Zeugin der Toten - Herrmann, Elisabeth

Elisabeth Herrmann 

Zeugin der Toten

Kriminalroman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie National 2012 (3. Platz)

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Zeugin der Toten

Ein Mädchen verschwindet spurlos aus einem DDR-Kinderheim. Fünfundzwanzig Jahre später findet die Tatort-Cleanerin Judith Kepler ihre eigene Heimakte in der Wohnung einer ermordeten Frau. Was verbindet sie mit der Toten? Kaum beginnt Judith Fragen zu stellen, gerät sie ins Visier mächtiger Gegner. Im Schatten immer dabei: zwei konkurrierende Geheimdienste.


Produktinformation

  • Verlag: Ullstein Tb
  • 2012
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 427 S.
  • Seitenzahl: 432
  • Ullstein Taschenbuch Nr.28412
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 121mm x 34mm
  • Gewicht: 350g
  • ISBN-13: 9783548284125
  • ISBN-10: 3548284124
  • Best.Nr.: 34502657
"Hier hat sie alles gebündelt, was ihren Romanen Substanz und Leuchten verleiht." Cora Stephan, Die Welt, 05.03.11 "Schnell, schlagfertig, selbstsicher, aber auch empfindsam, intelligent und absolut sympatisch - Judith Kepler ist eine tolle Heldin, der man gerne durch diese Geschichte von Täuschung und Lügen folgt." WDR5, Reinhard Jahn, 26.02.11

»Hier hat sie alles gebündelt, was ihren Romanen Substanz und Leuchten verleiht.« Cora Stephan, Die Welt, 05.03.11 »Schnell, schlagfertig, selbstsicher, aber auch empfindsam, intelligent und absolut sympatisch - Judith Kepler ist eine tolle Heldin, der man gerne durch diese Geschichte von Täuschung und Lügen folgt.« WDR5, Reinhard Jahn, 26.02.11

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Judith Kepler will eigentlich bloß ihr Leben auf die Reihe kriegen - und das ist nach einer verkorksten Kindheit im DDR-Heim und einer anschließenden Drogenkarriere schon schwer genug. Doch als die mittlerweile als sogenannter Cleaner, Putzfrau für Todesfälle, arbeitende Kepler in der Wohnung einer Ermordeten auf ihre angeblich verschollene Heimakte stößt, wird sie zur Ermittlerin in eigener Sache. An ihre Seite gesellt sich eher unfreiwillig Ex-BND-Agent Quirin Kaiserley. Zwar hat er massives Interesse an den brisanten Informationen, die die Unbekannte ihm vor ihrem Tod zukommen lassen wollte, doch Kepler ist ihm viel zu unvorsichtig und ruft mit ihren Nachforschungen gefährliche Feinde auf den Plan. Elisabeth Herrmann hat sich für "Die Zeugin der Toten" tief ins Thema deutsch-deutsche Spionage eingearbeitet und bleibt so immer glaubhaft. Dass man schon zu Beginn erfährt, was Judith erst am Ende herausfindet - nämlich, dass sie gar nicht Judith Kepler ist - tut der Spannung keinen Abbruch. Lediglich für das Versteck der Informationen, natürlich stilecht auf Mikrofilm, hätte Herrmann sich eine weniger leicht durchschaubare Lösung einfallen lassen können. Insgesamt aber umschifft die Autorin allzu Offensichtliches bravourös und schafft mit Kepler und Kaiserley so sperrige wie interessante Hauptfiguren. Dass das Hörbuch kongenial von Nina Petri gelesen wird, ist ein weiterer Bonus. (kab)

