Gerhard Richter (geb. 1932) gilt als einer der wichtigsten
zeitgenössischen Künstler Deutschlands und genießt einen
internationalen Ruf. Seine Werke umfassen nahezu fünf Jahrzehnte
und beinhalten unterschiedliche Kunstformen wie Malerei,
Bildhauerei oder Fotografie. Die Dokumentation hält Richters
künstlerischen Entstehungsprozess fest, indem sie ihn bei seiner
täglichen, hoch konzentrierten Arbeit in seinem Atelier begleitet.
Ausschnittsweise fließt am Rand eine Werkschau des Künstlers aus
seinen Schaffensphasen ein. Ein ganzes Jahr lang hat Regisseurin
Corinna Belz dem Künstler bei seiner Arbeit im Atelier über die
Schulter gesehen, die Dreharbeiten fanden fast ausschließlich an
diesem einen Ort statt. Die Stimmung in Richters Werkraum ist
konzentriert, ruhig, ja fast schon meditativ - so auch der Film.
Von der Vorstellung, dass ein pompöses Künstlerleben auf der
Leinwand vorbeizieht, muss der Zuschauer sich also verabschieden
und vielmehr selbst versinken in die stille Detailverliebtheit des
perfektionistischen Künstlers, während er den kratzenden
Pinselstrichen und den sparsamen Kommentaren Richters
lauscht.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Gerhard Richter gehört seit nahezu fünf Jahrzehnten zu den
international bedeutendsten Künstlern. Der Filmemacherin Corinna
Belz öffnete der medienscheue Maler sein Atelier, wo er im Sommer
2009 an einer Serie großer abstrakter Bilder arbeitete.
"Gerhard Richter Painting" gewährt einmalige Einblicke in
die Entstehung dieser Bilder und die Arbeit des Künstlers.
"Malen ist eine andere Form des Denkens" hat Richter
schon früh gesagt. Der Film nimmt diese Prämisse ernst. In hoch
konzentrierten Einstellungen lässt er uns an einem sehr
persönlichen, spannungsgeladenen Schaffensprozess teilhaben. Es ist
ein ruhiger, dabei höchst aufgeladener Prozess von Aktion und
Reflexion, angetrieben von jahrelanger Erfahrung und geprägt von
intensiver physischer Präsenz. Wir sehen, wie Richter malt, wie er
seine Bilder betrachtet und beurteilt, wie er mit ihnen
kommuniziert, wie er überlegt, abwartet, verwirft, überarbeitet,
manchmal auch zerstört und neu beginnt. Indem wir schauend daran
teilnehmen, lässt uns Corinna Belz in ihrem klugen, einfühlsamen
Film den vielschichtigen Vorgängen künstlerischen Schaffens näher
kommen. Der Blick auf die Leinwand erweitert und verändert sich.
Die Bilder selbst werden zu Protagonisten. Eine andere Form des
Denkens setzt sein. "Gerhard Richter Painting" ist das
eindringliche Porträt eines Künstlers bei der Arbeit - und ein
faszinierender Film über das Sehen selbst.