Warum unsere Kinder Tyrannen werden (eBook) - Michael Winterhoff

Michael Winterhoff 

Warum unsere Kinder Tyrannen werden (eBook)

Oder: Die Abschaffung der Kindheit

In Zus.-Arb. mit Carsten Tergast
eBook
 
Kopierschutz: Adobe-DRM
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Warum unsere Kinder Tyrannen werden (eBook)

Kleinkinder außer Rand und Band, Zehnjährige, die Eltern und Lehrern keinen Respekt entgegenbringen: Unter dem Deckmantel eines »partnerschaftlichen« Umgangs werden Kinder überfordert, erhalten weder Struktur noch Orientierung und entwickeln sich deshalb zu kleinen Tyrannen. Nur wenn unsere Kinder wieder wie Kinder behandelt werden, können sie lebensfähig und glücklich werden. Ein Buch für alle, die wollen, dass unsere Gesellschaft ihre Kinder lieben kann ?



Produktinformation

  • Verlag: PeP eBooks
  • 2009
  • 1. Auflage
  • Seitenzahl: 224
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783641028206
  • ISBN-10: 3641028205
  • Best.Nr.: 27031814
Dr. Michael Winterhoff, geb. 1955, verheiratet, zwei Kinder, lebt und arbeitet in Bonn. In bislang drei Bestsellern analysiert er die schwer wiegenden Folgen veränderter Eltern-Kind-Beziehungen für die psychische Reifeentwicklung junger Menschen und bietet Wege aus den durch die Reifedefizite verursachten Beziehungsstörungen an. Seine ersten "Tyrannen"-Bücher erreichten 2008 und 2009 zwischenzeitig Platz 1 und 2 der Spiegel-Bestseller-Listen. Nach dem Studium der Humanmedizin ließ Michael Winterhoff sich 1988 in Bonn mit einer eigenen Praxis als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie nieder. Als Sozialpsychiater hat er sich darüber hinaus im Bereich der Jugendhilfe einen Namen gemacht. Er ist Initiator eines Kinderheimes.

Leseprobe zu "Warum unsere Kinder Tyrannen werden (eBook)"

Kapitel 6 Zweite Beziehungsstörung: Projektion – Eltern begeben sich unter das Kind (S. 77-78)

Das partnerschaftliche Verhältnis zum Kind ist heute der Regelfall. Einsetzend am Beginn der 90er-Jahre gibt es heute kaum noch eine Familie, in der das Zusammenleben nicht überwiegend nach partnerschaftlichen Regeln erfolgt. Es wird viel erklärt, das Kind wird wahrgenommen auf Augenhöhe des Erwachsenen und in die typischen Prozesse der Erwachsenenwelt eingebunden. Die Entwicklung der Gesellschaft, die bereits für den partnerschaftlichen Umgang mit Kindern als wichtiger Hintergrund fungiert, stellt den Erwachsenen jedoch vor zunehmend höhere Anforderungen und hat damit auch massive Auswirkungen auf das Verhältnis zu und den Umgang mit den Kindern.

Die Rahmenbedingungen der modernen Gesellschaft stellen den Erwachsenen zunehmend vor eine Situation, in der er in die Rolle des Bedürftigen hineingedrängt wird Was das bedeutet, will ich an einem Beispiel verdeutlichen. Noch in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts war es eine ziemlich einfache Sache, sich einen Telefonanschluss zuzulegen. Dieser musste bei der Post beantragt werden, und auch, wenn man sich gelegentlich über die typisch langsame Arbeitsweise einer solchen Behörde geärgert haben mag, konnte man doch sicher sein, nach kurzer Zeit einen Telefonapparat in der Wohnung stehen zu haben, der an einem funktionierenden ganz normalen Anschluss hing.

Der Apparat war zudem meist Bestandteil eines Mietvertrages mit der Post, eine Kaufentscheidung über ein neues Telefon mithin nicht nötig. Telefonieren heute bedeutet dagegen etwas völlig anderes. Vielfältige Entscheidungen sind zu treffen: Welches Telefon mit welchen Funktionen möchte ich haben? Was bedeuten überhaupt all die Abkürzungen und technischen Begriffe in der Beschreibung der einzelnen Produkte? Für welchen Anbieter entscheide ich mich, und wenn ich diese Entscheidung getroffen habe: Welcher Tarif des Anbieters ist für mich der optimale? All diese »Telefonentscheidungen« sind heute sogar doppelt zu treffen, denn, wenn der Festnetzanschluss auch funktioniert, will doch beim Handyvertrag neu über die gleichen Fragen nachgedacht werden.