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Thomas Karlauf / Uta Gerhardt 

Nie mehr zurück in dieses Land

Nie mehr zurück in dieses Land - Karlauf, Thomas / Gerhardt, Uta

Augenzeugen berichten über die Novemberpogrome 1938

Hrsg. v. Uta Gerhardt u. Thomas Karlauf

  • Einband: Gebunden
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Produktinformation
  • Verlag: Propyläen
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 362 S.
  • Seitenzahl: 368
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 149mm x 35mm
  • Gewicht: 592g
  • ISBN-13: 9783549073612
  • ISBN-10: 3549073615
  • Best.Nr.: 26375836

Produktbeschreibung zu "Nie mehr zurück in dieses Land"

Kurzbeschreibung

Es kommt einer Sensation gleich, wenn siebzig Jahre nach den Novemberpogromen 1938 erschütternde Augenzeugenberichte ans Tageslicht gelangen. Sie waren 1939/40 im Rahmen eines Aufrufs der Universität Harvard gesammelt worden, an dem sich mehr als 250 Emigranten beteiligten. Eine vergleichbar dichte, authentische Schilderung des von den Nazis organisierten Terrors gegen die jüdischen Mitbürger in Deutschland und Österreich gibt es nicht.

Beschreibung

Während jener Pogrome waren etwa 400 Juden ermordet oder in den Tod getrieben worden, 30 000 wurden in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert und schwer misshandelt. Zehntausende verließen daraufhin ihre Heimat, schockiert von dem, was viele Zeitgenossen als den größten Zivili-sationsbruch der Geschichte empfanden. Was sie mitnahmen, war der Schmerz des Abschieds, aber auch die Erinnerung an grauenhafte Szenen: die Überfälle betrunkener Nazi-Horden, die öffentlichen Demütigungen, das Niederbrennen der Synagogen, die unmenschlichen Zustände in den überfüllten Gefängniszellen und KZ-Baracken. Die Reaktionen der Nachbarn und Passanten auf diese Barbarei reichten von Anteilnahme und Hilfeleistung bis zu Hohn, Spott und Übergriffen. Der Initiator des Harvard-Projektes, der Soziologe Edward Hartshorne, stellte die bewegenden Zeugnisse zu einem Buch zusammen, das er wegen des Kriegs-eintritts der USA jedoch nicht mehr veröffentlichen konnte. Er wechselte in den Geheimdienst, die Berichte fielen dem Vergessen anheim. Durch einen Zufall wurde jetzt das Originalmanuskript gefunden. Sorgfältig ediert und kommentiert durch die Herausgeber, mit einem Vorwort von Saul Friedländer versehen, wird es hier erstmals zugänglich gemacht.

Leseprobe zu "Nie mehr zurück in dieses Land"

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09.11.2009

Bedrückende Atmosphäre
Augenzeugenberichte aus aller Welt über die Novemberpogrome in Deutschland 1938

Welche neuen Erkenntnisse kann ein weiteres Buch 70 Jahre nach den Novemberpogromen liefern? Zuallererst unterscheidet sich die vorliegende Veröffentlichung durch ihre außergewöhnliche Entstehungsgeschichte. Thomas Karlauf hat die Genese sachgerecht rekonstruiert: Im August 1939 - neun Monate nach den Pogromen - berichtete die New York Times unter der Überschrift "Prize for Nazi Stories", Wissenschaftler der Universität Harvard seien auf der Suche nach Augenzeugenberichten über das Leben in Deutschland vor und nach 1933. Zu diesem Zweck hätten sie einen Wettbewerb ausgeschrieben und fünf Preise über insgesamt 1000 Dollar für die besten unveröffentlichten Lebensbeschreibungen ausgelobt. Die in deutscher oder englischer Sprache abgefassten Manuskripte sollten als Materialsammlung dienen für eine Untersuchung "der gesellschaftlichen und seelischen Wirkungen des Nationalsozialismus auf die deutsche Gesellschaft und das deutsche Volk". Die Texte würden, um die Verfasser vor Repressalien zu schützen, streng vertraulich behandelt, sie müssten …

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09.11.2009

Vorspiel des Infernos
Augenzeugen berichten über die furchtbaren Geschehnisse der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938
Die Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 hielten sie für den Gipfel der Nazi-Barbarei, dabei sollte es nur ein „mattes Vorspiel” dessen sein, was den Juden in Deutschland und dem besetzten Europa widerfahren sollte, wie der Historiker Saul Friedländer im Vorwort schreibt. Uta Gerhardt und Thomas Karlauf haben Berichte von Augenzeugen herausgebracht, die ihre Erfahrungen bereits im Frühjahr 1940 zu Papier brachten.
21 Frauen und Männer aus Österreich und Deutschland schildern – jeder in seiner eigenen Sprache – was sie während des organisierten Pogroms erlebten: „Am Nachmittag hatte man eine Anzahl alter Leute mit Revolvern in einen kleinen Flusslauf getrieben, wo sie – immer bedroht von Revolvern – zum Gaudium des Mobs stundenlang in dem eiskalten fließenden Wasser stehen mussten”, schrieb der Kinderarzt Siegfried Wolff aus Eisenach, der 1939 nach Holland ausreiste und 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Zwei Kinder aus einem Heim seien totgeschlagen, die Thora-Rollen zertrampelt worden. Der …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

12.11.2009

Sabine Fröhlich beantwortet ihre eigene Frage, warum man die zum Teil bereits publizierten Augenzeugenberichte von den Novemberpogromen 1938 in Deutschland nun noch einmal veröffentlichen sollte, mit der eindringlichen "Authentizität", die die Texte bis heute bewahren. Die Berichte waren aus einem Preisausschreiben der New York Times hervorgegangen, das zu Beginn des Zweiten Weltkriegs nach persönlichen Erfahrungen aus Deutschland vor und nach 1933 fragte, erklärt die Rezensentin. Da hauptsächlich jüdische Immigranten antworteten, ergab sich daraus ein erschütterndes Dokument der antisemitischen Verfolgung und ein letztes Zeugnis jüdischen Lebens in Europa, so die Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezensionen und Kritik

"Den Herausgebern ist es zu verdanken, dass nun auch ein breites Publikum die Zeugnisse des Grauens lesen kann." (Die Welt 2009)
"Das Buch dokumentiert die Novemberpogrome so detailreich, anschaulich und konzentriert wie kaum ein anderes." (Süddeutsche Zeitung, 2009)
"Beiden Herausgebern gebührt das Verdienst, eindrucksvolle Zeugnisse sachverständig ediert und einfühlsam kommentiert zu haben. Durch ihre Dichte, Vielfalt und Authentizität gewinnen die Berichte einen vergleichsweise hohen Quellenwert. Abgerundet wird die lesenswerte Sammlung durch ein Geleitwort von Saul Friedländer." (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2009)

Autorenporträt zu "Thomas Karlauf / Uta Gerhardt"

Uta Gerhardt, geboren 1938 in Thüringen, Soziologin, lehrte unter anderem an den Universitäten Berlin, Konstanz, London und Heidelberg (bis 2003) sowie an der New York University und der Harvard University.

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