Zeiten des Aufruhrs - Yates, Richard

Richard Yates 

Zeiten des Aufruhrs

Roman. Mit e. Nachw. v. Richard Ford

Aus d. Engl. v. Hans Wolf
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Produktbeschreibung zu Zeiten des Aufruhrs

In Amerika gehört Richard Yates Roman 'Zeiten des Aufruhrs' zu den modernen Klassikern. Hierzulande gilt es, sein herausragendes, scharfsichtiges Buch um ein Ehedrama noch zu entdecken. Yates ist einer der ganz Großen, 'Zeiten des Aufruhrs' sein Opus magnum.


Frank und April, ein Paar, das zu allen Hoffnungen Anlaß gibt, talentiert, jung, gutaussehend, er mit einem Job in der City, sie, eine erfolgreiche Schaupielschülerin, widmet sich zunächst noch den eigenen Kindern - in Erwartung des bevorstehenden gesellschaftlichen Aufstiegs. Doch das Leben hält anderes bereit: Frank verstrickt sich in eine Affäre, April erstickt im Vorstadtmuff, und ihre Träume werden immer verstiegener. Wie lange werden sie die Illusion aufrechterhalten können? Alles steuert auf eine Katastrophe zu.
Mit psychologischer Genauigkeit und literarischer Finesse beschreibt Richard Yates die Zerstörung eines Traumes, der von Anfang an Selbstbetrug war.


Produktinformation


  • Verlag: Dtv
  • 2009
  • 6. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 373 S.
  • Seitenzahl: 384
  • dtv Taschenbücher Bd.13249
  • Deutsch
  • Abmessung: 194mm x 120mm x 25mm
  • Gewicht: 314g
  • ISBN-13: 9783423132497
  • ISBN-10: 3423132493
  • Best.Nr.: 12429946
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.02.2003

Mannsein als Wille und Wahn
Richard Yates zerlegt den amerikanischen Traum der Fünfziger

Es ist Charme und Schmerz dieses Alters, daß sich das Wollen und das Wissen noch die Waage halten. Der Rasen ist naturgrün und recht kurz geschnitten; der Hang senkt sich dabei schon ein wenig zur Straße hin; der Stein wiegt schwer in den Händen. Eigentlich braucht hier niemand einen Weg, aber was soll's: Das Land ist Amerika, der Job ist in der Stadt, die Ehefrau steht mit einem Glas Sherry in der Küche, die Kinder hüpfen in der Sonne herum, und überhaupt hat man sich schon lange nicht mehr so stark gefühlt. "Die Schläfen schmerzten ihm vor Begeisterung und Triumph, als er einen Felsbrocken aus seinem von weißen Würmern durchwimmelten Bett hob und ihn kopfüber durch das erzitternde Laubwerk rollen ließ, denn er war schließlich ein Mann." Darum geht es. Aber was ist ein Mann?

Und wie faßt man das an, was die anderen Leben nennen; wie fühlt sich das an? Im Grunde ist Frank Wheeler jemand, der auf so eine simple Frage eine Antwort hätte - oder jedenfalls jemand, der auf so eine Frage hin zu einem Monolog ansetzen würde, an dessen spätem Ende …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.04.2006

Homer des Mittelstandes
Richard Yates und die Kunst der Gegenständlichkeit
„Elf Arten der Einsamkeit” - der Titel von Richard Yates’ Geschichtensammlung ist ungewöhnlich treffend. Dieser Band von Shortstorys, in den Vereinigten Staaten 1962 erschienen, aber erst jetzt ins Deutsche übersetzt, wirkt wie nach einem Plan geschrieben. Seine Kasuistik menschlicher Verlorenheit ist reich und erdrückend. Ein neuer Schüler in einer mittelständischen Schulklasse, der sich durch Armut, Unwissenheit und Verlogenheit blamiert; ein keusches, aber erwartungsvolles Brautpaar, dessen erste erotische Annäherung am Vorabend der Hochzeit traurig misslingt; ein pedantischer Armee-Ausbilder, dessen hingebungsvolle Arbeit mit einer sinnlosen Versetzung zerstört wird; ein Tuberkulose-Kranker, dessen Frau fremdgeht, während er eine endlose Kur im Krankenhaus absitzt; ein angestellter Versager, dem nichts anderes bleibt, als seine Entlassung mit schicksalhafter Ergebenheit anzunehmen - so sehen die Arten der Einsamkeit bei Yates aus.
Seine Geschichten sind bitter und schön, ihr Stil ist deutlich und durchsichtig, ihr Milieu durchschnittlich und zugänglich, ihre Poesie ist …

