Anwendungsfelder der kulturvergleichenden Psychologie ( Enzyklopädie der Psychologie : Themenbereich C : Ser. 7 ; Bd. 3) (eBook) - Gisela Trommsdorff, Hans- Joachim Kornadt
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Hans- Joachim Kornadt Gisela Trommsdorff 

Anwendungsfelder der kulturvergleichenden Psychologie ( Enzyklopädie der Psychologie : Themenbereich C : Ser. 7 ; Bd. 3) (eBook)

Herausgeber: Trommsdorff, Gisela; Schwarzer, Ralf; Schneider, Wolfgang; Kuhl, Julius; Frey, Dieter; Birbaumer, Niels; Kornadt, Hans J.
eBook
 
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Anwendungsfelder der kulturvergleichenden Psychologie ( Enzyklopädie der Psychologie : Themenbereich C : Ser. 7 ; Bd. 3) (eBook)

In diesem Band werden Anwendungsfelder der kulturvergleichenden und kulturpsychologischen Forschung dargestellt. So werden z.B. kulturelle Unterschiede und Rahmenbedingungen im schulischen und außerschulischen Lernen behandelt. Weiterhin werden kulturelle Unterschiede in der Struktur, in Standards, Zielsetzungen und Verhaltensregeln in Organisationen beschrieben.

Es wird die Frage erörtert, ob Methoden und Formen der Werbung universellen Prinzipien folgen oder Kulturspezifika berücksichtigen müssen. Abschließend werden Fragen der kulturellen Unterschiede im Gesundheitsverhalten und in der Psychotherapie behandelt.



Produktinformation

  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783840915093
  • ISBN-10: 3840915090
  • Best.Nr.: 25775873

Leseprobe zu "Anwendungsfelder der kulturvergleichenden..."

6. Kapitel

Internationale Schulleistungsvergleiche
( S. 279)

Petra Stanat und Oliver Lüdtke
1 Einführung

1.1 Zielsetzungen internationaler Schulleistungsvergleiche


Internationale Schulleistungsvergleiche dienen dazu, Akteuren im Bildungswesen Informationen über die Erträge schulischer Systeme zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um Bestandsaufnahmen, die zunächst vor allem Benchmarking (Bestimmung von Leistungsmaßstäben) und System Monitoring (Systembeobachtung) Funktionen erfüllen sollen.

Internationale Schulleistungsvergleiche zeigen auf, welchen Leistungsstand Schüler einer bestimmten Altersgruppe oder Jahrgangsstufe in den untersuchten Bereichen international erreichen und wie weit die mittleren Leistungen der Schüler in den teilnehmenden Staaten von diesem Niveau abweichen. Neben dem durchschnittlichen Leistungsstand werden dabei zunehmend auch andere Aspekte der Qualität von Bildungssystemen in den Blick genommen.

So wird beispielsweise untersucht, inwieweit es in den beteiligten Staaten gelingt, die Leistungsdivergenzen zwischen Gruppen von Schülern zu mindern, etwa zwischen Kindern aus höheren und niedrigeren Sozialschichten oder zwischen Mädchen und Jungen (z. B. Baumert &, Schümer, 2001, Johnson, 1996, OECD, 2001, Stanat &, Kunter, 2001, Wagemaker, 1996).

Auf Grund der sehr unterschiedlichen Bedingungen des Lebens und Lernens, die in verschiedenen Staaten bestehen, ist mit dem Benchmarking-Aspekt internationaler Schulleistungsstudien eine ganze Reihe von methodischen Herausforderungen verbunden, die sich auf die Vergleichbarkeit der Messungen beziehen (Harkness, Van de Vijver &, Mohler, 2003, Postlethwaite, 1999, Van de Vijver &, Hambleton, 1996).

Dies betrifft nicht nur die Äquivalenz der Erhebungsinstrumente, sondern unter anderem auch die Definition des Untersu- chungsgegenstands und der zu untersuchenden Schülerpopulationen, die Durchführungsbedingungen sowie den Erfahrungshintergrund von Schülern in den teilnehmenden Staaten mit Leistungstests. Im Anschluss an einen kurzen historischen Überblick der wichtigsten Schulleistungsstudien, die bislang durchgeführt worden sind, werden im Folgenden einige der zentralen methodischen Herausforderungen dargestellt und beschrieben, wie in den Untersuchungen damit umgegangen wird.

