Gedankenschneisen durch das Dickicht der
Verblödung
Priols erstes Buch bietet eine brillante Mischung aus Geschichten
über den Irrsinn im täglichen Leben und die schier
unbeschreiblichen Taten der Regierenden. Verständlich, dass bei all
dem Schrägen dem Künstler die Haare sprichwörtlich zu Berge stehen.
Zehn Jahre durchlittenen Wahnwitz lässt Urban Priol Revue
passieren, beginnend mit der Schussfahrt von Lady Di in den Tunnel
von Paris bis zur Außensteueranschlussprüfung mit der
Unerklärbarkeit verschiedener Mehrwertsteuersätze.
Die rasante Entwicklung auf dem kulinarischen Sektor wird
genüsslich serviert: vom Saumagen à la Helmut zur Currywurst an
Barolo - basta! - bis zum Leibgericht unserer Kaltmamsell Angela:
Kohlrouladen mit Knubbelmett. Bestechende Reiseeindrücke als
Entertainer auf einem Kreuzfahrtschiff der SPD, Szenen aus dem
Schnäppchenkrieg in den Einkaufshochburgen, der Terror mit
Bonusheftchen und auf Elternabenden oder der Versuch, die eigene
Flugangst mit dem Miles&More-Programm der Lufthansa zu
bekämpfen, dürfen in dieser Rückschau natürlich nicht fehlen. Priol
ist immer mittendrin und schlägt Gedankenschneisen durch das
Dickicht zwischen Hartz IV, Köhler II, Agenda 2010 und Jacobi
1880.
Priol beobachtet fein und watscht kräftig ab. Seine Texte (viele
davon unveröffentlicht) sind genial-abwegig und schnoddrig
böse.
"Hat das Buch eine Botschaft? Noch nicht: sollte es dereinst
eine bekommen, wäre mir die auf den Seychellen am liebsten."
Urban Priol
"Das geht uns ja ständig durch den Kopf. Von morgens bis tief
in den Arbeitnehmernachtmittag. Was mach ich hier, an diesem Ort,
wo Hirn doch so eindeutig aus ist? Wer immer noch glaubt, er sei
mit dieser Frage und dieser Welt allein und hätte niemanden, der
ihm schreibt: Urban Priol verschafft ihm nachhaltig Trost. Der
Kabarettist mit dem elektrifizierten, schütteren Haupthaar fasst
Kreuzfahrten, Bahnfahrten, Erziehungsfragen, die Weltpolitik, die
Parteipolitik und den ganzen Rest in abgedrehte Glossen. Ein
kleiner Überlebensberater für alles Lebenslagen ist das geworden.
Ein kabarettistischer Erfahrungsschatz, gewachsen in einem
verrückten Jahrzehnt." Die Welt
"Jetzt schreibt er auch noch. ... Der Mann ist im höchsten
Grade subversiv, scheut vor keiner Attacke zurück." Sächsische
Zeitung
"Jetzt schreibt er auch noch. ... Der Mann ist im höchsten Grade subversiv, scheut vor keiner Attacke zurück."
Urban Priol, 1961 geboren, gründet wenige Jahre nach dem Abitur seine erste Kleinkunstbühne. Anfänglich Gemeinschaftsprogramme - unter anderem mit Andreas Giebel -, ab 1995 Soloauftritte, darunter "Alles muss raus" (2001). "Täglich frisch" (2003) und "Tür zu!" (2006). Seit 2002 Jahresrückblick TILT! Viele Auszeichnungen, darunter "Salzburger Stier", "Deutscher Kabarett-Preis", "Deutscher Fernsehpreis 2007" mit Georg Schramm für die ZDF-Satiresendung "Neues aus der Anstalt". Priol lebt in der Nähe von Aschaffenburg.