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»Er besticht durch seine klare Sprache und den trivialen Schmerz seiner Protagonisten.« Stadtlichh-Magazin für Hamburger Gelegenheiten 3. Ausgabe 2011
Richard Yates wurde 1926 in Yonkers, New York, geboren und lebte bis zu seinem Tod 1992 in Kalifornien. Er war einige Jahre als Werbetexter beschäftigt und in den späten Sechzigern kurzzeitig als Redenschreiber für Senator Robert Kennedy tätig. Hauptsächlich jedoch arbeitete Richard Yates als Schriftsteller: Er war der Autor von sieben Romanen und zwei Erzählungsbänden, die zu seinen Lebzeiten kaum Beachtung fanden heute jedoch zu den wichtigsten Werken der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts gehören.

Leseprobe zu "Zeiten des Aufruhrs" von Richard Yates

Das Problem war, daß er den ganzen Nachmittag über in der Stadt, wie gelähmt von dem, was er als den "denkbar ödesten Job" bezeichnete, seine Kraft aus der Vorstellung von Szenen bezogen hatte, die an diesem Abend ablaufen sollten: wie er nach Hause eilen, lachend seine Kinder in die Luft schwingen, einen Aperitif hinunterkippen und bei einem frühen Abendessen mit seiner Frau plaudern würde, wie er sie anschließend, seine beruhigende Hand auf ihrem straffen, warmen Schenkel ("Wenn ich doch bloß nicht so nervös wäre, Frank!"), zur High School fahren würde, wie er gebannt und stolz dasitzen, dann aufstehen und bei fallendem Vorhang in den donnernden Beifall einstimmen würde, wie er sich begeistert und aufgelöst durch die jubelnde Menge hinter der Bühne durchkämpfen und seiner Frau den ersten tränenreichen Kuß abfordern würde ("War es wirklich gut, Liebling? War es wirklich gut?") und wie sie schließlich beide, in der bewundernden Gesellschaft von Shep und Milly Campbell, irgend wo auf einen Drink Station machen und, unter dem Tisch einander die Hände haltend, das Ganze noch einmal durchsprechen würden. Nirgends in diesen Vorstellungen hatte er das Gewicht und den Schock der Realität vorausgesehen; nichts hatte ihn davor gewarnt, daß er von dem faszinierenden, strahlenden Anblick eines Mädchens, das er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, überwältigt sein würde, daß dessen Blicke und Gebärden ihm vor Sehnsucht die Kehle zuschnüren würden und daß dieses Mädchen vor seinen Augen dann wieder vergehen und sich in das reizlose, leidende Geschöpf verwandeln würde, dessen Existenz er jeden Tag seines Lebens zu leugnen versuchte, das er jedoch ebenso gut und schmerzlich kannte wie sich selbst, eine magere, verklemmte Frau, deren gerötete Augen vorwurfsvoll blitzten, deren falsches Lächeln ihm so vertraut war wie seine Füße, seine klamme, immer nach oben rutschende Unterwäsche und sein herber Geruch.

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Richard Yates 

Zeiten des Aufruhrs

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  • Einband: Kartoniert/Broschiert
  • Broschiertes Buch 
 
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FAZ-Rezension SZ-Rezension
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  • Verlag: Dtv
  • 2009
  • 6. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 373 S.
  • Seitenzahl: 384
  • dtv Taschenbücher Bd.13249
  • Deutsch
  • Abmessung: 194mm x 120mm x 25mm
  • Gewicht: 314g
  • ISBN-13: 9783423132497
  • ISBN-10: 3423132493
  • Best.Nr.: 12429946

Produktbeschreibung zu "Zeiten des Aufruhrs"

Kurzbeschreibung

In Amerika gehört Richard Yates Roman 'Zeiten des Aufruhrs' zu den modernen Klassikern. Hierzulande gilt es, sein herausragendes, scharfsichtiges Buch um ein Ehedrama noch zu entdecken. Yates ist einer der ganz Großen, 'Zeiten des Aufruhrs' sein Opus magnum.

Beschreibung

Frank und April, ein Paar, das zu allen Hoffnungen Anlaß gibt, talentiert, jung, gutaussehend, er mit einem Job in der City, sie, eine erfolgreiche Schaupielschülerin, widmet sich zunächst noch den eigenen Kindern - in Erwartung des bevorstehenden gesellschaftlichen Aufstiegs. Doch das Leben hält anderes bereit: Frank verstrickt sich in eine Affäre, April erstickt im Vorstadtmuff, und ihre Träume werden immer verstiegener. Wie lange werden sie die Illusion aufrechterhalten können? Alles steuert auf eine Katastrophe zu.
Mit psychologischer Genauigkeit und literarischer Finesse beschreibt Richard Yates die Zerstörung eines Traumes, der von Anfang an Selbstbetrug war.