"Hier hat sie alles gebündelt, was ihren Romanen Substanz und Leuchten verleiht." Cora Stephan, Die Welt, 05.03.11 "Schnell, schlagfertig, selbstsicher, aber auch empfindsam, intelligent und absolut sympathisch - Judith Kepler ist eine tolle Heldin, der man gerne durch diese Geschichte von Täuschung und Lügen folgt." WDR5, Reinhard Jahn, 26.02.11 "So wünscht man sich starke deutsche Krimis: eine profilierte Heldin, ein gesellschaftspolitischer Plot, ein Blick auf die unbekannten Seiten unseres Landes." Deutschlandradio Kultur,Andrea Fischer 6.04.11 "Sorgsam konstruiert, gut geschrieben, mit menschlichem Tiefgang und politischem Biss." Hamburger Morgenpost, 24.03.11
Elisabeth Herrmann ist eine der aufregendsten Stimmen unserer Zeit. Lebendig, abgründig, atmosphärisch – ihr Stil begeistert Krimileser seit der Veröffentlichung von Das Kindermädchen. (In der Verfilmung für das ZDF wird Jan Josef Liefers in der Hauptrolle zu sehen sein.) Mit Zeugin der Toten legt Elisabeth Herrmann nun einen Spannungsroman vor, der eine ganz ungewöhnliche Heldin vorstellt. Die Autorin lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

Blick ins Buch "Zeugin der Toten"

Kundenbewertungen zu "Zeugin der Toten" von "Elisabeth Herrmann"

18 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.6 von 5 Sterne bei 18 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von didimac aus Chemnitz am 26.06.2012 ***** gut
Als gelernter DDR-Bürger kenne ich die Themen-Problematik dieses Romans und es reizte mich, wie die Umsetzung durch die Autorin erfolgt ist. Leider ist ihr Erzählstil nicht so mein Ding, da Vieles bruchstückhaft und teilweise verworrend in der Vielzahl der Episoden daherkam.

In der Welt der Geheimdienste sich zurechtzufinden ist wahrlich ein schwieriges Unterfangen, auch für die Autorin, und für die Judith als ehemaliges Heimkind, Drogen-Junkie, Tatortreinigerin und letztendlich als Franka-Potente-Verschnitt mehrere Nummern zu groß, zumal sie sich nun auch noch mit den alten Stasi-Seilschaften und der Russen-Mafia, diesen Bösewichten, auseinandersetzen muss. Welch ein Glück, dass der Kaiserley als guter Ex-BND-Agent immer im rechten Moment wie "Deus et Machina" auftaucht und sie bei aller Abneigung rettet.

Fazit: kurzweilig, facettenhaft überzogen, als Sommerlektüre durchaus augenzwinkernd lesbar

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Bewertung von Claudias Bücherregal aus Schleswig-Holstein am 25.04.2012 ***** gut
Judith Kepler ist ein Cleaner. Sie sorgt also dafür, dass Wohnungen in denen Menschen starben oder ermordet wurden, wieder bewohnbar werden. Ein ziemlich dreckiger Job, aber einer muss ihn ja machen. An einem Tatort entdeckt sie beim Reinigen Hinweise darauf, dass die ermordete Frau ihr Geheimnis kannte, denn Judith wuchs als Kind in einem Heim auf. Ihre Herkunft ist unbekannt und bei der Aufnahme ging etwas nicht mit rechten Dingen zu. Als Judith anfängt Nachforschungen über ihre eigene Vergangenheit und die damaligen Umstände zu betreiben, schafft sie es schnell, sich mächtige Gegner zu zulegen.

Die Kurzbeschreibung des Romans sprach mich von Anfang an. Ich lese unheimlich gerne Krimis und Thriller, habe aber noch nie einen Roman aus der Sicht eines Cleaners gelesen und war unglaublich auf Judiths Perspektive gespannt. Am Anfang der Geschichte erhält der Leser einen guten Einblick in ihren Tagesablauf und ihren Joballtag, danach verliert sich der Fokus allerdings in einer anderen Handlung.

