Opfer von schweren Gewaltverbrechen verschwinden meist in
Statistiken. Und jene, die überleben, bleiben meist stumm. Die
Autorin des Buches "Leben! Wie ich ermordet wurde",
wählte einen anderen Weg. Sie, die im Jahr 2007 vergewaltigt,
stundenlang gefoltert und dann niedergeschossen wurde, will mit
ihrer Geschichte dem Unfassbaren ein Gesicht und einen Namen geben.
Dies in der Hoffnung, dass sich dadurch, "ein ähnliches Drama
verhindern lässt". Schonungslos erzählt die heute 41-Jährige
die Geschichte ihrer Vernichtung durch ihren ehemaligen Partner.
Die schreckliche Nacht, das schwerverletzte Überleben, der
schwierige Weg zurück ins Leben. Unterstützt durch die
Ghostwriterin Franziska K. Müller, fand eine akribische
Aufarbeitung des Dramas statt.
Der Unglücksnacht gingen eine Reihe von Zwischenfällen voraus,
welche sie stutzig machten. Sie wollte sich informieren, fragte
beim Arzt ihres Partners nach. Dieser verwies sie an die Polizei.
Aber auch diese redete - aus datenschutztechnischen Gründen -
nicht. Erst als sie das Krankenhaus schwer traumatisiert verlassen
kann, wird ihr eine Information gegeben, die sie, wenn sie sie
früher bekommen hätte, vor dem Schrecklichen hätte bewahren können:
Ihr Partner ist ein verurteilter Mörder, der nach seiner
vorzeitigen Haftentlassung zigmal auffällig geworden ist und gegen
verordnete Auflagen verstoßen hat. Im Nachhinein ist klar, dass ein
dicht gewobenes Netz aus Mitwissern mitverantwortlich ist an diesem
angekündigten Drama, das, so die Autorin: "wenn nicht mir -
dann mit Sicherheit einer anderen Frau das Leben gekostet
hätte".
Das Buch "Leben! Wie ich ermordet wurde" wirft in den
Bereichen Opferschutz, Strafrecht, Verwahrung und psychiatrische
Risikoanalyse brennende Fragen auf. Um diese zu beantworten, wird
die Ghostwriterin Franziska K. Müller zur interessierten und
kritischen Journalistin. Sie lässt das Buch mit drei ausführlichen
Gesprächen enden. Im ersten nimmt der renommierte forensische
Psychiater Frank Urbaniok Stellung zum Fall, im zweiten spricht der
legendäre Münchner Mordermittler Josef Wilfling, (Autor des
Bestsellers "Abgründe - Wie aus Menschen Mörder werden",
Heyne Verlag) über Erfahrungen aus der Praxis, und im dritten
Gespräch erklären der Strafrechtsprofessor Marcel Alexander Niggli
und die Luzerner Oberrichterin Marianne Heer-Henseler die
Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Verwahrungsinitiative.
Nicole Dill, geb. 1969, wuchs in einer Familie mit zwei Brüdern
auf, wovon einer ihr Zwillingsbruder ist. Nach ihrer Berufslehre in
der Verkaufsbranche lebte sie über zwei Jahre im Südosten Chinas.
Im Jahr 2007 wurde sie von ihrem damaligen Partner entführt,
vergewaltigt, stundenlang gefoltert und dann niedergeschossen. Sie
überlebte die Nacht, in der das Unfassbare geschah, nur knapp. Bald
schon war für sie klar, dass sie nicht in einer Statistik
verschwinden, sondern dem Schrecklichen ein Gesicht und einen Namen
geben will. Dies auch in der Hoffnung, dass sich die Begebenheiten,
die das Drama provozierten, nicht wiederholen. Dass sie das
Unmögliche geschafft und einen Weg zurück ins Leben gefunden hat,
ist unter anderem auch folgender Einsicht zu verdanken: "Ich
wollte mit aller Kraft verhindern, dass mein Mörder die Macht über
mich behält."
Nicole Dill, geb. 1969, wuchs in einer Familie mit zwei Brüdern auf, wovon einer ihr Zwillingsbruder ist. Nach ihrer Berufslehre in der Verkaufsbranche lebte sie über zwei Jahre im Südosten Chinas. Im Jahr 2007 wurde sie von ihrem damaligen Partner entführt, vergewaltigt, stundenlang gefoltert und dann niedergeschossen. Sie überlebte die Nacht, in der das Unfassbare geschah, nur knapp. Bald schon war für sie klar, dass sie nicht in einer Statistik verschwinden, sondern dem Schrecklichen ein Gesicht und einen Namen geben will. Dies auch in der Hoffnung, dass sich die Begebenheiten, die das Drama provozierten, nicht wiederholen. Dass sie das Unmögliche geschafft und einen Weg zurück ins Leben gefunden hat, ist unter anderem auch folgender Einsicht zu verdanken: "Ich wollte mit aller Kraft verhindern, dass mein Mörder die Macht über mich behält."