Man kann nie sicher sein: Schneewalzen rollen auf Deutschland zu,
Aschewolken bringen Fernsehexperten um den Verstand, Reisende
rennen um ihr Leben nach Sichtung eines herrenlosen Koffers. EHEC,
Ebola, die Schweine grippe wir alle werden elendig krepieren,
wenn uns nicht zuvor die internationalen Terroristen den Garaus
machen, die alle nur ein Ziel haben: Deutschland. Wobei sie uns
unter den Brücken suchen müssen, weil vorher noch der Finanzcrash
zuschlägt.Die Medien blasen jeden Börsenrückgang, jedes Starkwetter
zur Apokalypse auf, und der Bürger verliert sich zusehends im
Strudel der Scheindiskussionen und vermeintlichen Aufreger. Silke
Burmesters unterhaltsames Pamphlet gegen die Hysterie im Alltag
soll helfen, das Panik-Karussell anzuhalten. Und sich zu erinnern,
worum es eigentlich geht: Liebe, Nahrung, Miteinander. Wem das
gelingt, der wird sich getrost wieder beruhigen können.
Silke Burmester lebt und arbeitet in Hamburg. Sie schreibt über
Medien, Kultur und Gesellschaftspolitik für einige hochseriöse,
manche nützliche und ein paar gänzlich überflüssige Zeitungen und
Zeitschriften, darunter Die Zeit, Nido, stern und taz, wo sie mit
ihrer Kolumne »Die Kriegsreporterin Berichte von der Medienfront«
die Leser begeistert. Ihr Buch »Das geheime Tagebuch der Carla
Bruni« erschien 2008 bei KiWi.
Bewertung von Kaffeefan aus Nürnberg am 07.03.2013
weniger gut
Ein tolles Thema, aber eine große Enttäuschung.
Man hätte es ahnen können, wenn ein Buch mit einem Ausrufezeichen im Namen daher kommt.
Es war Zeit, dass sich jemand des Themas annimmt. Hysterie überall, das zeigt schon ein Blick in die Bestsellerlisten, wo es nur um Krisen, Verblödung und andere angebliche Katastrophen geht. Doch Silke Burmester hat es versaut.
Wenn Menschen wieder mehr Gemüse selbst anbauen, dann hat das nichts damit zu tun, dass viele Eltern ihren Kindern die Natur wieder näher bringen wollen oder es Menschen einfach Spaß macht. Nein, für Silke Burmester ist es Hysterie. Auch Sextipps in Zeitschriften sind für die Autorin nicht etwa nützlich, sondern ein Zeichen von Hysterie.
Dabei hätte allein das Thema Erziehung Stoff für ein ganzes Hysteriebuch gegeben. Ihr Kind kann noch kein Chinesisch? Neben dieser von Burmester aufgezeigten Hysterie gibt es mittlerweile auch die gegenteilige: Ihr Kind geht zum Kinderturnen? Förderwahn! Und so weiter.
Aber Burmester macht sich ihre Hysterie lieber selbst und entwickelt geradezu eine Hysterie-Hysterie.