Leseprobe zu "HTML und XHTML. Das umfassende Handbuch (eBook)"
KAPITEL 8 Cascading Style Sheets ( S. 252)
Stylesheets (Formatvorlagen) werden zur einheitlichen Gestaltung von professionellen Publikationen verwendet. Mit ihnen werden Hintergründe, Schriften, Farben und andere Eigenschaften global festgelegt – für einzelne Seiten bis hin zu umfangreichen Dokumentsammlungen. Die meisten DTP-Programme und auch die verbreitetsten Textverarbeitungen unterstützen Formatvorlagen, daher war die Notwendigkeit von Formatvorlagen für HTML offensichtlich. HTML legt im Wesentlichen den Schwerpunkt auf den Inhalt und nicht auf die Form. Autoren sollen sich darauf konzentrieren, Informationen von hoher Qualität bereitzustellen, und die Darstellung dem Browser überlassen.
Auch wir möchten Sie nachdrücklich anhalten, sich diese Philosophie für Ihre Dokumente zu Herzen zu nehmen. Verwechseln Sie nicht Form mit Inhalt. Denken Sie andererseits daran, dass die Darstellung dem Leser nutzen soll. Selbst die ursprünglichen Entwickler von HTML haben das Zusammenspiel von Format und Lesbarkeit berücksichtigt – zum Beispiel mit den darstellungsorientierten Tags. Stylesheets erweitern diese Darstellungsmöglichkeiten um mehrere zusätzliche Effekte, einschließlich Farben, einer größeren Auswahl an Schriftarten und sogar Sounds, so dass die Leser die einzelnen Elemente Ihrer Dokumente noch besser unterscheiden können. Am wichtigsten ist jedoch, dass Stylesheets dem Autor eine bessere Kontrolle über die Darstellungsattribute aller Tags eines Dokuments ermöglichen – für einzelne Dokumente oder eine Sammlung von Dokumenten –, und das von einem einzigen zentralen Stylesheet aus.
Im Frühjahr 1996 hat das World Wide Web Consortium (W3C) den ersten Entwurf zur Definition von Cascading Style Sheets (CSS) für HTML unterbreitet. Dieser Entwurf reifte schnell zu einem empfohlenen Standard heran. Mitte 1998 erweiterte das W3C die Originalspezifikation und gab CSS2 heraus, das außer dem bekannten Bildschirmbrowser auch andere Medien unterstützt und noch einige weitere Änderungen enthält. (Das W3C arbeitet weiter an einer leicht aktualisierten Version 2.1 sowie am Entwurf von CSS3.)
Bis jetzt ist noch kein Browser oder Web-Agent vollständig CSS2-kompatibel. Da aber wahrscheinlich eines Tages der gesamte W3C-Standard umgesetzt wird, behandeln wir in diesem Kapitel auch alle Bestandteile des CSS2-Standards. Wie immer werden wir klar zwischen dem unterscheiden, was verabschiedet ist, was vorgeschlagen ist und was tatsächlich unterstützt wird.
8.1 Die Elemente von Styles
Auf der untersten Ebene ist ein Stil nicht viel mehr als eine Regel, die dem Browser sagt, wie er ein bestimmtes HTML/XHTML-Tag wiedergeben2 soll. Jedes Tag hat eine Anzahl von mit ihm verknüpften Stileigenschaften, deren Werte definieren, wie dieses Tag von dem Browser wiedergegeben wird. Eine Regel definiert einen bestimmten Wert für eine oder mehrere Eigenschaften eines Tags. Zum Beispiel haben die meisten Tags eine Eigenschaft color, deren Wert definiert, in welcher Farbe der Inhalt dieses Tags wiedergegeben werden soll.
Andere Eigenschaften sind z.B. Schriftartattribute, Zeilenabstände, Ränder, Lautstärke und Ähnliches. Wir werden sie alle weiter hinten in diesem Kapitel ausführlich beschreiben. Es gibt drei Arten, auf die man einen Stil definieren kann: inline, im Dokumentkopf oder in einer separaten Stylesheet-Datei. Sie können ein oder mehrere Stylesheets in Ihren Dokumenten verwenden. Der Browser führt entweder die Style-Definitionen der einzelnen Styles zusammen oder definiert die für den Inhalt eines Tags geltenden Stilmerkmale neu.
Bei der Kombination und Definition von Styles aus diesen unterschiedlichen Quellen wird mit externen Stylesheets begonnen, dann werden die im Dokumentkopf definierten Styles einbezogen und zuletzt die Inline-Styles.