Ich hatte vorher bereits erfahren, dass der Roman etwas mit der DDR zu tun hat und es um Vorfälle geht, die immer noch tot geschwiegen werden und nicht vollends aufgeklärt wurden. Dieses hat mich ebenfalls interessiert, die Umsetzung hingegen konnte mich dann nicht ganz überzeugen. Der Einstieg in den Roman fiel mit bei den Passagen aus Judiths Leben sehr leicht, der Schreibstil war angenehm. Aber bereits am Anfang gibt es sehr ausführliche Ausblicke in den Bereich der Geheimdienste, dabei werden die Stasi und der BND ausführlich beleuchtet. Dieser Teil der deutschen Vergangenheit ist an sich recht interessant und scheint vor allem von der Autorin Elisabeth Herrmann sehr gut recherchiert zu sein, aber mir gingen diese Ausblicke teilweise zu tief. Sie haben mir zu viele Informationen geboten, die ich nicht wissen musste und die mich nicht gereizt haben, und so sind für mich etliche Längen im Roman entstanden.

Der Schreibstil ist toll, ich mochte die Protagonistin Judith sehr gerne, aber thematisch hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Des Weiteren konnte mich der Roman auch bezüglich des Spannungsniveaus nicht begeistert, vielleicht auch nur aufgrund der von mir empfundenen Längen. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass Leser, die sich für diese Thematik (DDR, Geheimdienste, Stasi) sehr interessieren, das Buch gerne lesen und informativ finden werden.


Fazit: Ein Kriminalroman mit Augenmerk auf die Stasi, der eine sehr interessante Grundidee bietet, deren Umsetzung aber eher etwas für Leser ist, die sich speziell für diese Thematik interessieren.

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: List Hardcover (2. März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3471350373
ISBN-13: 978-3471350379

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Bewertung von Youkixxx aus Kamp-Lintfort am 20.01.2012 ***** gut
Die Geschichte gefiel mir im Großen und Ganzen gut. Dass die Protagonistin jetzt nicht so sympathisch war, finde ich nicht so schlimm. Das ist mal was anderes und bestärkt einen darin, dass man auch, ohne in die Haut reinkriechen zu wollen, mit ihr mitfiebern kann.

Es ist ein Buch, bei dem man immer voll konzentriert dabei sein muss. Gerade, wenn man sich in dem DDR-Regime nicht besonders gut auskennt. Dazu kommen so viele Personen, die zugeordnet und im Gedächtnis behalten werden wollen.

Ich denke nicht, dass ich mir das Buch gekauft hätte, aber ich bin froh, es gelesen zu haben, um auch mal Einblick in "andere Gefilde" zu haben.

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Bewertung von allegra am 16.01.2012 ***** gut
Judith Kepler hat einen interessanten Beruf. Sie ist eine „Cleanerin“. D.h. sie ist eine Putzfrau, die darauf spezialisiert ist, Tatorte so zu reinigen, dass die betreffenden Wohnungen wieder bewohnt werden können. Bei einem Auftrag, wo sie die Wohnung einer Frau reinigen muss, die auf blutige Weise umgebracht worden ist, kommt sie zufällig an ein Dokument, das sie mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert: Es handelt sich um ihre eigene Akte aus dem Kinderheim „Juri Gagarin“, in dem sie noch zur Zeit der DDR zehn Jahre ihrer Kindheit verbracht hat. Aufgewühlt durch viele Erinnerungen, die wieder hoch kommen, versucht sie sich auf die Spuren ihrer Familie zu begeben. Dabei erfährt sie, dass ihre Familie in den letzten Jahren vor der deutschen Wiedervereinigung in Spionage verwickelt war. Ihre Eltern wollten Adressen von Stasi-Mitarbeitern in der BRD gegen einen Pass eintauschen, mit dem sie die DDR verlassen und nach Schweden reisen wollten.

Mir fiel es relativ schwer den Ermittlungen immer zu folgen, da ich mich einerseits mit Hörbüchern manchmal etwas schwer tue und nicht immer alles beim ersten Mal mitbekommen. Erschwerend für mich war auch, dass sehr viele Abkürzungen gefallen sind, die mir nicht geläufig sind.

Da mir die Thematik BRD/DDR nicht sehr vertraut ist und ich sehr selten Spionageromane lese, war ich mit dem Inhalt teilweise überfordert. Ich fand die Handlungen sehr spannend und auch sehr berührend, glaube aber nicht, dass ich alles richtig nachvollziehen konnte.

