Die Dokumentation der europäischen jüdischen Geschichte in der
Epoche der systematischen Verfolgung, Deportation und Tötung von
Millionen europäischer Juden bedarf nach wie vor einer
dokumentarischen Anstrengung, die zugleich Bewahrung der Erinnerung
für künftige Generationen darstellt. Denn es ist auch die
Geschichte eines singulären Zivilisationsbruchs mit unvorstellbarem
Leid. Seit 1991 trugen die Herausgeber dieses Bandes Daten der von
1933 bis 1945 in Heidelberg mit Wohnsitz verzeichneten jüdischen
Einwohner zusammen. Parallel zur alphabetischen Grundgliederung
werden systematisch Familienkontexte über mehrere Generationen
dargestellt. Dadurch gewinnt das Bild der jüdischen Bewohnerschaft
Heidelbergs von 1933-1945 Plastizität und biographische Tiefe.
Durch Einbezug anderer Dokumentationsbestände, Archivrecherchen und
umfangreicher Korrespondenzen entsteht ein stabiles Abbild der
Lebensläufe von annähernd 2000 Personen. Neben den Stammdaten
enthalten die Einzeleinträge Auskünfte über Schul- und
Berufsausbildung, Karriereverläufe, Deportations- und
Emigrationsschicksale, Wohnadressen in Heidelberg sowie
Verwandtschaftsbeziehungen. Wesentliche Veröffentlichungen der
dargestellten Personen werden ebenso aufgeführt wie deren
Funktionen im jüdischen Gemeindeleben und anderen
Tätigkeitsfeldern. Ergänzt wird der Band durch eine umfangreiche
Bilddokumentation.Besonders aufschlussreich und eindrucksvoll war
für die Herausgeber die Begegnung mit ehemaligen jüdischen
Einwohnern und deren Nachkommen, die von großem Vertrauen und
lebhafter Anteilnahme an diesem Projekt bestimmt waren.