Die Strafe beginnt. Schon gleich am Anfang wird uns darauf
hingewiesen, wie sich Franz Biberkopf in der Großstadt
zurechtfinden wird und was für einen Weg er gehen muss, um diese
Strafe abzuarbeiten. Franz Biberkopf ist groß und kräftig gebaut,
sieht aber nicht besonders gut aus. Er ist ehemaliger
Transportarbeiter, hat einen großen Freundes- und Bekanntenkreis.
Er saß vier Jahre lang in der Haftanstalt Berlin Tegel, weil er
seine Freundin, Ida, erschlagen hatte. Nachdem er entlassen wird,
versucht er sich eine Arbeit und Wohnung zu finden. Er ist
ängstlich, verwirrt, das Zuchthaus hat ihm zugesetzt. Berlin hat
sich auch verändert. Ebenfalls wird eines der Leitmotive sofort
sichtbar mit den schwebenden und von den Häusern herabrutschenden
Dächern. Er nimmt also die Stadt als Bedrohung war, noch bevor er
wirklich dort angekommen ist. Aus der Geschichte des Zannowich, die
er von den Juden erzählt bekommt, kann man zwei Lehren ziehen: man
darf keine Angst vor der Welt haben, man muss offen für alles sein
und: die Welteroberung kann in einer Katastrophe enden. Jetzt, wo
er wieder auf freiem Fuß ist, schwört er sich, anständig zu sein.
Aber sogleich vollzieht er eine alles andere als anständige Tat: er
vergewaltigt Idas Schwester, die sich nicht wirklich dagegen wehrt.
Franz hat eine interessante Weltanschauung, und oft sind seine
Gefühle und Reaktionen stärker und schneller als sein Verstand. Er
schafft es aber tatsächlich, in den nächsten Wochen seinen
Vorsätzen treu zu sein. Es geht ihm körperlich besser, er verdient
sein Geld legal, als Zeitungshändler, und er hat eine Freundin, die
Polin Lina. Diese Zeit, in der alles glatt geht, wird aber vom
Erzähler als 'Gnadenfrist' karakterisiert.