Ich verstehe nicht, weshalb dieses Buch ins Genre der Krimis eingeteilt wird. Diese Einteilung und die Wahl des Berufs der Hauptfigur Judith haben bei mir die Erwartung geweckt, dass es sich um einen Krimi mit einem großen Anteil an forensicher Aufklärung handelt. Das ist eindeutig nicht der Fall, es handelt sich um einen Spionagethriller, aus der Zeit des kalten Krieges. Spannend, aber unerwartet.

Die Stimme von Nina Petri fand ich sehr angenehm. Sie liest sehr ruhig und sachlich, das Hörbuch kommt ohne Geräuschkulisse oder Musik aus.

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Bewertung von Kaci aus München am 01.01.2012 ***** gut
Klapptext:
In der Wohnung einer grausam ermordeten Frau begegnet sie ihrer eigenen Vergangenheit. Die Tote kannte Judiths Geheimnis. Unter mysteriösen Umständen war Judith als Kind in ein Heim gebracht worden. Herkunft unbekannt. Immer im Schatten dabei, die Staatssicherheit. Als Judith Fragen zu stellen beginnt, gerät sie in das Visier mächtiger Gegner.

Anfangs fande ich das Buch ziemlich verwirrend da von Kapitel zu Kapitel immer mehr Personen kamen, man gewöhnt sich aber irgendwann an die Sprünge in den Kapiteln. Manche Sachen wurden mir zu genau beschrieben und es wurde schnell langweilig wie z.B. die Beschreibung der verschiedenen Kameras beim Interview. Ansonten hat das Lesen Spaß gemacht da die Hauptprotagonistin ziemlich cool war. Da ich selbst ziemlich wenig über die damalige Politik und die Verhältnisse in der DDR weiß, war manches nicht verständlich für mich aber trotzdem irgendwie spannend.

Naja mein Fazit: Kein schlechtes Buch und wenn man auf Spionage/ Krimi in den DDR Zeiten steht ist das bestimmt ein super Buch!

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Bewertung von TheSilencer aus Berlin am 29.09.2011 ***** ausgezeichnet
Judith Kepler, Vollwaise und Ex-Junkie, arbeitet als Cleaner: sie reinigt Tatorte vom Blut, Knochensplitter, Verwesungssäften und Unrat.
Damit hält sie sich über Wasser und versucht ein normales Leben zu führen. Denn ihre Vergangenheit hat sie hart gemacht. Ihr Job ist Routine.

Sie arbeitet eine Nachwuchskraft ein, als ein Zufall ihr Leben verändert. Die letzte Leiche mußte sie gekannt haben. Als Judith die Wohnung säubert, stößt sie auf ihre eigene Vergangenheit.
Nur schwer verarbeitet sie, daß diese Vergangenheit völlig anders ist als sie sie in Erinnerung hat. Spätestens als ihr die CIA, der BND und Überbleibsel des MfS auf den Fersen sind, weiß sie, daß sie schleunigst einiges in Erfahrung bringen muß.

Ich liebe Elisabeth Herrmann. Nach den ersten beiden Vernau-Romanen nun dieser Stand-Alone-Bestseller.
Wie auch immer die Autorin das macht: wenn das alles Fiktion ist, Hut ab vor dieser Phantasie. Wenn nicht, hat sie verdammt gut recherchiert - und es bleibt viel zum Nachdenken übrig.

Vom wortreichen Schreibstil und den hervorragenden Charakteren ganz zu schweigen.

Ausgezeichnet!

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Bewertung von Sonja am 31.08.2011 ***** sehr gut
In einem Kinderheim auf Rügen wird 1985 in einer Nacht- und Nebelaktion ein verschwundenes Kind gegen ein anderes ausgetauscht.