Dabei soll als Beispiel vor allem der erste Zyklus der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) herangezogen werden, die seit dem Jahr 2000 von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) regelmäßig alle drei Jahre mit unterschiedlichen Schwerpunkten durchgeführt wird (Baumert, Artelt, Klieme &, Stanat, 2001, Baumert, Klieme et al., 2001, Baumert, Stanat &, Demmrich, 2001, OECD, 1999, 2001).

Aufbauend auf den Erfahrungen früherer Studien hat PISA im Bereich der internationalen Schulleistungsvergleiche ein vergleichsweise hohes methodisches Niveau erreicht (vgl. z. B. Szydlik, 2003). Dennoch bestehen weiterhin zahlreiche Herausforderungen, für die auch im Rahmen von PISA noch keine zufrieden stellenden Lösungen gefunden wurden. Im Anschluss an die Diskussion von zentralen theoretischen und methodischen Fragen folgt eine kurze Darstellung von einigen Befundmustern, die in internationalen Schulleistungsstudien identifiziert worden sind.

In der Vergangenheit stand im Rahmen von internationalen Schulleistungsvergleichen die Benchmarking-Funktion im Zentrum der Aufmerksamkeit. Zunehmend rückt jedoch die Frage in den Vordergrund, wie die Unterschiede zwischen Staaten, die diese Studien identifizieren, zu erklären sind (z. B. Fend, 2002, Klieme &, Stanat, 2002, Wößmann, 2001).

Dies hängt unter anderem mit dem unbefriedigenden Umstand zusammen, dass Schulleistungsvergleiche zwar Problembereiche aufzeigen, aber nur sehr bedingt Hinweise darauf geben, wie Veränderungen in diesen Bereichen erzielt werden können (Baumert &, Köller, 1998).

Inhaltsangabe

1;Autorenverzeichnis;6 2;Vorwort;10 2.1;Literatur;17 3;Inhaltsverzeichnis;20 4;Kapitel 1 Migration und Akkulturation;30 4.1;1 Allgemeine Aspekte der Migration;31 4.2;2 Akkulturation;40 4.3;3 Schlussbemerkungen;67 4.4;Literatur;68 5;Kapitel 2 Psychosoziale Akkulturation jugendlicher Zuwanderer nach Deutschland;78 5.1;1 Der Prozess akkulturativer Anpassung: Verlauf und Ergebnis;79 5.2;2 Die besondere Lebenslage junger Zuwanderer in Deutschland;82 5.3;3 Psychosoziale und soziokulturelle Anpassung - Ergebnisse akkulturativer Veränderung;86 5.4;4 Jugendliche Immigranten im Kontext ihrer Familienbeziehungen;100 5.5;5 Einordnung der Befunde: Wie wirkt der kulturelle Kontext auf die Entwicklung Jugendlicher?;102 5.6;Literatur;106 6;Kapitel 3 Kulturbegegnungen und -konflikte;116 6.1;1 Kultur und Gruppenmitgliedschaft;116 6.2;2 Interkulturelle Begegnungen interkulturell betrachtet;129 6.3;3 Verbesserung interkultureller Begegnungen;140 6.4;4 Interkulturelle Trainingsprogramme;143 6.5;5 Fazit;150 6.6;Literatur;151 7;Kapitel 4 Interkulturelle Kompetenz;164 7.1;1 Bedeutung des Themas für die Zukunft unserer Gesellschaft;164 7.2;2 Definition, Begriffsbestimmungen, Gegenstand interkultureller Kompetenz;165 7.3;3 Ansätze zur theoretischen Fundierung des Konstruktes interkultureller Kompetenz;185 7.4;4 Diagnose und Entwicklung interkultureller Handlungskompetenz;194 7.5;5 Schlussfolgerungen;204 7.6;Literatur;206 8;Kapitel 5 Lernen innerhalb und außerhalb der Schule aus interkultureller Perspektive;216 8.1;1 Einführung;216 8.2;2 Lernen und Lernumwelt: Begriffe und Forschungstraditionen;219 8.3;3 Der Schulbesuch als Akkulturationserfahrung;231 8.4;4 Informelles Lernen;246 8.5;5 Formale Bildung: Koranschule und Gedächtnisleistungen;267 8.6;6 Die kulturelle Einbindung des Lernens;270 8.7;7 Schlussfolgerung;285 8.8;Literatur;288 9;Kapitel 6 Internationale Schulleistungsvergleiche;308 9.1;1 Einführung;308 9.2;2 Methodische Herausforderungen;315 9.3;3 Empirische Befunde;339 9.4;4 Erklärungsansätze;346 9.5;5 Schlussfolgerungen;360 9.6;Literatur;363 10;Kapitel 7 Organisationskultur und Organisationsklima;378 10.1;1 Einleitung;378 10.2;2 Organisationskultur und Organisationsklima;380 10.3;3 Organisationskultur;390 10.4;4 Organisationsklima;428 10.5;5 Ausblick;435 10.6;Literatur;440 11;Kapitel 8 Werbegestaltung und Werberezeption im kulturellen Vergleich;450 11.1;1 Einleitung;450 11.2;2 Wie unterscheiden sich Kulturen?;454 11.3;3 Auswirkungen der kulturellen Unterschiede auf Werbewirksamkeit;460 11.4;4 Empirischeübersicht: Werbung im Kulturvergleich;462 11.5;5 Zusammenfassung und Ausblick;481 11.6;Literatur;484 12;Kapitel 9 Subjektives Wohlbefinden im Kulturvergleich;492 12.1;1 Kultur und Wohlbefinden: Konzeptionelle Überlegungen;492 12.2;2 Wie lässt sich Wohlbefinden messen?;498 12.3;3 Kultur und Wohlbefinden: Empirische Ergebnisse;501 12.4;4 Ausblick;512 12.5;Literatur;513 13;Kapitel 10 Krankheitsdeutung und Gesundheitsverhalten im Kulturvergleich;518 13.1;1 Einleitung;518 13.2;2 Krankheitsdeutung;522 13.3;3 Subjektive Krankheitstheorien und kulturelle Kompetenz im verhaltensorientierten Gesundheitswesen ( behavioral healthcare);528 13.4;4 Gesundheitsverhalten;531 13.5;5 Gesundheitsverhalten und soziokultureller Kontext;537 13.6;6 Interventionen zur Förderung des gesundheitsfödernden Verhaltens;538 13.7;7 Perspektiven;549 13.8;Literatur;550 14;Kapitel 11 Transkulturelle Psychopathologie und Psychotherapie im kulturellen Kontext;556 14.1;1 Einleitung;556 14.2;2 Transkulturelle Psychopathologie;558 14.3;3 Transkulturelle Psychotherapie;575 14.4;4 Epilog;587 14.5;Literatur;587 15;Autorenregister;602 16;Sachregister;626

