Feuchtgebiete (eBook) - Charlotte Roche

Charlotte Roche 

Feuchtgebiete (eBook)

Roman

eBook
 
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Feuchtgebiete (eBook)

Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der irren Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten, und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen. Nebenher pflegt sie ihre Sammlung von Avocadokernen, die ihr auch in sexueller Hinsicht wertvolle Dienste leisten.
Selbst wenn Helens Besessenheit eine Notoperation nötig werden lässt - ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen.
'Feuchtgebiete' ist eine Exkursion zu den letzten Tabus der Gegenwart. Mutig, radikal und provokant rebelliert Charlotte Roches Roman gegen Hygienehysterie und die sterile Ästhetik der Frauenzeitschriften, gegen den standardisierten Umgang mit dem weiblichen Körper und seiner Sexualität - und erzählt dabei die wunderbar wilde Geschichte einer ebenso genusssüchtigen wie verletzlichen Heldin.


Produktinformation

  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • 2010
  • 1. Auflage
  • Seitenzahl: 162
  • Best.Nr. des Verlages: 536/08538
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783832185381
  • ISBN-10: 3832185380
  • Best.Nr.: 32078147
"Extrem drastisch. [...] So richtig heiß wird die Story allerdings deshalb, weil es sich bei den Feuchtgebieten ihres Romans exakt um die Feuchtgebiete handelt, die Frau nun mal hat. Und Roche schreibt darüber sehr offen, sehr detailliert, sehr drastisch, ohne Scham. [...] Das fällt aber auch nur deswegen auf, weil der Roman ansonsten stilistisch über alle Zweifel erhaben ist." KÖLNER STADT-ANZEIGER "Charlotte Roche ist etwas fast Unmögliches gelungen. Sie versöhnt uns mit dem Beschämenden, bei dem alle Verführung anfängt. [...] ,Feuchtgebiete' ermächtigt zum Spiel mit der individuellen Versehrtheit und ermutigt den kunstlosen Sexus, endlich erwachsen zu werden." FAS Schlagfertig, witzig und charmant. [...] Laut, selbstbewusst, herausfordernd. So offensiv geben sich nur wenige der jungen Autorinnen." STERN "Es ist ein Buch das polarisiert. Das viele genial und manche einfach nur eklig finden." ZEIT MAGAZIN "Es braucht nicht selten viele Kapitel, bis sich ein Romanheld das Herz des Lesers erobert hat. Helen Memel schafft das nach den ersten drei Sätzen. [...] Sympathisch! [...] Doch mit der rotzig-trotzigen Art, in der Charlotte Roche erzählt, ist "Feuchtgebiete" nicht vulgär, sonder witzig." HANNOVERSCHE ALLGEMEINE "Ihr erstes Buch: Total unter der Gürtellinie. Und lustig." ANNABELLE "Ein bemerkenswertes Mädchen, diese Helen." TAZ "Ein schamhaarsträubendes Buch." PARK AVENUE "Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses." ROGER WILLEMSEN "Ernsthafte Literatur" DIE WELT "Charlotte Roche hat mit Helen Memel eine extreme Kunstfigur geschaffen, ein Wesen, das berührt und schockiert." FAZ "Charlotte Roche hat eindeutig Talent, was das Schreiben betrifft, aber ihr Buch sollte man nicht mit vollem Magen lesen. Kurzum: Es ist gut, aber eklig." MYSELF

Leseprobe zu "Feuchtgebiete (eBook)" von Charlotte Roche

Solange ich denken kann, habe ich Hämorrhoiden. Viele, viele Jahre habe ich gedacht, ich dürfte das keinem sagen. Weil Hämorrhoiden doch nur bei Opas wachsen. Ich fand die immer sehr unmädchenhaft. Wie oft ich mit denen schon beim Proktologen war! Der hat mir aber empfohlen, die dran zu lassen, solange sie mir keine Schmerzen verursachen. Das taten sie nicht. Sie juckten nur. Dagegen bekam ich von meinem Proktologen Dr. Fiddel eine Zinksalbe.

Für das äußere Gejucke drückt man aus der Tube eine haselnussgroße Menge auf den Finger mit dem kürzesten Nagel und verreibt sie auf der Rosette. Die Tube hat auch so einen spitzen Aufsatz mit vielen Löchern drin, damit ich die anal einführen und da hinspritzen kann, um den Juckreiz sogar innen zu stillen.

Bevor ich so eine Salbe hatte, hab ich mich im Schlaf so feste mit einem Finger am und im Poloch gekratzt, dass ich am nächsten Morgen einen kronkorkengroßen dunkelbraunen Fleck in der Unterhose hatte. So stark war der Juckreiz, so tief der Finger drin. Sag ich ja: sehr unmädchenhaft.