In der Gegenwart arbeitet Judith als Cleaner: Sie entwest die Räume, in denen verwesende Leichen gelegen haben. Für sie ein Job, wie jeder andere auch. Dann schickt ihr Chef sie mal wieder in die Wohnung eines Mordopfers. Sie merkt an den Spuren, dass das Opfer nicht leicht gestorben ist. Sie ist noch in der Wohnung, als ein Brief an die Tote ankommt. Judith nimmt den Brief entgegen und will ihn mit den übrigen Sachen entsorgen. Da sieht sie, dass der Absender das Kinderheim ist, in dem sie zehn Jahre ihres Lebens verbracht hat, in dem sie misshandelt wurde - und das seit langem nicht mehr existiert. Aus Neugier öffnet sie den Umschlag - und findet ihre eigene Heimakte, die sie schon bei allen möglichen Behörden angefordert hat und die angeblich nicht mehr vorhanden sein sollte. Was hatte die Tote aber mit ihr zu tun?

Im Folgenden wird Judith in einen Kampf verschiedener Geheimdienstleute mit hineingezogen, die alle mit der Aktion 1985 auf Rügen zu tun hatten und alle ihre persönlichen Ziele verfolgen. Judith ist dabei ein sehr spezieller Mensch, mit dem ich nie warm geworden bin. Dies hat aber wohl vor allem mit ihrer Vergangenheit zu tun, denn Judith ist eben kein Mensch, mit dem man befreundet sein will. Sie ist eine typische Einzelgängerin mit einigen seltsamen Eigenheiten. Dass sie im Endeffekt ein Produkt ihrer Vergangenheit ist - aufgewachsen in einem Heim, in dem es keinerlei Zuneigung, dafür aber jede Menge Erziehungsmethoden gab, die an Folter grenzen, ohne wirklich zu wissen, wer die Eltern waren - wird sehr gut an den Leser transportiert. Dadurch ist auch klar, warum Judith so sehr daran interessiert ist, den Grund für ihre Heimeinweisung zu erfahren, denn sie wusste unterbewusst immer, dass es nicht so war, wie ihr erzählt wurde.

Die gesamte Geschichte befasst sich mit der deutschen Vergangenheit kurz vor der Wende. Es ist gut gelungen, dieses komplexe Thema wirklich nur auf eine einzige Aktion zu beschränken und die ganzen Verwickungen der einzelnen Personen mit ihren privaten Problemen und Interessen aufzuzeigen, sodass (endlich mal) nicht alles mit der Weltpolitik zu tun hat und die Welt vor einer Katastrophe bewahrt wurde. Mit der Schilderung dieser Verwicklungen hatte ich dann gegen Ende hin aber meine Probleme, denn ich habe es irgendwann einfach nicht mehr verstanden. Ich habe nicht verstanden, wieso ein Großvater seiner Enkelin zwar das Leben rettet, sich dann aber nie wieder um sie kümmert. Ich habe bis zum Schluss nicht verstanden, wer denn nun wem was verraten hat - der Verrat ist das zentrale Thema bei der schief gelaufenen Aktion -, wie die Aktion hätte ablaufen sollen und wie sie schließlich abgelaufen ist. Und warum es am Ende ein Blutbad gibt, erschloss sich mir ebenfalls nicht, schon gar nicht, warum von dieser Person. Nach dem für mich unbefriedigenden Ende - was aber durchaus mit meinen Problemen mit der Person von Judith zusammenhängen kann - habe ich das Buch ziemlich verwirrt zur Seite gelegt.

Insgesamt ist es gut gelungen, die Person von Judith darzustellen - mit iheren ganzen inneren Konflikten, ohne dies aber zu überspannen. Man muss sich eben daran gewöhnen, dass man keine normale, liebenswerte Protagonistin in diesem Buch hat. Die anderen Personen bleiben dagegen blass bzw. haben so viele Geheimnisse, dass sie wiederum oberflächlich erscheinen, denn man bekommt immer nur eine Fassade zu sehen. Dass es solche Nacht- und Nebelaktionen gegeben hat, ist ein Fakt und wurde ebenfalls gut und glaubwürdig erzählt. Die Spannung kommt ebenfalls nicht zu kurz. Ich habe dann aber mein Problem mit der Auflösung der Geschichte, die mir nicht klar genug ist. In den ganzen Verwicklungen habe ich mich selbst verfangen und bin nicht mehr herausgekommen. Trotzdem habe ich es nicht bereut, es gelesen zu haben. Wirklich empfehlen kann ich es aber auch nicht.

