Ich habe vergessen zu weinen, dort in diesen gewaltigen Bergen des
Hindukusch. Und dann habe ich vergessen, wie man weint.
Heike Groos, Oberstabsärztin in Kabul, Feyzabad und Kunduz im
Auslandseinsatz für die Bundeswehr als Angehörige der
ISAF-Truppen
Ein Knall zerreißt die flirrende Luft auf der Jalalabad Road in
Kabul. Dann Stille. Für vier junge deutsche Männer wird der Weg
zurück in die Heimat zur Todesfalle. Heike Groos, Bundeswehrärztin
in Afghanistan, ist eine der ersten, die die verletzten Soldaten am
Ort des Selbstmordanschlags versorgt. Wie Groos sind sie im Glauben
an den humanitären Charakter ihres Einsatzes an den Hindukusch
gekommen. Doch was die Soldaten, was die Ärzte erwartet, ist die
erbarhmungslose Realität eines Krieges. Wohin mit dem Schrecken,
der Angst, dem Hass, den Bildern, die auch bleiben, wenn man der
Hölle längst entkommen ist?