Kapitel zu Anwendungsfelder der kulturvergleichenden Psychologie (...

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 KapitelSeitenPreis
Autorenverzeichnis (Kapitel 0)-EUR 0,00
Vorwort (Kapitel 1)-EUR 0,00
Inhaltsverzeichnis (Kapitel 2)-EUR 0,00
Kapitel 1 Migration und Akkulturation (Kapitel 3)48 S.EUR 24,00
Kapitel 2 Psychosoziale Akkulturation jugendlicher Zuwanderer nach Deutschland (Kapitel 4)38 S.EUR 19,00
Kapitel 3 Kulturbegegnungen und -konflikte (Kapitel 5)48 S.EUR 24,00
Kapitel 4 Interkulturelle Kompetenz (Kapitel 6)52 S.EUR 26,00
Kapitel 5 Lernen innerhalb und außerhalb der Schule aus interkultureller Perspektive (Kapitel 7)92 S.EUR 46,00
Kapitel 6 Internationale Schulleistungsvergleiche (Kapitel 8)70 S.EUR 35,00
Kapitel 7 Organisationskultur und Organisationsklima (Kapitel 9)72 S.EUR 36,00
Kapitel 8 Werbegestaltung und Werberezeption im kulturellen Vergleich (Kapitel 10)42 S.EUR 21,00
Kapitel 9 Subjektives Wohlbefinden im Kulturvergleich (Kapitel 11)26 S.EUR 13,00
Kapitel 10 Krankheitsdeutung und Gesundheitsverhalten im Kulturvergleich (Kapitel 12)38 S.EUR 19,00
Kapitel 11 Transkulturelle Psychopathologie und Psychotherapie im kulturellen Kontext (Kapitel 13)46 S.EUR 23,00
Autorenregister (Kapitel 14)24 S.EUR 12,00
Sachregister (Kapitel 15)-EUR 0,00