Tausend Morgen
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Tausend Morgen

Regie: Moorhouse, Jocelyn; Darsteller: Pfeiffer, Michelle; Pitoniak, Anne; Ruginis, Vyto; Williams, Michelle; Moss, Elisabeth; Toler, Ray; Lange, Jessica; Robards, Jason; Leigh, Jennifer Jason; Firth, Colin; Carradine, Keith; Anderson, Kevin; Hingle, Pat; Lynch, John Carroll; Buchvorl.: Smiley, Jane; Musik: Hartley, Richard; Buch: Jones, Laura;
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Tausend Morgen

Der Farmer Larry Cook beschließt, aus steuertechnischen Gründen, seinen riesigen Landbesitz schon zu Lebzeiten unter seinen drei Töchtern aufzuteilen. Ginny und Rose nehmen das Angebot an, nur die Anwältin Caroline will es sich noch überlegen - woraufhin der erzürnte Vater sie enterbt. Cook kann sich mit seiner Rolle als Ruheständler nicht abfinden und auch unter den Schwestern kommt es zu Reibereien. Als Rose Ginny daran erinnert, daß sie beide als Mädchen vom Vater vergewaltigt wurden, bricht der Familienkonflikt offen aus. Basierend auf Jane Smileys Pulitzerpreis-gekröntem Roman, der wiederum auf Shakespeares Tragödie "König Lear" fußt, hat die australische Regisseurin Jocelyn Moorhouse ("Ein amerikanischer Quilt") einen sehenswerten Problemfilm inszeniert, der vor allem von der großartigen Besetzung lebt. Neben dem Bühnenveteranen Jason Robards brillieren Jessica Lange, Michelle Pfeiffer und Jennifer Jason Leigh. Das stimmige Drehbuch, die klugen Dialoge sowie die präzise eingesetzte, einfühlsame Musik nehmen zusätzlich für dieses Werk ein, das eher auf ein aufgeschlossenes Arthouse-Publikum zugeschnitten ist.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Inzest, Tod und seelische Qualen, das sind die Schatten, die auf der scheinbaren Idylle der Farm der Familie Cook liegen. Tausend Morgen Land, so weit, daß jeder, der hier lebt, ein Gefangener ist. Gefangen in einer Familie, die beherscht wird von einem greisen, unbeugsamen Vater (Jason Robards) und deren Geschichte grausige Abgründe offenbart. Als der Vater seine Entscheidung, das Land seinen Töchtern Ginny (Jessica Lange), Rose (Michelle Pfeiffer) und Caroline (Jennifer Jason Leigh) vorzeitig zu überschreiben, rückgängig machen will, ruft er die verzweifelt verdrängte Vergangenheit wieder wach. Eine Vergangenheit, die von Gewalt, Haß und Untreue gezeichnet ist. Die Zerstörung einer Dynastie nimmt ihren unaufhaltsamen Lauf...

Bonusmaterial

DVD-Ausstattung / Bonusmaterial: - Kapitel- / Szenenanwahl - Animiertes DVD-Menü


Produktinformation

  • Hersteller: Universal Pictures
  • EAN: 3259190358294
  • Best.Nr.: 20098331
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 17. März 2005
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 4:3 Fullscreen, 16:9, PAL
  • Tonformat: Deutsch DD 5.1 ...
  • Gesamtlaufzeit: 105 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.06.1998

Ich hatte eine Farm in Iowa
King Lear im Mittelwesten: "Tausend Morgen" im Kino und kein Friede in Sicht

