Leseprobe zu "Medizinisches Spanisch pocket (eBook)"
1. Kulturelle und sprachliche Tipps (S. 13-14)
1.1 Nationalitäten und Sprachen in Spanien
Zu Spaníen gehört nicht nur das Festland, sondern auch die Inselgruppe der Balearen und Kanaren sowie die nordafrikanischen Städte Ceuta und Melilla. Dabei ist der Staat in 17 Autonome Gemeinschaften, sog. Comunidades Autonómas, aufgeteilt. Aufgrund ihrer eigenständigen Geschichte und Sprache bilden das Baskenland, Katalonien und Galicien autonomías históricas. Die Gesamteinwohnerzahl Spaniens beträgt ca. 40 Millionen.
Andalusien - Andalucía
Aragonien - Aragón
Asturien - Asturias
Balearen - Baleares
Baskenland - Euskadi
Estremadura - Extemadura
Galicien - Galicia
Kanaren - Canarias
Kantabrien - Cantabria
Katalonien - Cataluña
La Rioja - La Rioja
Madrid - Madrid
Murcia - Murcia
Navarra - Navarra
Nordkastilien - Castilla-León
Südkastilien - Castilla-La Mancha
Valencia - Valencia
Spanisch (castellano oder español) gilt als offizielle Landessprache. Allerdings werden auch Regionalsprachen (keine Dialekte!) wie Baskisch, Galicisch und Katalanisch gesprochen und sie sind in den jeweiligen Comunidades Autonómas sogar Amtssprache.
Baskisch vasco (Euskadi, Navarra)
Galicisch gallego (Galicia)
Katalanisch el catalán (Cataluña, Valencia, Baleares)
Spanisch castellano
1.2 Nationalitäten und Sprachen in Nord- und Südamerika
Der spanische Sprachraum in Amerika erstreckt sich von Nordamerika (Mexiko) bis Kap Horn in Chile. In den Vereinigten Staaten leben ca. 21 Millionen Spanisch sprechende Menschen.
Nicht in jedem Land dieses großen Gebiets wird jedoch auch Spanisch gesprochen:
Brasiliens Landessprache ist Portugiesisch, auf Haiti ist Französisch Verkehrssprache. In Guyana werden Französich und Niederländisch gesprochen. In Peru wird Spanisch zwar von der Mehrheit der Bevölkerung gesprochen und verstanden, meistgesprochene Sprache ist jedoch Quechua. In Chile spricht eine kleine Minderheit Mapudungo. Außerdem gibt es in Chile, Argentinien, Brasilien und Uruguay auch eine starke deutsche Minderheit.
Puerto Rico war ehemals eine spanische Kolonie. Inzwischen ist es jedoch ein mit den Vereinigten Staaten assoziierter Freistaat, in dem vor allem Englisch gesprochen wird.
Die Bevölkerungsmehrheit auf den Philippinen spricht ebenfalls Englisch (oder eine Mischung aus Englisch, Spanisch und philippinischer Sprache). Spanisch wird hingegen von der Oberschicht gesprochen, die von spanischen Kolonialisten abstammt.
Beim lateinamerikanischen Spanisch handelt es sich um dasselbe Spanisch wie es in Spanien gesprochen wird. Es ist also keinesfalls ein Dialekt! Es gibt also lediglich unterschiedliche, mehr oder weniger stark ausgeprägte Akzente.
Einzelne Wörter können vom in Spanien gesprochenen Spanisch abweichen. In Argentinien ist es üblich, im weniger förmlichen Umgang miteinander vos (verkürzte Form von vosotros) anstelle von tú oder Ud./Uds. zu verwenden.
In Lateinamerika ist die Sprachmelodie des Spanisch etwas weicher und klangvoller als in Spanien.
1.3 Namen und Anrede
Alle Spanier und Lateinamerikaner besitzen einen doppelten Nachnamen, der aus dem Familiennamen des Vaters und dem der Mutter zusammengesetzt ist. Ihren Namen behält die Frau auch nach der Hochzeit, die Eheleute heißen also unterschiedlich. In Spanien wird in der Regel die ledige Frau nach wie vor mit Señorita angesprochen, die verheiratete hingegen mit Señora. In Lateinamerika sollte im Zweifelsfall stets die Anrede Señora verwendet werden.
Tipp: Weder in Spanien noch in Lateinamerika wird so streng auf das distanzierte "Sie" geachtet wie in Deutschland. Der Übergang zum Duzen findet im Alltag recht schnell statt. Um aber keinen Fauxpas zu begehen, sollte man mit dem "Du" solange warten bis es einem angeboten wird.
1.4 Titel
Titel sind in Spanien genauso üblich wie bei uns in Deutschland, werden aber kaum in der Anrede verwendet. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie trotz eines Doktortitels nur mit "señor/a" angesprochen werden.
In Lateinamerika wird lediglich der Arzt mit "señor doctor" angesprochen.