Malcolm, Tschechow lesen (eBook) - Malcolm, Janet

Janet Malcolm 

Malcolm, Tschechow lesen (eBook)

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Malcolm, Tschechow lesen (eBook)

Janet Malcolms Reise auf den Spuren Anton Tschechows beginnt mit einem Desaster: Am ukrainischen Flughafen von Simferopol verschwindet ihr Koffer mit einem Unbekannten. Als sie sich anschließend von einer Fremdenführerin zu jener Bank begleiten lässt, von der die beiden Liebenden in Tschechows Erzählung "Die Dame mit dem Hündchen" auf Jalta blicken, wird ihr klar, dass die Aussicht nicht im Entferntesten so hübsch ist wie erwartet. Aber so schnell gibt Janet Malcolm nicht auf. Sie reist nach St. Petersburg, Jalta und Moskau, die Orte in Tschechows Leben, recherchiert über seine Kindheit, seine Beziehungen, die frühen Triumphe, seine literarischen Figuren und Themen - in einerunwiderstehlichen Mischung aus Essay, Reportage und Reisebericht. Auf superbem Niveau verwebt sie Leben und Werk und beantwortet die einfachs -ten und zugleich kompliziertesten Fragen: Warum gestehen sich Tschechows Figuren ihre Liebe meist in verwunschenen Gärten? Warum mochte Tschechow keine Hochzeiten? Und was ist die Wahrheit hinter dem Mythos seines Todes, den er angeblich mit einem Glas Champagner in der Hand erwartet hat? Man kann alles über Tschechow wissen - oder nichts. So oder so wird man Janet Malcolm für dieses Buch lieben.


Produktinformation

  • ISBN-13: 9783827071590
  • ISBN-10: 3827071593
  • Best.Nr.: 32035974

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Nur wer Tschechow kennt, dem kann Rezensentin Sabine Berking dieses Lesebuch empfehlen, alle andere verweist sie auf die Werke des großen Autor selbst. Denn so richtig glücklich ist sie nicht mit diesen literarischen Streifzügen der New Yorker Essayistin Janet Malcolm geworden. Malcolm begibt sich darin auf Spurensuche, reist an die Schauplätze, die mit Tschechows Leben oder seinem Werk verbunden sind, ohne jedoch mit der russischen Sprache oder den postsowjetischen Verhältnissen vertraut zu sein, was bei Berking einen mitunter Naiven Eindruck hinterließ. Gegen Malcoms Versuche, Tschechow auf die Couch zu legen, wehrt sich zur Erleichterung der Patient selbst nach Kräften. Als wunderbar bezeichnet sie dagegen das Kapitel über Tschechows Verhältnis zur Natur.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.01.2010

Zerreiß mir nicht das Herz

Elf Variationen über Anton Tschechow: Zum hundertfünfzigsten Geburtstag erforscht eine Reihe neuer Bücher die Rätsel, Motive und Verstrickungen im Leben und im Werk des großen russischen Autors.

Sein Tod gehört zu den großen Szenen der Literaturgeschichte. Am 15. Juli 1904 kurz nach Mitternacht ließ der 44 Jahre alte Schriftsteller und Arzt Anton Tschechow in einem Hotel in Badenweiler angeblich zum ersten Mal in seinem Leben nach einem Fachkollegen rufen. Die von einer in seinen Lungen wütenden Tuberkulose hervorgerufenen Schmerzen waren unerträglich. Seine Frau, die Schauspielerin Olga Knipper, wollte ihm einen Eisbeutel auf die Brust legen, eine Geste, die der Kranke nur mit "Man legt kein Eis auf einen leeren Magen" kommentierte. Als der Arzt nach Sauerstoff schicken wollte, bemerkte Tschechow, bis der da wäre, sei er längst tot. Darauf brachte man Champagner, von dem er ein ganzes Glas trank, und verschied Minuten später. Woody Allen, für den Tschechow der Größte war, hätte es nicht besser inszenieren können.

Janet Malcolm, eine der bekanntesten Essayistinnen Amerikas, zitiert diese Szene in elf …

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Janet Malcolm, geboren 1934 in Prag, wuchs in New York auf. Sie zählt zu den renommiertesten Essayistinnen Amerikas und schreibt für den New Yorker. Veröffentlichungen zu Gertrude Stein, Sylvia Plath und der Psychoanalyse.

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