Ein Vater fällt seiner Tochter fast gewalttätig in den Arm, als diese ihrer jüngsten Schwester die Tür öffnen will. Mit derselben Bewegung unterbricht er wenig später seine dritte Tochter rüde, als sie ihm Essen auftischen möchte. Eine Frau liegt neben ihrem Mann im Bett. Er wendet ihr den Rücken zu, sie legt ihre Hand auf seine Hüfte, doch er dreht sich nicht um. Darauf bekommt dieselbe Frau Besuch von einem anderen Mann, einem Nachbarn, der vorbeischaut und, als er wieder geht, wie unbeabsichtigt über ihren Rücken streicht. Die Kamera geht heran an die Haut unter dem Nacken - ein wenig zu nah vielleicht, um nicht aufdringlich zu wirken -, als wolle sie die Wirkung dieser flüchtigen Berührung bis in die Nerven verfolgen. Ein Mann knöpft seiner Frau die Bluse zu. Zärtlich wirkt diese Geste zunächst auf den Zuschauer, doch die Frau reagiert aggressiv. Später, als sie zum ersten Mal die Nerven verliert, springt ihr Mann auf, holt aus wie zum Schlag, hält inne und geht. Jede Berührung zwischen Männern und Frauen in dem Film "Tausend …

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Shakespeares "König Lear" in die Kornfelder Iowas verpflanzen zu wollen, ist eine ambitionierte Angelegenheit. Autorin Jane Smiley wurde für dieses literarische Experiment mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Die filmische Umsetzung von Regisseurin Jocelyn Moorhouse mutet indes trotz der Oscar-reifen Darstellungen von Jessica Lange und Michelle Pfeiffer angestrengt und in Maßen prätentiös an.

Die anspruchsvolle Romanvorlage wurde von Laura Jones in ein bleiern-schweres Drehbuch konvertiert, das ein verknotetes Knäuel von Problemen wie körperliche Mißhandlung in der Ehe, Untreue, Fehlgeburten, Geldsorgen, Brustkrebs und Inzest bedächtig zu entwirren trachtet. Die ausschlaggebende Figur, die alle Fäden direkt oder indirekt in den Händen hält, ist der respektierte Farmer Larry (Jason Robards), der seinen drei Töchtern Ginny (Lange), Rose (Pfeiffer) und Caroline (Jennifer Jason Leigh) anbietet, ihnen noch zu Lebzeiten seine florierende Farm zu überschreiben. Als Anwältin bittet sich Caroline Bedenkzeit aus, woraufhin Larry verletzt lediglich die beiden älteren Schwestern und ihre Ehemänner berücksichtigt. Der unnachgiebige Patriarch fühlt sich ohne Aufgabe jedoch schnell nutzlos, und es kommt alsbald zum häßlichen Zerwürfnis.
Im Laufe des aus der Perspektive der ältesten Schwester Ginny erzählten Dramas kristallisiert sich heraus, daß der Vater ein nur wenig bemitleidenswerter Charakter ist, der Rose und Ginny als junge Mädchen sexuell mißbraucht hat. Die ausgeglichene und besonnene Ginny hat diese Erinnerung gänzlich verdrängt, Rose wird von innerer Rage buchstäblich zerfressen und die abgenabelte Jüngste steht völlig ahnungslos auf der Seite des Vaters. Letztlich sieht die Erzählerin den Tatsachen ins Gesicht, bricht aus ihrer langweiligen Ehe (mit Keith Carradine) aus und entwickelt sich von der naiven Matrone zur selbständigen Frau.
Trotz so mancher gestelzter Dialoge überzeugen Lange und Pfeiffer mit schauspielerischen Bravourleistungen. Sie beginnen ihre Porträtierung jeweils am entgegengesetzten Ende der Emotionsskala - die eine verzeihend, nachgiebig, weich, die andere hart, verbittert und kämpferisch - und nähern sich schließlich einander an. Der Erzählton wurde träge gehalten, ebenso wie die Bilder in trist-verwaschenen Farben eine traurige Stimmung evozieren. Frauen mittleren Alters mit einem Faible für cineastische Familiensagas könnten sich angesprochen fühlen. ara.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Jane Smiley ist eine der bekanntesten amerikanischen Schriftstellerinnen. Ihr berühmtester Roman, "Tausend Morgen", wurde mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet und in großer Besetzung verfilmt. Sie lebt in Nordkalifornien.