Mein Leben bei al-Qaida (eBook) - Omar Nasiri

Omar Nasiri 

Mein Leben bei al-Qaida (eBook)

Die Geschichte eines Spions

Übersetzer: Bayer, Michael; Roller, Werner
eBook
 
Kopierschutz: Adobe-DRM
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Mein Leben bei al-Qaida (eBook)

Im Inneren von al-Qaida Omar Nasiri führte ein gefährliches Doppelleben: Im Auftrag eines westlichen Geheimdienstes durchlief er die Ausbildung in den Lagern von al-Qaida. Erstmals liefert er tiefe Einblicke in die Welt des Terrornetzwerks in Pakistan, Afghanistan und Europa. Im Auftrag des französischen Geheimdienstes schlägt der gebürtige Marokkaner Omar Nasiri den Weg ein, den später auch Mohammed Atta und andere Attentäter des 11. September nehmen: Er macht eine Ausbildung in den afghanischen Trainingslagern eines Terrornetzwerks, das unter dem Namen al-Qaida bekannt wird. Seine Lehrer sind Weggefährten Osama Bin Ladens. Nach einem Jahr kehrt er zurück nach Europa, wo er in der hochaktiven Londoner Islamistenszene sein gefährliches Doppelleben fortführt. Erstmals erzählt Nasiri sein Leben, von den Anfängen bei einer islamistischen Zelle in Belgien, über seine Spionagetätigkeit in Afghanistan und London bis zu seinem Ausstieg - aus Enttäuschung über den deutschen Geheimdienst, für den er zuletzt gearbeitet hat. Sein Bericht gibt nicht nur einen einzigartigen Einblick in die Welt al-Qaidas, er wirft auch ein spannendes Schlaglicht auf den Kampf der Geheimdienste gegen den Terror. * Einmaliger Augenzeugenbericht aus den Ausbildungslagern und Zentren des militanten Dschihad * Ein Schlaglicht auf den Aufstieg von al-Qaida - und was Geheimdienste davon wussten "Ein packendes Buch, durch das man mehr über die Motivation junger Extremisten erfährt." Deutschlandfunk "Sehr spannend. ... "Mein Leben bei al-Qaida" bringt uns einen erwachsen werdenden, eigentlich ganz modernen Muslim näher, der aus kleinkriminellem Milieu in das Geschäft mit den großen Waffen, vom Bandenkrieg in Tanger in die großen Religionskriege der Gegenwart gerät." Kölnische Rundschau "Eine Mischung aus John le Carré und Karl May .... Sät der der französische Auslandsgeheimdienst (DGSE) Zweifel an der Geschichte aus Rache an einem Spion, der seine Geheimnisse ausplaudert?" ZDF, aspekte


Produktinformation

  • Verlag: PeP eBooks
  • 2009
  • 1. Auflage
  • Seitenzahl: 544
  • Deutsche Verlags-Anstalt
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783641017798
  • ISBN-10: 3641017793
  • Best.Nr.: 25857481
"Ein bahnbrechendes Dokument. Ich kenne keinen anderen Bericht, der die Ausbildung der Gotteskrieger so anschaulich und detailliert beschreibt".
"Mein richtiger Name ist nicht Omar Nasiri. Jedenfalls ist das nicht der Name, den mir meine Eltern gegeben haben. Es ist der Name, den ich benutze, um dieses Buch zu schreiben, doch es ist nur einer in einer langen Liste von Namen, die ich im Lauf meines Lebens benutzt habe. Oder vielleicht sollte ich sagen: im Lauf meiner Leben - als Sohn, als Bruder, als Schüler, als Waffenschmuggler, als Mudschahid, als Geheimagent, als Zivilist, als Ehemann und jetzt als Autor." Omar Nasiri wurde in Marokko geboren und wuchs in Europa auf. Er lebt gegenwärtig mit seiner Frau in Deutschland.

