Dramatisierungen von Geschlecht 5.3 Ermöglichung und Begrenzung von Partizipation 5.4 Beurteilungen 5.5 Fazit: Zwischen doing gender und doing student 6. Disziplinierungen 6.1 Verhaltenspyramide - Hilfsmittel und Damoklesschwert 6.1.1 Verhaltenspyramide in der Anwendung 6.1.2 Verhaltenspyramide aus Sicht der Lehrkräfte 6.1.3 Verhaltenspyramide im Alltag 6.2 Disziplinierungen im Unterricht 6.2.1 Disziplinierungen in den Klassen 6.2.2 Disziplinierungsstrategien 6.3 Fazit: Jungen im Fokus von Disziplinierungen 7. StreithelferInnen 7.1 Streithilfe: Handhabung und Themen 7.2 Jungenverhalten als Grund für die Einführung der Streithilfe 7.3 Wie wird das Projekt vorgestellt? 7.4 Bezugnahmen auf die StreithelferInnen im schulischen Alltag