Leseprobe zu "Todesjagd (eBook)" von Brett Battles
"7 (S. 64-65)
Den spärlichen Informationen zufolge, die er hatte, war D. C. der letzte Ort gewesen, an dem Jenny gesehen worden war. Daher musste seine Rückkehr nach L. A. warten. D. C. ging vor. Der schnellste Weg wäre, zum Bush Intercontinental zu fahren und den nächsten Flug zu nehmen. Hobby Airport wäre auch eine Möglichkeit.
Doch beide Flughäfen brachten potenzielle Risiken mit sich. Die Männer, die ihn mit dem Volvo verfolgt hatten, wussten nicht, dass er beim Haus gewesen war, als es explodierte. Vielleicht versuchten sie noch immer, ihn zu finden. Es war daher durchaus möglich, dass auf den Flughäfen Beobachter nach ihm Ausschau hielten.
Da er es nicht hundertprozentig wissen konnte, wollte er lieber auf Nummer sicher gehen. Quinn nahm die Interstate 10, die ostwärts nach Louisiana führte. Der Verkehr nach Mitternacht bestand hauptsächlich aus großen Lastzügen, die Gott weiß was ins Herz des Südens beförderten. Dazwischen verstreut vereinzelte Autos, in denen fast immer nur eine Person saß.
Die Nacht war dunkel, mondlos. Am Straßenrand wuchsen verschiedene Pflanzen, aber Quinn sah nur Silhouetten und konnte nichts Genaues erkennen. Kurz vor Beaumont verließ er die Autobahn und hielt an einer rund um die Uhr geöffneten Tankstelle. Er betankte den Lexus und kaufte sich einen großen Becher Kaffee. »Haben Sie ein Münztelefon?«, f ragte er den Angestellten. Der Mann sah ihn zuerst ein wenig komisch an.
»Oh … äh … Draußen ist eins, glaube ich. Hinten, bei den Toiletten. Falls es überhaupt noch da ist.« »Danke«, sagte Quinn. Er ging zu seinem Wagen zurück und fuhr um die Ecke, wo das besagte Telefon sein sollte. Es erwies sich, dass der Angestellte ein gutes Gedächtnis hatte. Das Telefon war da, sah aber so aus, als sei es eine ganze Weile nicht mehr benutzt worden.
Quinn zog wieder seine Lederhandschuhe an, nahm dann eine der Servietten, die er mitgenommen hatte, und stieg aus dem Wagen. Er wischte das Telefon schnell ab und entfernte die dicke Staubschicht, bevor er es ans Ohr hielt. Dann steckte er die Telefonkarte hinein, die er für solche Notfälle in der Brieftasche hatte, und rief Nate an. »Hallo?«, meldete Nate sich hastig, brüsk. »Ich bin’s«, sagte Quinn. »Wie geht es dir?«"