Leseprobe zu "Mein Leben bei al-Qaida (eBook)" von Omar Nasiri

DEUTSCHLAND (S. 474-475)

DAKAR

Ich traf Philippe auf dem Flughafen in Dakar. Alexandre hatte mir vor der Abreise aus London gesagt, Philippe sei der Chef. Er selbst wie auch Gilles seien ihm unterstellt. Aber auch wenn er mir das nicht gesagt hätte, wäre mir sofort klargeworden, dass ich es hier mit jemand Wichtigem zu tun hatte. Der Mann war im mittleren Alter, und sein Gesicht war in keiner Weise auffällig, aber ich sah Narben an seinen Händen und Armen. Echte Narben von richtigen Kämpfen. Ich war beeindruckt. Auf dem Weg zum Hotel fiel mir noch etwas anderes auf – seine Stimme. Ich hatte sie schon einmal gehört, brauchte aber mehrere Minuten, um mich zu erinnern, wo das gewesen war.

Und dann dämmerte es mir: Philippe war der Mann, mit dem ich in der Nacht nach den Razzien von Brüssel gesprochen hatte, im Kommissariat an der französischen Grenze. Er hatte sich damals sehr höflich mit mir unterhalten und mich mit dem Vornamen angesprochen. Ich erinnerte mich daran, weil es das einzige Mal gewesen war, dass mich irgendein Geheimdienstmitarbeiter mit Namen angeredet hatte. Bei der Begegnung in Dakar lächelte Philippe nur, als ich ihn fragte, ob er der Mann gewesen sei, der mich in jener Nacht angerufen hatte.

Einige Monate später würde er diese Frage bejahen. Kurz nach meiner Ankunft in Dakar ordnete Bill Clinton als Vergeltung für die Anschläge auf die Botschaften in Ostafrika Luftangriffe auf den Sudan und Afghanistan an. Die Amerikaner nahmen Terroristen-Stützpunkte in der Nähe von Khost, nur ein paar Kilometer von Khaldan entfernt, und Jalalabad, nahe bei Derunta, ins Visier. Ich konnte nicht glauben, dass mich die DGSE nach diesen Ereignissen nach Afghanistan zurückschicken wollte, aber Philippe versicherte mir, mein Auftrag sei noch nicht erfüllt. Er meldete mich in einem Fitnesscenter an, wo ich einen persönlichen Betreuer zugewiesen erhielt und mich wieder in Form bringen sollte.

Und er sagte mir, ich solle diese Zeit genießen, während die DGSE ihre Pläne ausarbeitete. Er sagte, er sei ständig auf Reisen, werde aber mehrmals im Monat einen Zwischenstopp in Dakar einlegen, um sich mit mir zu treffen. Ich war in einem Luxushotel in Dakar untergebracht und erhielt Woche für Woche jeweils einen unerhörten Geldbetrag. Es waren Tausende von Dollar, mehr als ich jemals zuvor bekommen hatte. Zunächst verstand ich das nicht. Und es war mir auch ziemlich egal. Ich konzentrierte mich auf den bevorstehenden neuen Einsatz an vorderster Front. Aus vielerlei Gründen freute ich mich auf Afghanistan.

Nach fast zwei Jahren der Langeweile in England wirkte die intensive Tätigkeit, die mich in den Lagern erwartete, verlockend. Und ich freute mich darauf, Ibn Sheikh und die anderen nach so langer Zeit wiederzusehen. Meine Arbeit als Spion schien jetzt auch vordringlicher zu sein. Die Welt schenkte Afghanistan inzwischen Beachtung. Bin Laden hatte einige Monate zuvor seine Fatwa gegen die Vereinigten Staaten veröffentlicht, und jetzt, nach den Anschlägen auf die Botschaften, war die ganze Welt alarmiert. Jetzt endlich interessierte sich die Weltöffentlichkeit für das, was in den Ausbildungslagern vor sich ging.

Inhaltsangabe

1;Inhalt;6 2;PROLOG;8 3;BRÜSSEL;12 4;KINO;121 5;AFGHANISTAN;160 6;LONDONISTAN;386 7;DEUTSCHLAND;474 8;DANK;496 9;GLOSSAR;498 10;NACHWORT;512 11;REGISTER;540
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