Volker Reinhardt legt mit diesem Buch die erste Biographie über
Machiavelli seit Jahrzehnten vor. Er beschreibt dessen Kindheit und
Jugend im Florenz der Renaissance, den Aufstieg zum Politiker und
Diplomaten sowie sein Leben als Literat und von den Mächtigen
verfolgter Provokateur. Das Ergebnis ist ein neues Bild von
Machiavelli als einem Theoretiker der Macht, der in seinem eigenen
Leben und Werk auf Macht und Täuschung verzichtete.
Machiavellis Lehre, wie man Macht erlangt, ist bis heute eine kalte
Dusche: Moral, Recht und Religion soll der Fürst als Fassade
einsetzen, um seine Gegner in falscher Sicherheit zu wiegen.
Keinesfalls darf er selbst daran glauben. Viele haben sich voller
Abscheu von Machiavelli abgewandt, aber es gibt auch eine Reihe von
Bewunderern, die von Friedrich Nietzsche über Hannah Arendt bis zu
heutigen Nutzanwendungen für den Alltag reicht. Wie lebt jemand,
der die Techniken der Macht durchschaut, aber selbst keine Macht
hat? Volker Reinhardt zeigt, dass sich hinter dem illusionslosen
Zyniker Machiavelli ein Idealist verbirgt, der an die perfekte
Republik und das gute Leben glaubt. Gerade dieser Machiavelli hat
uns bis heute etwas zu sagen.