Der Amerikaner David de Wispelaere (1961) trainierte in Deutschland
mit großen Namen wie Gabriela Grillo, Dr. Reiner Klimke, Jan
Bemelmans und Arthur Kottas Heldenberg. Er nahm mit den Pferden
Daktari und Figaro an internationalen Prüfungen bis zum Grand Prix
teil und ist derzeit hauptsächlich als Trainer tätig. Sein
Grundsatz ist die Harmonie zwischen Reiter und Pferd, ohne Zwang
und mit gegenseitigem Respekt. Tessa van Daalen (1965) ist neben
ihrer Tätigkeit für das niederländische Reitermagazin Bit
Dressurrichterin und Ausbilderin. Mit ihrem Pferd Davy nahm sie an
Prüfungen bis zum Prix St. Georges teil und bestreitet derzeit mit
Socrates Dressurprüfungen der Klasse M. Sie ist außerdem die
Autorin des Buches Reiten mit Gefühl, Teil I. Dressurreiten ist
manchmal ein richtiges Geduldsspiel. Hat man das eine Problem
gerade in den Griff bekommen oder das angenehme Gefühl, dass es gut
läuft, kündigt sich auch schon das nächste an. Wie soll man das
jetzt wieder lösen? Wenn Sie die Ursache erkennen, ist es
einfacher, daran zu arbeiten. Dieses Buch bietet Ihnen viele
Lösungsansätze und konkrete Übungsanweisungen, die Sie in die
tägliche Arbeit mit Ihrem Pferd einfließen lassen können. David de
Wispelaere/Tessa van Daalen
Dressurreiten ist manchmal mit einem Puzzle zu vergleichen. Hat man
das eine Problem gerade in den Griff bekommen oder das angenehme
Gefühl, dass es gut läuft, kündigt sich auch schon das nächste an.
Wie soll man das jetzt wieder lösen? Wenn Sie die Ursache für ihr
Problem kennen, ist es einfacher, daran zu arbeiten. Dies gelingt
jedoch nur, wenn Sie spüren können, was unter Ihnen vorgeht und wie
Sie dem Pferd nicht im Weg stehen. Genau aus diesem Grunde ist die
richtige Haltung des Reiters so wichtig. Leider ist man als Mensch
von Natur aus nicht dafür geschaffen, perfekt auf einem Pferd zu
sitzen. Es kostet viel Anstrengung, die korrekte Haltung
einzunehmen und - was noch viel schwieriger ist - sie auch
beizubehalten. Dies gilt besonders, wenn es beim Reiten mal nicht
so läuft, wie man es sich vorstellt. Eine falsche Haltung erschwert
die Lösung der Reitprobleme erheblich. Denn dann arbeitet man gegen
das Pferd.
Wenn etwas einfach nicht gelingen möchte, geben wir meist dem Pferd
die Schuld. Es ist morgens jedoch sicherlich nicht mit dem Vorhaben
aufgestanden, dass es Ihnen mal gehörig den Tag vermiesen möchte.
Pferde kommunizieren nicht über Worte, sondern über eine sehr fein
ausgeprägte Körpersprache. Wenn Sie sich vom Rücken des Pferdes aus
mit diesem verständigen wollen, müssen Sie sich mit seiner Sprache
auseinandersetzen. Es ist bereit, alles für Sie zu tun, jedoch muss
es dazu auch begreifen können, was Sie von ihm wollen. Das
bedeutet, dass Sie ihm die richtigen Signale senden müssen. Nicht
zu viele auf einmal, denn das wäre verwirrend. Auch sollten sie
nicht ungerecht sein oder im falschen Moment erfolgen, denn dann
erschreckt sich das Pferd vor Ihnen. Das gute Gefühl, nach dem
jeder Reiter strebt, ist die Harmonie zwischen Reiter und Pferd, in
der beide ein Gespür für einander entwickeln und sich verstehen. Um
dieses Ziel zu erreichen, müssen Sie Ihr Bestes geben.