Lektüreschlüssel: Frisch, Andorra (eBook) - Olaf Kutzmutz

Olaf Kutzmutz 

Lektüreschlüssel: Frisch, Andorra (eBook)

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Lektüreschlüssel: Frisch, Andorra (eBook)

Pressestimmen Endlich, endlich, endlich! Kein verzweifeltes Hin- und Herpauken mehr vor der Deutsch-Klausur, keine Ohnmachtsanfälle mehr, weil man die eigene Schrift im Schulheft nicht mehr entzfiffern kann, den Lehrer nicht verstanden hat oder - Spaß muss sein - die Hälfte des Unterrichts in der Schul-Cafeteria abgehangen hat. Reclam macht´s möglich, deutlich entspannter zu lernen: "Lektüreschlüssel für Schüler" heißt die neue Reihe des Verlages, in der Klassiker der deutschen Literatur genau so aufgearbeitet werden, wie man´s braucht für eine Prüfung. (...) Der Lektüreschlüssel ist fast zu gut, um ihn den Schülern zu überlassen. Da dürften auch Lehrer zugreifen. Clever! Generalanzeiger

Autorinformation

KLAUS MÜLLER-SALGET Geboren 1940. Studium der Germanistik, Latinistik und Philosophie in Bonn. Dr. phil. Professor für Neuere deutsche Sprache und Literatur an der Universität Innsbruck. Publikationen: Alfred Döblin. Werk und Entwicklung. 1972. 2. Aufl. 1988. - Erzählungen für das Volk. Evangelische Pfarrer als Volksschriftsteller im Deutschland des 19. Jahrhunderts. 1984. - Erläuterungen und Dokumente: Max Frisch. Homo faber. 1987. - (Hrsg.) Heinrich von Kleist: Sämtliche Werke und Briefe. Bd. 3: Erzählungen, Anekdoten, Gedichte, Schriften. 1990. - Max Frisch. 1996. - Aufsätze zur deutschsprachigen Literatur von Goethe bis zur Gegenwart, insbesondere über Kleist, Naturalismus, deutsch-jüdische Literatur und Kultur, Döblin, Exilliteratur 1933-1945, Max Frisch.



Produktinformation

  • Verlag: Reclam
  • 2000
  • 1. Auflage
  • Seitenzahl: 78
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783159504414
  • ISBN-10: 3159504417
  • Best.Nr.: 36050795

Leseprobe zu "Lektüreschlüssel: Frisch, Andorra (eBook)"

S. 3
Du sollst dir kein Bildnis machen, heißt es von Gott. Es dürfte auch in diesem Sinne gelten: Gott als das Lebendige in jedem Menschen, das, was nicht erfaßbar ist. Es ist eine Versündigung, die wir, so wie sie an uns begangen wird, fast ohne Unterlaß wieder begehen – Ausgenommen wenn wir lieben.

Zum einen handelt es sich also von Anfang an um eine Beispielgeschichte, um ein Exempel dafür, wie das Urteil, das ›Bildnis‹ der anderen einen Menschen verformen und sein Leben verderben können. Zum anderen aber steht ›Andorra‹ im Tagebuch 1946–1949 noch ziemlich unverhohlen als Chiffre für die Schweiz, und zwar in satirischer Absicht: Der Kleinstaat in den Alpen wird mit dem Zwergstaat in den Pyrenäen gleichgesetzt, um Provinzialität, Spießigkeit, auch Ängstlichkeit auf den Begriff zu bringen. Ferner stellt der Kontext im Tagebuch (Berichte und Reflexionen über das zerbombte Deutschland und über den richtigen Umgang mit den Überlebenden) auch die Geschichte vom andorranischen Juden in einen konkreten zeitgeschichtlichen Rahmen. Direkt ausgesprochen finden wir Frischs Faschismus- Verdacht gegenüber seinen Landsleuten an späterer Stelle des Tagebuchs: »ich bin restlos überzeugt, daß auch wir, wäre uns der Faschismus nicht verunmöglicht worden durch den glücklichen Umstand, daß er von vornherein unsere Souveränität bedrohte, genau so versagt hätten, wenn nicht schlimmer zumindest in der deutschen Schweiz.«

Bereits die erste Ausformung des Stoffs trägt also ein Doppelgesicht, steht zwischen einer Retrospektive auf das ›Dritte Reich‹ und dessen Entsprechung in der Schweiz einerseits und der modellhaften Verallgemeinerung im Sinne der ›Bildnis‹-Thematik auf der anderen Seite. Von daher wird begreiflich, dass kurzsichtige Interpreten sich immer wieder auf den Vergangenheitsbezug beschränkt haben, der zweifellos den Anstoß zu Erzählung und Stück gegeben hat, in der Endfassung aber nur noch den Erfahrungshintergrund bildet.

Inhaltsangabe

1;1. Erstinformation zum Werk;6 2;2. Inhalt;9 3;3. Figuren;18 4;4. Werkaufbau;26 5;5. Wort- und Sacherläuterungen;32 6;6. Interpretation;37 7;7. Autor und Zeit;50 8;8. Rezeption;66 9;9. Checkliste;69 10;10. Lektüretipps;73 11;Anmerkungen;77