Meine Hämorrhoiden sehen ganz besonders aus. Im Laufe der Jahre haben die sich immer mehr nach außen gestülpt. Einmal rund um die Rosette sind jetzt wolkenförmige Hautlappen, die aussehen wie die Fangarme einer Seeanemone. Dr. Fiddel nennt das Blumenkohl.

Er sagt, wenn ich das weghaben will, wäre das ein rein ästhetischer Eingriff. Er macht das nur weg, wenn es die Leute wirklich belastet. Gute Gründe wären, wenn es meinem Liebhaber nicht gefällt oder ich wegen meinem Blumenkohl beim Sex Beklemmungen kriege. Das würde ich aber nie zugeben.

Wenn einer mich liebt oder auch nur geil auf mich ist, dann sollte doch so ein Blumenkohl keine Rolle spielen. Außerdem habe ich schon viele Jahre, von fünfzehn bis heute, mit achtzehn, trotz eines wuchernden Blumenkohls sehr erfolgreich Analverkehr. Sehr erfolgreich heißt für mich: kommen, obwohl der Schwanz nur in meinem Arsch steckt und sonst nix berührt wird. Ja, da bin ich stolz drauf.

So teste ich übrigens am besten, ob es einer ernst mit mir meint: Ich fordere ihn schon bei einem der ersten Sexe zu meiner Lieblingsstellung auf: ich in Doggystellung, also auf allen vieren, Gesicht nach unten, er von hinten kommend Zunge in die Muschi, Nase in den Arsch, da muss man sich geduldig vorarbeiten, weil das Loch ja von dem Gemüse verdeckt wird. Die Stellung heißt »Mit-Dem-Gesicht-Gestopft«. Hat sich noch keiner beschwert.
Wenn man so was an einem für Sex wichtigen Organ hat (ist der Po überhaupt ein Organ?), muss man sich in Entspanntheit üben. Das wiederum hilft beim Sichfallenlassen und Lockermachen für zum Beispiel Analverkehr.
Da bei mir der Arsch offensichtlich zum Sex dazugehört, ist er auch diesem modernen Rasurzwang unterworfen wie meine Muschi, meine Beine, meine Achselhöhlen, der Oberlippenbereich, beide großen Zehen und die Fußrücken auch. Die Oberlippe wird natürlich nicht rasiert, sondern gezupft, weil wir alle gelernt haben, dass einem sonst ein immer dickerer Schnurrbart wächst. Als Mädchen gilt es das zu verhindern. Früher war ich unrasiert sehr glücklich, aber dann habe ich mit dem Quatsch mal angefangen und kann jetzt nicht mehr aufhören.

Kundenbewertungen zu "Feuchtgebiete (eBook)" von "Charlotte Roche"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 1.3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen **** schlecht)
***** ausgezeichnet
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
 
(1)
***** schlecht
 
(2)
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Bewertung von LeseratteNr.1 aus Bochum am 04.01.2013 ***** schlecht
Schrott. Eigentlich ist jedes Wort was man für dieses Buch schreibt Zeitverschwendung. Ich habe selten etwas schlechteres gelesen. Anspruchslos, witzlos, sinnlos, zum gähnen. Eine langweilige Geschichte - mit ein paar Extremen gewürzt. Da sieht man nur, was ein gutes Marketing möglich macht. Dann doch lieber ein anderes was thematisch ein Skandal sein soll. Es gibt genug Bücher, die besser geschrieben sind. Spannender und skandalös. Finger weg, ausser man will sich über die vertane Zeit ärgern.

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Bewertung von Kerso am 15.10.2012 ***** schlecht
Bei den ersten Seiten mußte ich noch lachen. Das ist mir jedoch bald vergangen. Bei der Hälfte des Buches habe ich überlegt, ob ich überhaupt noch weiterlesen soll. Ich hätt's definitiv nicht machen sollen. Meine Ekelgrenze war weit überschritten. Wenn ich an die Szene der Selbstverletzung denke kommt mir heute noch der Magen hoch. Für mich gilt: NIE WIEDER!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von MB aus MG am 18.02.2012 ***** weniger gut
Habe mir etwas anderes unter dem Buch vorgestellt, weiß zwar nicht genau was, aber nicht so etwas. Also Schoßgebete werde ich sicherlich nicht lesen, nein danke.
Schon ziemlich am Anfang von Feuchtgebiete war ich schockiert. Ich habe mir aber gedacht, du hast das Buch gekauft, also liest Du es auch zu Ende. Ich muss sagen, ich war froh, als es dann zu Ende war.
Mein Fazit: nicht zu empfehlen, aber das muss jeder selber entscheiden

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