Humboldts Innovationen (eBook) - Daniel Klink

Daniel Klink 

Humboldts Innovationen (eBook)

Soziales, wissenschaftliches und wirtschaftliches Unternehmertum an der Humboldt-Universität zu Berlin

Herausgeber: Klink, Daniel; Schug, Alexander; Mahn, Martin
eBook
 
Kopierschutz: Adobe-DRM
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Humboldts Innovationen (eBook)

Ein Buch für Utopisten und Unternehmergeister
Wer hat nicht schon einmal daran gedacht, die Welt zu verändern, ihr einen eigenen Stempel aufzudrücken? Dass die heutige Hauptstadt eine wahre Fundgrube an Ideen ist, beweist vor allem ihre erste Universität. Die Humboldt-Universität hat in den 200 Jahren ihres Bestehens zahllose Innovationen für Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft hervorgebracht. Ehemalige Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Professorinnen und Professoren und mancher Präsident der Universität war infiziert: mit dem Glauben, mit ihrem an der HU erworbenen Wissen, Gesellschaft zu verändern - trotz aller Widerstände. Humboldtianer entwickelten im Verlauf der letzten 200 Jahre Ideen, die Geschichte machten - von spottenden Wühlmäusen bis zu spazierenden Erdplatten. Das Buch präsentiert Kultur- und Sozialunternehmer, Wissenschaftsunternehmerinnen und eine Auswahl von Querdenkern, die an der HU studiert oder dort gewirkt haben: Von Emil Adolf von Behring, über Ernst F. Schering bis hin zu Alice Salomon, Frank Castorf, Heinz Berggruen und jungen spin-offs der HU. Eine Einladung zum Unternehmertum und Innovationsgeist.


Produktinformation

  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783940621689
  • ISBN-10: 3940621684
  • Best.Nr.: 32750744

Leseprobe zu "Humboldts Innovationen (eBook)" von Daniel Klink

Tanz zwischen den Stühlen Jürgen Kuttner (geb. 1958) (S. 171-172)

von Sebastian Kempkens

Harald Schmidt verschlägt es die Sprache. Mit großen Augen schaut er seinen Gast an, rückt seine Brille mit den runden Gläsern zurecht – und schweigt. Die Pausen zwischen den Sätzen seines Gegenübers sind zu kurz für ihn, die Worte kommen zu schnell. Irgendwann kapituliert der Talkmaster, lässt sich lächelnd berieseln von den Anekdoten und Witzeleien. Es ist 2002, Harald Schmidt sendet noch vom Privatsender Sat 1. Die Quelle der Quasselei in seiner Sendung heißt an diesem Abend Jürgen Kuttner, Radiomoderator aus Berlin. Kuttner berlinert, redet schnell, denn er hat etwas zu erzählen und eigentlich beginnt jede Geschichte in seinem Leben mit seinem schnellen Mundwerk. Deutschland nach der Wende, ein Land im Umbruch.

Der Deutsche Fernsehfunk, die Rundfunkanstalt der DDR, stellt am 1. Januar 1992 den Betrieb ein, neue Anstalten übernehmen das frei gewordene Sendegebiet. Der Mitteldeutsche Rundfunk entsteht, Mecklenburg-Vorpommern schließt sich dem Norddeutschen Rundfunk an. In Brandenburg wird derweil der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg (ORB) gegründet, gemeinsam mit dem Jugendsender Rockradio B, der später zum heutigen Radio Fritz wird und bei seiner Gründung für viel Diskussion sorgt. Verbunden mit dem Aufbau von Rockradio B ist die langsame Auflösung des DDR-Jugendradios DT64.

Laut dem nach der Wende beschlossenen Rundfunküberleitungsgesetz müssen DDR-Programme entweder in öffentlich-rechtliche Einrichtungen überführt oder abgewickelt werden. Da sich der ORB nicht dazu entschließt, DT64 zu übernehmen und stattdessen Rockradio B gründet, löst sich der Kultsender auf. Zwar werden viele Redakteure und Musikjournalisten übernommen und einige DT64-Sendungen weitergeführt. Dennoch zeigt sich die Bedeutung des Senders für die Jugendkultur der DDR: Ende 1991 gehen in Dresden etwa 10.000 Menschen für den Erhalt von DT64 auf die Straße und bewirken doch nichts – in Brandenburg wird DT64 abgelöst von Rockradio B. Einer der wenigen Wortjournalisten des neuen Senders heißt Jürgen Kuttner und ist ein Berliner Urgestein.

