Das Amulett der Pilgerin (eBook) - Laura Bastian

Laura Bastian 

Das Amulett der Pilgerin (eBook)

Roman

eBook
 
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Das Amulett der Pilgerin (eBook)

Eine dunkle Verschwörung, eine geheimnisvolle Französin und eine Liebe, die nicht sein kann

England, 1172. Julian White erhält als Agent der Krone den Auftrag, eine Verschwörung gegen Henry II. aufzudecken. Auf der Suche nach einem Kurier, der den Verschwörern ein Dokument überbringen soll, trifft er auf den Kastraten Rinaldo und dessen betörend schöne Begleiterin Viviana, die sich als Rinaldos Schwester ausgibt. Julian schließt sich den beiden Pilgern an, doch bald spürt er, dass Viviana, die bei einem Schiffsunglück ihr Gedächtnis verloren hat, ein dunkles Geheimnis umgibt. Und ehe er es sich versieht, ist er Teil eines gefährlichen Spiels um Liebe, Macht und Verrat...



Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2011
  • 1. Auflage
  • Seitenzahl: 384
  • Best.Nr. des Verlages: 763/05841
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783641058418
  • ISBN-10: 3641058414
  • Best.Nr.: 33630965
"Ein gefährliches Spiel um Macht, Verrat und Liebe."
Laura Bastian wurde 1967 in Schleswig-Holstein geboren. Sie studierte Altgermanistik und Archäologie und arbeitete anschließend als Fernsehredakteurin. Heute ist sie freie Autorin und lebt abwechselnd in den USA und in Hamburg.

Leseprobe zu "Das Amulett der Pilgerin (eBook)" von Laura Bastian

"• 13 • (S. 104-105)

Den ganzen Vormittag über begegnete Viviana keiner Menschenseele. Gegen Mittag machte sie eine Rast an einem großen Tümpel, um das Pony zu tränken und es grasen zu lassen. Sie aß den letzten Rest des trockenen Brotklumpens. Erfreulicherweise fand sie einige Beerensträucher und konnte so ihr dürftiges Mittagsmahl ein wenig aufbessern. Kurze Zeit später brach sie wieder auf. Über Stunden hatte Viviana nur die Geräusche der Natur und ihres Ponys gehört, als plötzlich ein neuer Klang an ihr Ohr drang. Es waren Stimmen! Sie zügelte das Pony und lauschte. Eindeutig, sie hörte zwei Männer miteinander sprechen. Endlich Menschen!

Viviana trieb das Tier an, umrundete den Ausläufer des Wäldchens und sah sich einem Haferfeld gegenüber, an dessen Rand zwei Männer saßen. Sie hatten ihre Sensen neben sich liegen und machten offensichtlich eine Pause von der Ernte, die jetzt, Mitte August, allmählich in Gang kam. Viviana hatte in einiger Entfernung ihr Pony angehalten und grüßte die beiden Männer. Diese erwiderten den Gruß und standen auf. »Ist hier ein Dorf in der Nähe?«, fragte Viviana freundlich. »Hast du dich verlaufen, Mädchen?« Die Antwort gefiel Viviana nicht und auch nicht der Blick, mit dem die beiden Landarbeiter sie musterten.

Der eine streckte die Hand aus und lockte das Pony. Viviana zog die Zügel stramm. »Ich möchte nicht stören, aber können Sie mir nun sagen, in welcher Richtung das nächste Dorf liegt?« »Ho! Nun mal nicht so zickig. Wir tun dir ja nichts.« Da war sich Viviana nicht so sicher und betrachtete den einen der beiden misstrauisch, als er näher kam. »Es gibt hier mehrere Dörfer. In welches willst du denn?« »In das nächste.« »Bist du etwa ganz allein unterwegs, meine Hübsche?« »Nein, bin ich nicht.« »Sieht aber danach aus. Weißt du nicht, dass das gefährlich ist?« Viviana wendete das Pony und stieß ihm die Hacken in die Flanken.

Der Mann sprang nach vorn und erwischte einen der Zügel. Das Pony bäumte sich auf und hätte Viviana beinahe abgeworfen. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie der andere Kerl angerannt kam. Sie hatte plötzlich ihren Dolch in der Hand und stieß ihn in die Hand, die den Zügel hielt. Mit einem Schrei ließ der Mann los, und Viviana trieb das Pony im vollen Galopp durch das Haferfeld. Sie hörte, wie die Männer wüste Verwünschungen hinter ihr herbrüllten.

Das war knapp gewesen. Als sie die andere Seite des Feldes erreicht hatte, zügelte sie das Tier und blickte nachdenklich auf den Dolch in ihrer Hand. Viviana konnte sich nicht erinnern, ihn gezogen zu haben. Sie glitt aus dem Sattel, wischte die blutige Waffe im Gras ab und steckte sie zurück in die lederne Hülle an ihrer Seite. Dann stieg sie wieder auf und folgte dem schmalen Trampelpfad, der von dem Feld in Richtung Osten führte. Hier musste es irgendwo eine Siedlung geben. Der Graspfad mündete in einen breiteren Feldweg, der nach einigen Windungen durch die Landschaft tatsächlich zu einem Dorf führte."