Warten auf Godot - Beckett, Samuel

Samuel Beckett 

Warten auf Godot

Zum hundertsten Geburtstag. Faksimilie eines Handexemplars, das Beckett zur Vorbereitung der legendären Godot-Inszenierung 1975 am Berliner Schiller-Theater diente

Aus d. Französ. v. Elmar Tophoven
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Warten auf Godot

Als Samuel Beckett 1975 Warten auf Godot, das bereits zu dem Theaterstück des 20. Jahrhunderts geworden war, im Berliner Schillertheater inszenierte, benutzte er zur Vorbereitung auch ein Bändchen mit Elmar Tophovens Übersetzung, in das er mit seiner charakteristischen Schrift vor allem Textveränderungen und -varianten eintrug.

Becketts Handexemplar, das der Suhrkamp Verlag zum 100. Geburtstag des Autors als Faksimile publiziert, ist sinnfälliges Beispiel der glücklichen Engführung, die im Verhältnis von Becketts Werk und dessen deutscher Aufnahme stattfand. Hier der französisch schreibende Ire, der auch die deutsche Sprache beherrschte und seine eigenen Werke mit großer Sicherheit in deutschen Theatern und Fernsehstudios inszenierte. Dort das deutsche Publikum, das sich - unter tätiger Mitwirkung von Übersetzern, Verlag und Kritik - diesem wie wenigen anderen Werken zeitgenössischer fremdsprachiger Autoren öffnete.

Das Exemplar aus dem Besitz der Beckett International Foundation an der Universität Reading ist Seite für Seite getreu des 1963 gedruckten Exemplars (21.-35. Tausend) reproduziert, inklusive Verlagsanzeigen, und originalgetreu präsentiert sich auch der Buchkörper, ein grau broschiertes Bändchen mitsamt lila Schutzumschlag


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2006
  • Jubil.-Ausg.
  • Ausstattung/Bilder: Jubil.-Ausg. 2006. 115 S.
  • Seitenzahl: 115
  • Edition Suhrkamp Nr.2465
  • Best.Nr. des Verlages: 12465
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 111mm x 12mm
  • Gewicht: 120g
  • ISBN-13: 9783518124659
  • ISBN-10: 351812465X
  • Best.Nr.: 20774381
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.04.2006

Der Witz des ernsten Mannes
Wladimir: So ist die Zeit vergangen.
Estragon: Sie wäre sowieso vergangen.
Wladimir: Ja. Aber langsamer!Pause.
Der Witz, den die beiden Protagonisten in Becketts „Warten auf Godot” so beiläufig machen, ist ein Abgrund - ein Abgrund, geräumig genug, das ganze Stück in sich zu schließen. „So ist die Zeit vergangen” - das ist nichts weiter als die halb aus Gedankenlosigkeit, halb aus flüchtiger Wehmut geborene Allerweltsfloskel. Estragon aber erwidert nicht, wie es wohl im Smalltalk zu erwarten wäre, „Ja, ja”, sondern fasst den Seufzer unvermittelt als einen Aussagesatz: So und nicht anders ist sie vergangen - darf man daraus schließen, dass sie anders nicht vergangen wäre, also in ihrem Vergehen gestockt hätte? Das wäre doch Unsinn! Wladimir - die beiden verstehen sich wirklich gut! - ist sofort bereit, das Problem anzuerkennen. Er akzeptiert Estragons Einwand; aber nicht vorbehaltlos: „Langsamer” wäre sie vergangen, hätte sich nicht gerade die amüsante Episode mit Pozzo und Lucky zugetragen.
Es ist eine höchst aufschlussreiche Fehlleistung. Sie fördert zutage, dass im normalen Sprachgebrauch …

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Samuel Beckett, geb. am 13. April 1906 in Foxrock, Dublin, wuchs in einem bürgerlich protestantischen Elternhaus auf. Zwischen 1923 und 1927 studierte er Romanistik am Trinity College in Dublin. Nach Abschluss seines Studiums ging er nach Paris und lernte dort James Joyce kennen. Erste Gedichte und Essays entstanden. Er kehrte 1930 kurzzeitig nach Dublin zurück, um am Trinity College zu unterrichten. In den folgenden Jahren wechselte er immer ohne Geld und unter Depressionen leidend zwischen Dublin, London und Paris. Beckett reiste durch Europa, er besuchte Deutschland mehrere Male, bevor er sich 1937 auf Dauer in Paris niederließ. In diesem Jahr lernte er seine spätere Frau, die Pianistin Suzanne Dechevaux-Dumesnil kennen. Beide schlossen sich der Résistance an und konnten sich nur durch Flucht in unbesetztes Gebiet vor der Gestapo retten. Im Roussillon kamen sie bei Bauern unter. Nach Kriegsende begann Beckett auf französich zu schreiben, er wendete sich dem Theater zu. Die Uraufführung von "En attendant Godot" fand am 3. Januar 1953 unter der Regie von Roger Blin im Theâtre de Babylone statt, Beckett wurde über Nacht berühmt, zum ersten Mal hatte er auch finanziell Erfolg. 1969 erhielt Beckett den Literaturnobelpreis. Er starb am 22. Dezember 1989 in Paris

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