Linguistische Forschungen im Bereich der Balkanologie, insbesondere
solche die die Gruppe der slawischen Sprachen betreffen, sind sehr
oft durch zahlreiche politische Faktoren beeinflusst, sowohl in der
Vergangenheit, als auch in der Gegenwart. So wird die Analyse einer
Sprache, ihrer Herkunft, ihrer Entwicklung und Zugehörigkeit, bzw.
die Frage nach ihrer Eigenständigkeit, von der engen Verbundenheit
zwischen Sprache und Politik auf dem Balkanhalbinseln geprägt.
Demnach muss die Frage gestellt werden, in wie weit diese Sprachen
politischen Eingriffen ausgesetzt wurden oder werden. Im Folgenden
sind der Zusammenstoß politischer Einheiten, geografische
Veränderungen und die Wechselbeziehung zwischen der Sprachpolitik
und der Sprachentwicklung in Betracht zu ziehen. Die vorliegende
Ausarbeitung beschäftiget sichmit der mazedonischen und der
bulgarischen Sprache und zielt die Beantwortung der Ftage, ob im
Bezug auf beiden Sprachen von einem Sprachkontinuum, bzw. von einem
Dialektkontinuum, gesprochen werden kann oder nicht. Anführend wird
die Geschichte der Entstehung des Staates Makedonien und der
makedonischen Sprache angeführt. Daran anschleißend werden die
Forschungen verschiedener Sprachwissenschaftler und Historiker
behandelt um den Spektrum der so weit auseinander gehenden
Meinungen abdecken zu können. Zwei entgegen gesetzten Thesen werden
untersucht und dabei relevante Faktoren und Zusammenhänge
miteinbezogen In einem direkten kontrastiven Vergleich
grammatischer und sprachlicher Strukturen beider Sprachen, werden
dann die Gemeinsamkeiten und hauptsächlich die Unterschiede
erörtert und in Relation mit ähnlichen sprachlichen Phänomen der
jeweiligen Sprache gesetzt. Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im
Fachbereich Russistik / Slavistik, Note: 2, Johann Wolfgang
Goethe-Universität Frankfurt am Main, 13 Quellen im
Literaturverzeichnis.