Weil wir glücklich waren (eBook) - Laura Moriarty

Laura Moriarty 

Weil wir glücklich waren (eBook)

Roman

Übersetzer: Evert, Britta
eBook
 
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Weil wir glücklich waren (eBook)

Veronica hat gerade erst angefangen, ihr eigenes Leben zu leben, da erfährt sie: Ihre Eltern haben sich getrennt. Kurz darauf steht ihre Mutter vor der Tür. Sie will vorübergehend bei Veronica einziehen. Ein Belastungstest, aber auch eine Chance für Mutter und Tochter, sich noch einmal ganz neu kennenzulernen ... Eine tief bewegende Familiengeschichte.


Produktinformation

  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783838704692
  • ISBN-10: 383870469X
  • Best.Nr.: 32599297

Leseprobe zu "Weil wir glücklich waren (eBook)" von Laura Moriarty

"KAPITEL 17 (S. 220-221)

Ich war wie vom Donner gerührt – genau wie Lottie und Adam. Keiner von uns schien geneigt, die beinahe fühlbare Stille zu durchbrechen, die sich nach diesen Worten ausbreitete. Ich warf einen verstohlenen Blick zu Lottie. Ihr hübsches Gesicht war erstarrt, so gleichförmig und ausdruckslos wie Marmor. Sie erinnerte mich an einen jener großen weißen Engel, welche über viktorianischen Gräbern wachen. Adams Gesichtszüge im Gegensatz dazu zuckten auf alarmierende Weise. Ich fürchtete ernsthaft, er könnte einen Herzanfall erleiden.

Er war der Erste, der sich zu Wort meldete. »Unsinn …«, krächzte er. »Vielleicht sollte ich zunächst die ganze Geschichte erzählen«, sagte Jessica mitfühlend. »Verdammt und zugenäht, ja!«, platzte er heraus. Ihr Tonfall schien die Starre zu lösen, die ihn momentan übermannt hatte. »Das solltest du, und es wäre besser, wenn sie überzeugend ist!« »Du kannst gerne bei Henry nachfragen.« »Das hat alles nichts mit mir zu tun«, sagte Lottie mit leiser, gepresster Stimme.

»Oh doch, das hat es, meine Liebe«, sagte Jessica und wandte sich ihr zu. »Weil ich deine Großcousine bin, als Adams Tante, verstehst du? Wir gehören alle zur gleichen Familie.« Lottie leckte sich über die trockenen Lippen. »Sie nicht!«, schnappte sie und zeigte anklagend mit dem Finger auf mich. »Verschwinde! Raus hier!« »Nein!« Adam sprang auf und packte mich bei der Schulter, obwohl ich keinerlei Anstalten gemacht hatte zu gehen. »Sie darf nicht gehen …«

Er brach ab, doch sein Mund bewegte sich lautlos. »Du hast ihr gegenüber den Mund aufgemacht!«, brüllte Lottie ihn an. »Nein, hab ich nicht! Sie hat rumgeschnüffelt, aber ich hab nichts gesagt! Nicht ein verdammtes Wort! Wenn sie meint, es wäre anders, dann ist sie genauso bescheuert, wie sie aussieht!« Er kämpfte unübersehbar um seine Selbstbeherrschung, während er redete, und er gewann sie tatsächlich zurück. Ich konnte beinahe hören, wie der Mechanismus in seinem Gehirn einrastete.

»Es gibt nichts, was sie der … was sie herumerzählen könnte. Ich hab sie beim Schnüffeln überrascht, beim unbefugten Betreten des Grundstücks. Sie weiß nichts. Sie kann nichts beweisen.« »Halt die Klappe, verdammt!«, herrschte Lottie ihn wütend an und richtete den Finger von mir auf Jessica. »Nicht vor ihr!« In diesem Moment war mir endgültig klar – nicht dass ich vorher Zweifel gehabt hätte –, wer das Gehirn dieser Verschwörung war. Verräterisch, gerissen, ohne jegliches natürliche Gefühl für Anstand, erfindungsreich wie irgendwas. Wenn irgendjemand die beiden Verschwörer vom Haken befreien konnte, dann Lottie Forester. Allerdings nicht, solange ich etwas damit zu tun hatte.

Mehr noch, Jessicas Auftauchen und ihre überraschenden Neuigkeiten hatten sämtliche Zutaten im Kessel neu gemischt. Ich beschloss, das Gebräu probehalber umzurühren. »Manchmal ist der erste Gedanke der beste«, beobachtete ich. Alle drehten sich zu mir um und starrten mich an. »Ich habe vom ersten Augenblick an vermutet, dass es um ein Testament gehen könnte«, fuhr ich fort. »Und so ist es auch, nicht wahr? Oder vielleicht sogar zwei Testamente? Weil Ihr Großvater ebenfalls ein Testament verfasst haben muss, Adam, und weil Sie und Ihre Schwester wahrscheinlich hoffen, die Haupterben zu sein.« Lottie schüttelte den Kopf. »Ich glaube Ihnen immer noch nicht«, sagte sie in halsstarrigem Ton zu Jessica. »Ich glaube Ihnen kein Wort, ganz gleich, was Sie uns hier erzählen. Wie können Sie – wie können Sie die Tochter dieser verrückten alten Stadtstreicherin sein?«"