"An jenem Tag verstand ich, daß ich von dem gleichen Dämon
besessen war wie mein Vater. Das Kribbeln im Bauch, das Jucken in
den Fingern, der trockene Mund ?" Der Antiquitätenladen des
Vaters in Barcelona ist eine wahre Schatzkammer, doch die
Faszination des jungen Adrià gehört allein einer wertvollen Geige
aus dem 18. Jahrhundert mit einem bezaubernden Klang, die erste aus
den Händen des berühmten Geigenbauers Lorenzo Storioni aus Cremona.
Heimlich tauscht der Musikschüler Adrià sie eines Tages mit seiner
eigenen Geige aus, um sie stolz seinem besten Freund Bernat zu
zeigen. Als er die Storioni zurücklegen möchte, sind seine Geige
und sein Vater verschwunden, der Antiquitätenhändler wurde
kaltblütig ermordet. In Adrià keimen Schuldgefühle auf. Viele Jahre
danach ? Adrià ist inzwischen Gelehrter und Sammler ? sucht er das
Rätsel um die Herkunft der Storioni zu lösen und so den wahren
Grund für den Mord herauszufinden. Doch er ahnt nicht, daß die
Vergangenheit des Musikinstruments eine Geschichte von
Familiengeheimnissen und dunklen Mordfällen, von Haß und Intrigen,
Liebe und Verrat birgt. Der Schatten dieser Ereignisse ragt über
viele Jahrhunderte europäischer Geschichte bis in Adriàs
unmittelbare Gegenwart und droht ihm alles zu nehmen ? auch seine
große Liebe Sara.
»Cabré ist wieder ein großer Wurf gelungen. Um es mit den Worten des Vaters Felix Ardèvols zu sagen: Gaudium magnum!«
Jaume Cabré, geboren 1947 in Barcelona, gehört zu den von Kritik und Publikum heute am meisten geschätzten katalanischen Autoren. Der Roman Die Stimmen des Flusses wurde mit dem Preis der spanischen Kritik ausgezeichnet.