Seine Mutter ist erst 16, als er auf die Welt kommt und so wächst er die ersten sechs Jahre bei seiner Großmutter im Bezirk Mitte auf. Dann zieht er um nach Friedrichsfelde in ein einfaches Elternhaus und macht sein Abitur auf einer mathematisch erweiterten Oberschule in Friedrichshain. Nachdem er zunächst Physiker werden wollte, entschließt er sich zu einem Studium der Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität und kehrt damit nach Berlin-Mitte zurück. 1987 promoviert der damals schon zweifache Vater über „Begriff und Problem der Masse in der ideologischen Auseinandersetzung auf kulturellem Gebiet“.

Inhaltsangabe

1;Inhalt;6 2;Vorwort;8 2.1;Prof. Dr. Michael Linscheid, Vizepräsident für Forschung der Humboldt- Universität zu Berlin;8 3;Einleitung;11 3.1;Innovative Unternehmer-persönlichkeiten an der Humboldt- Universität und ein Alumnitreffen, das so nie stattfinden konnte;11 3.2;Wer steckt hinter der Innovation;12 3.3;Es geht nicht nur ums Geld: Soziale, kulturelle, wissenschaftliche Unternehmungen;14 3.4;Wagniskapital – was die Universität mitgibt;15 3.5;200 Jahre quergedacht – oder: Was dieses Buch eigentlich soll …;17 4;Ein akademisches Unternehmen: das Corpus Inscriptionum Latinarum;22 4.1;Theodor Mommsen ( 1817– 1903);22 5;„ Lassen Sie das, mit dem Gespüle ist ja doch nichts anzufangen!“;36 5.1;August Wilhelm von Hofmann ( 1818– 1892);36 6;„ Ein Leben voller Arbeit und Mühe ist keine Last, sondern eine Wohltat.“;46 6.1;Rudolf Virchow ( 1821– 1902);46 7;Jenseits von Afrika;58 7.1;Heinrich Barth ( 1821– 1865);58 8;Ein Leben für das Licht;70 8.1;Albrecht von Graefe ( 1828– 1870);70 9;Neue Zeit zum Anfassen;84 9.1;Wilhelm Julius Förster ( 1832– 1921);84 10;Dem Dünger auf der Spur;96 10.1;Adolph Frank ( 1834– 1916);96 11;Die Revolution im Papier;108 11.1;Alexander Mitscherlich ( 1836– 1918);108 12;Morphinistische Katzen an der Minibar Moralia;118 12.1;Louis Lewin ( 1850– 1929);118 13;„ Bisher nahm ich den Kampf umso eifriger auf“;128 13.1;Emil von Behring ( 1854– 1917);128 14;Der Ein- Frau- Betrieb;140 14.1;Alice Salomon ( 1872– 1948);140 15;„Und im Traum, in einigen Fällen, hört er den Polarfuchs bellen.”;150 15.1;Alfred Wegener ( 1880- 1930);150 16;Die Vorturnerin;162 16.1;Karin Janz ( geb. 1951);162 17;Tanz zwischen den Stühlen;172 17.1;Jürgen Kuttner ( geb. 1958);172 18;„Wir wollen Bedingungen schaffen, damit andere nachfolgen können“;184 18.1;Andreas Heinz ( geb. 1960);184 19;Ideen und Idealismus;196 19.1;Conny Smolny ( geb. 1964);196 20;„ Inspiration erfährt nur der vorbereitete Geist“;206 20.1;Stephan Bayer ( geb. 1983);206 21;Unternimm was! Eine Aufforderung zur Selbständigkeit. Nachwort von Martin Mahn, Geschäftsführer der Humboldt- Innovation GmbH;215 22;Autoren- und Herausgeberinfo;220 23;Anmerkungen;222 24;Abbildungsverzeichnis;229
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