Bilder und Fakten zur Entwicklung der Ausbildung von Reiter und Pferd
Auf der Suche nach dem richtigen Ausbildungsweg für Reiter und
Pferd kam es im Verlauf der Jahrhunderte zu Meinungsstreitigkeiten
sowohl zwischen der akademischen und der militärischen Reiterei als
auch innerhalb der Interessensgruppen. Im vorliegenden Buch wird
gezeigt, wie immer wieder neue Wege gesucht wurden, um den
Gehorsam, die Rittigkeit und die Versammlung der Pferde zu
verbessern und gleichzeitig den Raumgewinn und die Schnelligkeit
der Pferde zu fördern.
Massenrekrutierungen, fehlende finanzielle Mittel, unklar
formulierte Reitlehren und mitunter irreführende Reitinstruktionen
führten zu Fehlentwicklungen. Unnatürliche, spektakuläre
Bewegungsabläufe fanden im Zirkus Bewunderer.
Das Ausbildungssystem der HDV12/37 gab entscheidende Impulse für
die Ausbildung von Reiter und Pferd. Die Schilderung der ersten
Turniere zeigt den mühsamen Weg bis zu unserem heutigen Dressur-
und Springsport.
Die Geschehnisse in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts können
aus zahlreichen Interviews und eigenem Erleben wiedergegeben
werden. Kontrovers diskutierte Themen wie der enge Hals, die
Rollkur/Hyperflexion und die Suche nach dem optimalen
Richtverfahren bei Dressurprüfungen kommen zur Sprache.
Die Entwicklung verschiedener Springstile und Ausbildungsmethoden
und deren Einfluss auf das Reiten im Parcours werden ausführlich
geschildert, ebenso der Wandel in der Parcoursgestaltung.
Das Buch zeigt, dass neue Erkenntnisse ein System überlieferter und
bewährter Grundsätze bereichern und modernisieren. Dabei stand und
steht das Wohl des Pferdes im zunehmenden Maße im Vordergrund,
trotz aller Bemühungen um Medaillen und Einschaltquoten.
Die Autorin Angelika Frömming, geb. Jucho, Diplom-Kauffrau, Trägerin des Goldenen Reitabzeichens und internationale Richterin seit fast 20 Jahren, hält Vorträge über die Geschichte des Reitens, schwerpunktmäßig bei den Pferdewirten mit Schwerpunkt Reiten und den Pferdewirtschaftsmeistern an der Deutschen Reitschule in Warendorf. Während ihrer internationalen Richtertätigkeit konnte sie bisher in über 40 Ländern Dressurprüfungen richten oder im Auftrag der FEI Fortbildungsseminare oder Reitlehrgänge durchführen. 18 Jahre lang war sie mitverantwortlich für die Ausbildung bzw. Prüfung der Nachwuchsrichter in Warendorf und München, wofür ihr 2008 das Reiterkreuz in Silber verliehen wurde. Bei all ihrem beruflichen Engagement und ehrenamtlichen Einsatz blieb ihr das eigene Reiten bis heute besonders wichtig.