Der schlesische Kirchenkampf (1834) und seine Hintergründe (eBook)
Preussenkoenig Friedrich Wilhelm III wollte mit Hilfe einer eigenen
Agende für Gottesdienstfeiern die kirchliche Union einführen bzw.
beschleunigen. Damit hätte er eine wesentliche Gemeinschaft der
lutherischen und der reformierten Glaubensrichtung bewirkt. Doch
der schlesische Pastor J.G. Scheibel war gegen eine Änderung der
lutherischen Liturgie und kämpfte energisch gegen die Union des
Königs. Er erlitt persönliche Konsequenzen wie seine Suspendierung,
um ihn gefügig zu machen, doch er gab nicht auf. Beide Seiten
machten Fehler und die Kirchengemeinschaft hatte unter dem Streit
erheblich zu leiden, denn keiner war bereit, auf den Anderen
zuzugehen. Das aufeinanderzugehen und damit die Bereitschaft zum
Frieden sind jedoch diejenigen Punkte, an denen es heutzutage fehlt
und woran die ganze Menschheit krankt: Viele reden von dem
Friedensbringer, doch nur die Wenigsten sind bereit, das, was er
sagt, in ihrem Leben zu realisieren. Deshalb ist es, auch innerhalb
der Kirche - doch vor allem ausserhalb- sehr schwierig, Frieden zu
stiften bzw. offenen Streit zu vermeiden. Hier hätte die Regierung
von Preussen bzw. die Gegner der Union ebenso von dem tatsächlich
vergebungsbereiten und friedensliebenden Gott, auf den sich beide
Seiten ja so energisch beriefen, gut noch etwas für den Umgang
miteinander lernen können.