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Bewertung von harakiri aus Ostalb am 26.07.2011 ***** sehr gut
überaus lesenswert
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. lediglich die geschichtlichen Rückblicke in die Spionagetätigkeiten fand ich etwas verwirrend.

Dennoch ist es Frau Herrmann gelungen, mich an ihr Buch zu fesseln und zwar von der ersten Seite an. Die Story beginnt ja gleich mit einem Knaller und sehr verwirrend. So wird man nicht mehr losgelassen weil man natürlich wissen _muss_ wie sich die Dinge aufdröseln.

Sprachgewandt und mit viel Liebe zum Detail erzählt die Autorin hier und schmückt ihre Charaktere sehr lesens - und liebenswert aus.

Mir haben sehr gut auch die Nebencharaktere, wie z.B. Kai, der junge Arbeitslose gefallen, der hat viel Schwung und eine Prise Humor in die Geschichte

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Bewertung von urlaubsbille am 16.05.2011 ***** gut
Das Buch ist die Erzählung der Vergangenheit von Judith, der einige wichtige Jahre fehlen. Die Idee ist gut, aber schlecht umgesetzt. Es kommt nur wenig Spannung auf, die dann auch noch durch verwirrende Nebensächlichkeiten wieder verloren geht. Gut finde ich, dass es hier mal um die Schattenseite der Politik und die Korruption in der DDR geht.
Es tauchen sehr viele Namen auf, mal Real- und dann wieder Agentennamen. Durch das ewige hin und her wird die Verwirrung dann komplett.
Die Auflösung gibt es erst auf den letzten 20 Seiten, die mir undurchschaubar bleibt. Ich habe nicht alle Zusammenhänge verstanden und bin daher sehr enttäuscht. Mir als Außenstehende, die sich bisher nicht besonders mit den Machenschaften in der DDR befasst hat, wären einige Erklärungen bzw. konkretere Angaben willkommen gewesen.
Trotzdem ist das Buch gut geschrieben und lässt sich leicht und flüssig lesen.

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Bewertung von bookorpc aus Kumhausen am 02.05.2011 ***** gut
Das Hörbuch „Die Zeugin der Toten“ von Elisabeth Herrmann, gelesen von Nina Petri ist ein Ausflug in die deutsche Vergangenheit.

Inhalt:
Martha arbeitet in einem Kinderheim in der DDR. In einer Nacht und Nebelaktion taucht die kleine Christel auf. Sie nimmt den Platz und das Leben der plötzlich verschwundene Judith ein. Obwohl Martha Zeugin dieser Tat ist, schweigt sie um ihren Kopf zu retten, da sie einen verbotenen Radiosender gehört hat.
Als Erwachsene arbeitet Judith als Cleanerin, während ihrer Arbeit fällt ihr eine Akte über das Kinderheim ihrer Vergangenheit in die Hände. Es ist ihre Akte und Judith versucht nun eine Antwort auf all die Fragen, die sie seit Jahren beschäftigen zu finden. Dabei trifft sie auf Quirin Kaiserley, der frühere BND - Agent und auf viele Leute, die die Vergangenheit ruhen lassen wollen.

Meine Meinung:
Das Hörbuch wird gut und spannend gelesen. Trotz der Menge an Personen mit teilweise mehreren Namen konnte ich dem Verlauf der Geschichte gut folgen, obwohl ich das Hörbuch über einen längeren Zeitraum hörte. Die Stimme von Nina Petri war mir aber fast etwas zu tief und rauchig für die doch noch junge Protagonistin. Die Geschichte an sich fand ich interessant und spannend.

Fazit: Ein Krimi um die Themen DDR und Spionage, die vielleicht nicht jeden ansprechen, aber die Autorin sollte man sich merken.

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