Der «Unnachahmliche» wurde Charles Dickens von seinen Freunden
genannt, und er übernahm den Beinamen selbstironisch, doch voller
Stolz. Hans-Dieter Gelfert widmet sich in anschaulichen Kapiteln
Dickens’ Leben und entwirft ein weites Panorama der Zeit, in der er
wirkte. Im Wechsel mit biographischen Abschnitten werden in eigenen
Kapiteln alle wichtigen Werke vorgestellt und interpretiert.
Gelfert zeigt, wie Dickens seine traumatische Kindheitserfahrung
als zwölfjähriger Hilfsarbeiter ohne jede Hoffung dichterisch so
verarbeitete, dass daraus Romane hervorgingen, in denen sich
Menschen gegen eine übermächtige Fremdbestimmung behaupten müssen.
Politik und Gesellschaft erscheinen dabei als eine labyrinthische
Sphäre totaler Entfremdung. Dieses Gefühl der Entfremdung ist
seither immer mehr zum Lebensgefühl der Moderne geworden, und es
führt Dickens aus der Welt des 19. Jahrhunderts an unsere
Gegenwart heran.
Hans-Dieter Gelfert war bis zu seiner Emeritierung Professor für englische Literatur an der Freien Universität Berlin und ist seither freier Autor kulturwissenschaftlicher Werke und Übersetzer englischer Gedichte.