Die neunjährige Mathilde lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter
zusammen und entdeckt eines Tages einen Packen Briefe von ihrer
Großmutter an den Großvater, die der aus verletztem Stolz nie
geöffnet hat, weil seine Frau mit seinem Freund durchgebrannt war.
30 Jahre ist das her und die Kleine will wissen, was wirklich
passierte. Nachts marschiert sie heimlich los und holt den betagten
Mann aus dem Altersheim, um sich mit ihm auf die Suche nach der
Großmutter zu machen. Gemeinsam spüren sie der Vergangenheit nach.
Das 2003 entstandene Regiedebut von Safy Nebbou, der sich auf das
Verhältnis unterschiedlicher Generationen und Patchwork-Identitäten
fokussiert, ist ein Film von großer Zärtlichkeit. Behutsam nähert
sich Nebbou der Einsamkeit und der Unschuld eines Kindes, der
Zerrissenheit einer Familie, der Verhärtung der Seele. Ein
Glücksgriff ist die Besetzung: Sandrine Bonnaire und Claude Rich
lassen das Herz der frankophilen Filmfans höher schlagen, die sich
freuen werden, wenn sie "Der Hals der Giraffe" im
DVD-Regal entdecken.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
"Der Hals der Giraffe" erzählt die Geschichte einer
Tochter (Mathilde, Louisa Pili), die spürt, dass sie von Zuhause
weggehen muss, um die Mutter ihrer Mutter (Hélène, Sandrine
Bonnaire) zu suchen, damit sie selbst eine echte, und aufrichtige
Beziehung zu ihrer Mutter haben kann. Safy Nebbous Film ist ein
berührendes Roadmovie, das äußerlich von Paris bis in die
Spanischen Pyrenäen führt, und innerlich eine Reise in die
Vergangenheit einer Familie darstellt. Durch die Initiative ihrer
Tochter bzw. seiner Enkelin, Mathilde, arbeiten Hélène und Paul
blinde Flecken in ihrer Familiengeschichte auf. Die
Auseinandersetzung dreier Generationen miteinander ermöglicht es,
dass sich die Protagonisten von überholten Verhaltensmustern
befreien und neue Beziehungen zu einander finden.
Irgendwann zwischen "Biester" (1995) von Claude Chabrol
"Geheimsache" (1998) von Jacques Rivette und "Die
Farbe der Lüge" (1999) von Claude Chabrol, wurde Sandrine
Bonnaire zur heimlichen Ikone des herben Charmes französischen
Kinos. In "Der Hals der Giraffe" von Safy Nebbou zeigt
sie wieder eine starke Leistung in einem grandiosen Ensemble.
Der Film wurde mit dem Publikumspreis der Französischen Filmtage in
Dresden 2005 ausgezeichnet.
Mathilde (Louisa Pili) lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter (Sandrine Bonnaire) zusammen und entdeckt eines Tages einen Packen Briefe von ihrer Großmutter an den Großvater (Claude Rich), die der aus verletztem Stolz nie geöffnet hat, weil seine Frau mit seinem Freund durchgebrannt war. 30 Jahre ist das nun her, und die Kleine will wissen, was wirklich passiert ist.
Nachts marschiert sie heimlich los und holt den betagten Mann aus dem Altersheim, um sich mit ihm auf die Suche nach der Großmutter zu machen. Gemeinsam spüren sie der Vergangenheit nach und werden bald von Mathildes besorgter Mutter eingeholt, die ihrem Vater das jahrzehntelange Schweigen nicht verzeihen kann.
Kleine Reise zurück
Safy Nebbous Reise in die Vergangenheit besticht durch die leichte Erzählweise und den schwebenden Rhythmus, was im Verbund mit betörenden Landschaftsaufnahmen und der Musik Pascal Caignes an die Filme von Eric Rohmer erinnert. Vor allem aber lebt Nebbous Debüt von seinen Figuren und den hervorragenden Schauspielern, allen voran Sandrine Bonnaire.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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