Wilde Wellen (eBook) - Christiane Sadlo

Christiane Sadlo 

Wilde Wellen (eBook)

Roman

eBook
 
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Wilde Wellen (eBook)

Vor der Kulisse der Bretagne entfaltet sich ein Familiendrama voller Spannung und Leidenschaft

In Paris erschießt die Polizistin Marie Lamare in Notwehr einen Amokläufer. Selbst verletzt, wird sie von dem jungen Archäologen Paul Racine gerettet und überlebt nur knapp. Dieser Vorfall wird ihr Leben für immer verändern und führt sie zurück zu ihren Wurzeln, die in der Bretagne liegen. An der rauen, zerklüfteten Küste des Atlantiks laufen alle Fäden zusammen: Das Schicksal zweier Familien ist durch Liebe, Hass, Eifersucht und Gier auf ewig verbunden. Viele Hindernisse müssen überwunden werden, bis Marie mit ihrer neu gewonnenen Liebe Paul im harschen Klima von Finistère - dem Ende der Welt - glücklich werden kann.



Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2011
  • 1. Auflage
  • Seitenzahl: 480
  • Best.Nr. des Verlages: 705/06114
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783641061142
  • ISBN-10: 3641061148
  • Best.Nr.: 33862378
"Sehr spannend!"
Christiane Sadlo studierte in Freiburg und München Anglistik, Germanistik und Jura. Danach arbeitete sie als Regie- und Dramaturgieassistentin, Dramaturgin und als Journalistin für die Süddeutsche Zeitung, Cosmopolitan und den Bayerischen Rundfunk. Seit 1991 schreibt Christiane Sadlo äußerst erfolgreich für Film und Fernsehen. Aus ihrer Feder stammen unter anderen viele Drehbücher für Fernsehserien wie Schloss Hohenstein, die Rosamunde-Pilcher- sowie die Inga-Lindström-Verfilmungen im ZDF.

Leseprobe zu "Wilde Wellen (eBook)" von Christiane Sadlo

"3 (S. 260-261)

Claires zarte Teetasse aus Limoges-Porzellan klirrte, als sie sie auf den Unterteller zurückstellte. Ihre Hand zitterte. Das konnte nicht wahr sein. Michel war frei? Er hatte doch gestanden. Er hatte doch zugegeben, dass er Céline getötet hatte. Wieso war er jetzt auf freiem Fuß? »Das ist völlig unmöglich. Man lässt bei uns keinen Mörder bis zu seiner Verhandlung auf freiem Fuß.« Caspar musste sich verhört haben. Irgendein dummes Gerücht aufgeschnappt haben, von denen in den letzten Tagen so viele durch den Ort waberten. »Nein. Es ist wahr. Marie selbst hat es mir gesagt. Ihr Vater ist frei. Und die Anklage wurde fallen gelassen.«

Claire hielt sich am Küchentisch fest. Der Boden schien unter ihr zu schwanken. Was war passiert? Wieso verdächtigte man Michel nicht mehr? Die Beweise für seine Tat waren doch eindeutig gewesen. Caspar konnte ihr nicht sagen, wieso man Michel plötzlich freigelassen hatte. Er hatte Marie getroffen, als er auf dem Weg in die Firma war. Sie hatte gestrahlt. War einfach nur glücklich gewesen. Ihr Vater war frei. Und nicht mehr verdächtig. »Das ist doch eine gute Nachricht, Maman.« Er spürte, dass seine Mutter außer sich war. Und konnte sich nicht erklären, wieso sie sich nicht für den alten Freund freute.

»Es hat doch sowieso niemand geglaubt, dass er es getan hat. Ich meine, wir kennen Michel doch. Er wäre zu so etwas niemals fähig gewesen.« »Niemand weiß, wozu der andere fähig ist. Glaubst du wirklich, man kann in die Seele eines Menschen sehen?« Sie musste sich zusammen nehmen. Sie durfte ihre Enttäuschung niemandem zeigen. Auch nicht ihrem Sohn, der sofort zu ihr nach Hause gekommen war, um ihr die gute Nachricht zu überbringen. Natürlich, er hatte gedacht, dass es auch für sie eine gute Nachricht sei. Er wollte, dass sie etwas hatte, über das sie sich freute.

Das war lieb von ihm gewesen. »Danke, dass du gleich gekommen bist, um mir das zu erzählen. Ich habe mir tatsächlich Gedanken gemacht, wie es Michel im Gefängnis gehen würde. Aber jetzt ist ja alles gut. Wenigstens für ihn.« Und nur für ihn, dachte sie. Denn, wenn Michel nicht mehr verdächtigt würde, hieß das, dass die Polizei nun nicht mehr nur nach dem Fahrer des Autos fahnden würde, sondern auch nach demjenigen, der mit so viel Aufwand versucht hatte, den Verdacht auf Michel zu lenken. Ihre Gedanken rasten. Konnte es sein, dass ihr Plan in sich zusammenfiel?

Sie musste sich zusammenreißen. Und einen Schritt nach dem anderen gehen. Und vor allem durfte sie ihr Ziel nicht aus den Augen verlieren. Caspar spürte, dass ihm die Zeit davonlief. Michel war nicht mehr im Knast. Also würde es sehr viel schwerer werden, Marie davon zu überzeugen, von hier wegzugehen. Wie glücklich sie ausgesehen hatte. Ihr Vater war frei. Sicher würde sie sich in den nächsten Tagen besonders liebevoll um ihn kümmern. Sie würde versuchen, ihm zu helfen, den Schock der Anklage und die Tage im Untersuchungsgefängnis zu vergessen. Sie würde für ihn da sein wollen. Alles tun, dass es ihm gut ging. Und was war mit ihm?

Er hatte gerade seinen Vater verloren. Musste sie sich nicht auch um ihn kümmern? Hatte sie das nicht versprochen? Doch vielleicht dachte sie, jetzt, da Eva ins Schloss gezogen war, würde er sie nicht mehr brauchen. Vielleicht hatte er sich zu stark gegeben. Zu männlich. Vielleicht traute sie ihm ja wirklich zu, dass er den Tod seines Vaters ganz gut allein verarbeiten konnte. Den Tod seines Vaters? Er war erstaunt, wie geläufig ihm dieser Gedanke inzwischen war. Wieso trauerte er nicht mehr um seinen Vater?"