Durch amtsärztliches Attest als blöde ausgewiesen, wird Schwejk im
Ersten Weltkrieg dem Oberleutnant Lukasch als Bursche zugeteilt.
Sein Pflichtbewusstsein und sein Befehlsgehorsam übertreffen alle
Erwartungen. Schwejk erfüllt seine Aufträge über Gebühr und führt
damit ihre Sinnhaftigkeit auf eine unwiderlegbare Weise ad
absurdum.
»Es ist der kleine Mann, der in das riesige Getriebe des Weltkriegs
kommt, wie man eben da so hineinrutscht, schuldlos, ahnungslos,
unverhofft, ohne eigenes Zutun. Da steht er nun, und die andern
schießen. Und nun tritt dieses Stückchen Malheur den großen Mächten
der Erde gegenüber und sagt augenzwinkernd leise, schlecht rasiert
die Wahrheit.« Kurt Tucholsky, Herr Schwejk
Jaroslav Hasek (1883-1923), der Schöpfer des braven Soldaten Schwejk, war wie sein weltberühmter Held ein Prager Original. Er durchwanderte von 1903 bis 1907 ganz Mitteleuropa. Wie Schwejk handelte er eine Zeitlang mit Hunden und war Soldat der k.u.k. Armee. 1915, an der Ostfront, desertierte er und wurde des Hochverrats angeklagt. Er war Kommissar in der Roten Armee. Viermal glaubte man, er sei tot. Er gründete die "Partei des gemäßigten Fortschritts in den Grenzen des gesetzmäßig Erlaubten" und hielt über tausend Wählerversammlungen ab. Und er war dafür bekannt, daß er gern redete und sehr viel trank. Sein braver Soldat Schwejk wurde zum Sinnbild des Widerstandes gegen jegliche Obrigkeit.
Inhaltsangabe
1;Vorwort;6 2;Erster Teil: Im Hinterlande;8 2.1;Das Eingreifen des braven Soldaten Schwejk in den Weltkrieg;8 2.2;Der brave Soldat Schwejk auf der Polizeidirektion;19 2.3;Schwejk vor den Gerichtsärzten;28 2.4;Schwejks Hinauswurf aus dem Irrenhaus;35 2.5;Schwejk auf dem Polizeikommissariat in der Salmgasse;40 2.6;Schwejk kehrt nach Durchbrechung des Zauberkreises wieder nach Hause zurück;48 2.7;Schwejk zieht in den Krieg;59 2.8;Schwejk als Simulant;66 2.9;Schwejk im Garnisonsarrest;84 2.10;Schwejk als Offiziersdiener beim Feldkuraten;107 2.11;Schwejk zelebriert mit dem Feldkuraten die Feldmesse;133 2.12;Eine religiöse Debatte;144 2.13;Schwejk geht versehen;152 2.14;Schwejk als Offiziersdiener bei Oberleutnant Lukasch;167 2.15;Die Katastrophe;214 3;Epilog des Verfassers zum ersten Teil »Im Hinterlande«;230 4;Zweiter Teil: An der Front;234 4.1;Schwejks Mißgeschick im Zug;234 4.2;Beispiele von Tapferkeit.;249 4.3;Schwejks Budweiser Anabasis;255 4.4;Schwejks Erlebnisse in Királyhida;329 4.5;Neue Leiden;394 5;Dritter Teil: Der glorreiche Zusammenbruch;422 5.1;Aus Brück an der Leitha nach Sokal;422 5.2;Quer durch Ungarn;469 5.3;In Budapest;534 5.4;erledigen möchten, wie mein Kamerad Schpatina aus Zho¶ ge-sagt;536 5.5;partieweise. Ein Drittel der Mannschaft legt sich im Waggon;561 5.6;Gründe: Infanterist Schwejk, Josef, der sich einer hinter;572 5.7;Aus Hatvan an die galizische Grenze;592 5.8;Marschieren, marsch!;649 5.9;hat Josef Schwejk aus Prag geschlafen, Kompanieordonnanz der 11. Marschkompanie des 91. Infanterieregimentes, der als Quar-tiermacher irrtümlich bei Feldstein in österreichische Kriegs-gefangenschaft gefallen ist.«;704 6;Vierter Teil: Fortsetzung des glorreichen Debakels;706 6.1;Schwejk als russischer Kriegsgefangener;706 6.2;Die geistliche Tröstung;735 6.3;Schwejk wiederum bei seiner Marschkompanie;745 7;Egon Erwin Kisch: Auf den Tod eines tschechischen Humoristen;793 8;Kurt Tucholsky: Herr Schwejk;795 9;F. C. Weiskopf: Der brave Soldat Schwejk;801 10;Inhalt;805