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Wir hätten ja erwartet, dass Martin Gypkens Verfilmung von Judith Herrmanns Erzählungen "Nichts als Gespenster" für großen Wirbel sorgt. Aber so ist das mit den feinen Filmen manchmal: Sie gehen unter, werden von Kritikern und Publikum kaum wahrgenommen, versinken in der Masse der wöchentlichen Neustarts. Wer die Chance auf ein fantastisches Filmerlebnis verspätet nutzen möchte, sollte zur DVD-Version von "Nichts als Gespenster" greifen. In fünf Episoden zeigt Gypkens junge Menschen, die auf der Flucht vor sich selbst und auf der Suche nach neuen Impulsen durch die Welt reisen. Es geht um die Liebe, und es geht um Leidenschaft, von der der Regisseur mit bestechender Intensität erzählt - ohne jemals klischeehaft oder kitschig zu werden. Die größte Qualität des Dramas ist freilich sein Ensemble: Fritzi Haberlandt mimt eine Venedig-Touristin, der die Einsamkeit buchstäblich ins Gesicht geschrieben steht; August Diehl und Maria Simon brillieren als Paar, das gemeinsam durch Amerika reist und dessen Sprachlosigkeit mehr aussagt als tausend Worte; Karina Plachetka spielt eine junge Frau, die sich in die große Liebe (Stipe Erceg) ihrer besten Freundin verguckt. Leichtfüßig springt Gypkens zwischen diesen Episoden hin- und her, steigt in alle Geschichten unvermittelt ein und ebenso abrupt wieder aus. Nach wie vor: einer der besten Filme des Kinojahres 2007. (jul)Features: Audiokommentar, Making-of, Interviews, B-Roll, Featurette
Judith Hermann, die gefeierte Autorin, hat ihn überzeugend eingefangen in ihrem titelgebenden Roman, den Sound der Generation X. Jetzt bringt Regisseur Martin Gypkens das Gefühl auf den Punkt in seiner fulminanten Adaption, deren Besetzungsliste sich liest wie das Who is Who des jungen deutschen Films.
Er schickt sie auf die Reise, seine Helden, die lieben und sich verlieren, die suchen, ohne zu finden, unterwegs sind, ohne anzukommen. Sei es, wortkarg, über staubige US-Highways, wo Maria Simon und August Diehl eine Geisterjägerin treffen, auf Jamaika, wo Brigitte Hobmeier und Jessica Schwarz flirten, während sich über der Insel ein Hurrikan zusammenbraut, in Island, wo für Wotan Wilke Möhring und Solveig Arnarsdottir in Einsamkeit und Kälte nicht nur die Geysire brodeln, in Venedig, wo Fritzi Haberlandt in Gegenwart ihrer Eltern sofort zur Tochter wird oder einfach nur in der deutschen Provinz, wo sich Karina Plachetka in die neue Liebe (Stipe Erceg) ihrer Freundin verguckt.
Jaja, die Liebe
Fazit: Die Liebe macht's kompliziert, wohin man auch geht, man entkommt ihr nicht - sich selbst noch weniger.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag