Das Land der Griechen mit der Hüfte suchendDer "Bossa Nova" bringt den Mythos von Orpheus und Eurydike zum SchwingenDie Copacabana leuchtet in satten CinemaScope-Farben aus der Tiefe. Von den mit Holzbaracken übersäten Hügeln aus erscheint die Bucht mit dem Zuckerhut unerreichbar fern. Aber auch hier, in den Favelas, wo es kaum genug zu essen gibt, putzen sich die Bewohner für den Karneval heraus, stecken ihr letztes Geld in ein bisschen Flitter. Morgen werden die Afrobrasilianer die "weißen" Bezirke von Rio de Janeiro erobern. Mit ihren Samba-Formationen werden sie aus der ländlichen Armut hinab in die sauberen Straßen der Neustadt ziehen, um sich den Preis für den besten Auftritt zu ertanzen. Doch schon am Vortag des Karnevals schwingen alle im Rhythmus der Trommeln und auch die bunten Bilder des Regisseurs Marcel Camus - Bruder des Schriftstellers Albert Camus - scheinen zu vibrieren unter den nicht abreißenden Sambaklängen. Ab und an scheint sich die Temperatur der Bilder zu verändern. Dann schaut die Kamera ohne jede Emphase auf die schweißüberströmten Gesichter der Karnevalstänzer und für ein paar Augenblicke gewinnt das Absurde …