Leseprobe zu "Zeiten des Aufruhrs" von Richard Yates

Das Problem war, daß er den ganzen Nachmittag über in der Stadt, wie gelähmt von dem, was er als den "denkbar ödesten Job" bezeichnete, seine Kraft aus der Vorstellung von Szenen bezogen hatte, die an diesem Abend ablaufen sollten: wie er nach Hause eilen, lachend seine Kinder in die Luft schwingen, einen Aperitif hinunterkippen und bei einem frühen Abendessen mit seiner Frau plaudern würde, wie er sie anschließend, seine beruhigende Hand auf ihrem straffen, warmen Schenkel ("Wenn ich doch bloß nicht so nervös wäre, Frank!"), zur High School fahren würde, wie er gebannt und stolz dasitzen, dann aufstehen und bei fallendem Vorhang in den donnernden Beifall einstimmen würde, wie er sich begeistert und aufgelöst durch die jubelnde Menge hinter der Bühne durchkämpfen und seiner Frau den ersten tränenreichen Kuß abfordern würde ("War es wirklich gut, Liebling? War es wirklich gut?") und wie sie schließlich beide, in der bewundernden Gesellschaft von Shep und Milly Campbell, irgend wo auf einen Drink Station machen und, unter dem Tisch einander die Hände haltend, das Ganze noch einmal durchsprechen würden. Nirgends in diesen Vorstellungen hatte er das Gewicht und den …

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13.02.2003

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Es ist Charme und Schmerz dieses Alters, daß sich das Wollen und das Wissen noch die Waage halten. Der Rasen ist naturgrün und recht kurz geschnitten; der Hang senkt sich dabei schon ein wenig zur Straße hin; der Stein wiegt schwer in den Händen. Eigentlich braucht hier niemand einen Weg, aber was soll's: Das Land ist Amerika, der Job ist in der Stadt, die Ehefrau steht mit einem Glas Sherry in der Küche, die Kinder hüpfen in der Sonne herum, und überhaupt hat man sich schon lange nicht mehr so stark gefühlt. "Die Schläfen schmerzten ihm vor Begeisterung und Triumph, als er einen Felsbrocken aus seinem von weißen Würmern durchwimmelten Bett hob und ihn kopfüber durch das erzitternde Laubwerk rollen ließ, denn er war schließlich ein Mann." Darum geht es. Aber was ist ein Mann?

Und wie faßt man das an, was die anderen Leben nennen; wie fühlt sich das an? Im Grunde ist Frank Wheeler jemand, der auf so eine simple Frage eine Antwort hätte - oder jedenfalls jemand, der auf so eine Frage hin zu einem Monolog ansetzen würde, an dessen spätem Ende …

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21.04.2006

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Richard Yates und die Kunst der Gegenständlichkeit
„Elf Arten der Einsamkeit” - der Titel von Richard Yates’ Geschichtensammlung ist ungewöhnlich treffend. Dieser Band von Shortstorys, in den Vereinigten Staaten 1962 erschienen, aber erst jetzt ins Deutsche übersetzt, wirkt wie nach einem Plan geschrieben. Seine Kasuistik menschlicher Verlorenheit ist reich und erdrückend. Ein neuer Schüler in einer mittelständischen Schulklasse, der sich durch Armut, Unwissenheit und Verlogenheit blamiert; ein keusches, aber erwartungsvolles Brautpaar, dessen erste erotische Annäherung am Vorabend der Hochzeit traurig misslingt; ein pedantischer Armee-Ausbilder, dessen hingebungsvolle Arbeit mit einer sinnlosen Versetzung zerstört wird; ein Tuberkulose-Kranker, dessen Frau fremdgeht, während er eine endlose Kur im Krankenhaus absitzt; ein angestellter Versager, dem nichts anderes bleibt, als seine Entlassung mit schicksalhafter Ergebenheit anzunehmen - so sehen die Arten der Einsamkeit bei Yates aus.
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Richard Yates wurde 1926 in Yonkers, New York, geboren und lebte bis zu seinem Tod 1992 in Kalifornien. Er war einige Jahre als Werbetexter beschäftigt und in den späten Sechzigern kurzzeitig als Redenschreiber für Senator Robert Kennedy tätig. Hauptsächlich jedoch arbeitete Richard Yates als Schriftsteller: Er war der Autor von sieben Romanen und zwei Erzählungsbänden, die zu seinen Lebzeiten kaum Beachtung fanden heute jedoch zu den wichtigsten Werken der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts gehören.

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