'Unsere Macht ist nichts; denn wir sind geblieben die wir waren' - Das Domkapitel zu Bamberg (eBook)
Dass Politik nicht von Mentalität und Alltag der Akteure zu trennen
ist, ist die Grundlage dieser prosopographisch ausgerichteten
kulturhistorischen Arbeit über das Bamberger Domkapitel am Ausgang
der Vormoderne (1780-1804). Beim Domkapitel handelte es sich um ein
aristokratisches, mit zahlreichen Mitregierungsrechten
ausgestattetes weltklerikales Herrschaftsgremium. Die Arbeit dringt
über die Zusammenführung verschiedener kulturhistorischer
Erkenntnisse über die Mentalität der Domherren ins
politisch-kulturelle Zentrum der deutschen geistlichen Wahlstaaten
vor: In die Praxis einer sich im Spannungsfeld von Adel und Kirche
manifestierenden Politik. Die Entgegenstellung zu der
zeitgenössischen aufklärerischen Bewegung führt zu einer
geschärften Akzentuierung eben jener Herrschafts- und
Lebensformen.
Über die Einbindung kulturwissenschaftlicher Paradigmen in seine
historische Untersuchung gelingt es dem Autor, aus den vorhandenen
Quellen ein bisher einmaliges lebendiges, hintergründiges und
differenziertes Bild einer spezifischen vormodernen
Herrschaftspraxis nachzuzeichnen.