Schwarzbuch Deutsche Bahn - Esser, Christian; Randerath, Astrid

Christian Esser Astrid Randerath 

Schwarzbuch Deutsche Bahn

Illustrator: Stuttmann, Klaus
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Schwarzbuch Deutsche Bahn

Die Bahn steckt im Chaos - und dahinter steckt noch viel mehr als die ständigen Verspätungen, der miese Service und die ärgerlichen Preiserhöhungen, die jeder Bahnkunde aus eigener Erfahrung kennt: ein beispielloser Spitzelskandal, brechende Zugachsen, 5000 stillgelegte Gleiskilometer in zehn Jahren, zehntausende verlorene Jobs. Die Bahn ist zum Global Player geworden - auf Kosten ihrer Kunden und Mitarbeiter. Auf Basis intensiver Recherchen, interner Dokumente und vieler Gespräche mit Mitarbeitern und Managern entlarven die beiden 'Frontal21'-Journalisten das System Deutsche Bahn. Sie decken gefährliche Defizite, folgenschwere Fehlentscheidungen und geheime politische Netzwerke auf.

Im Frühjahr 2009 übernimmt Rüdiger Grube als neuer Bahnchef ein Unternehmen im Chaos: ein beispielloser Spitzelskandal, brechende Zug-Achsen, ein gescheiterter Börsengang. Die Bahn ist zum Global Player geworden - auf Kosten der Bahnkunden und der Mitarbeiter. 5000 Gleiskilometer wurden in zehn Jahren stillgelegt, hunderte Bahnhöfe dichtgemacht. Und das bei steigenden Preisen und miesem Service. Gleichzeitig wurden zehntausende Jobs vernichtet. Auf Basis intensiver Recherchen, interner Dokumente und vieler Gespräche mit Mitarbeitern und Managern entlarven die beiden Journalisten das System Deutsche Bahn. Sie decken gefährliche Defizite, folgenschwere Fehlentscheidungen und politische Netzwerke auf.
Die Autoren arbeiten beim ZDF-Magazin "Frontal 21", das für seine kritischen Recherchen bekannt ist.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 304 S. m. Karikaturen v. Klaus Stuttmann. 183 mm
  • Seitenzahl: 296
  • Goldmann Taschenbücher Bd.15674
  • Deutsch
  • Abmessung: 184mm x 125mm x 22mm
  • Gewicht: 267g
  • ISBN-13: 9783442156740
  • ISBN-10: 3442156742
  • Best.Nr.: 32575765
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.01.2010

Wo bleibt der Lichtblick am Ende des Tunnels?

Geschönte Mängel-Statistiken, grauenvolles Zugführer-Englisch, kalte Semmeln, Datenmissbrauch: das "Schwarzbuch Deutsche Bahn" hat gesammelt, was sich gegen den Schienenverkehr sagen lässt.

Die beiden Autoren, Christian Esser und Astrid Randerath, kommen vom Fernsehen, vom ZDF. Das merkt man ihrem "Schwarzbuch Deutsche Bahn" auch an. Da jagt eine Aufregung die andere, damit man nicht zum nächsten Sender zappt. Ich hätte mir lieber gute altmodische Print-Journalisten nach der Art eines Hans Leyendecker gewünscht, aber man muss lesen, was auf den Tisch kommt. Es ist immer zu empfehlen, Präzedenzfälle zu studieren, ehe man sich in ein wagemutiges Unterfangen stürzt. In Großbritannien wurde die Eisenbahn 1994 privatisiert und anschließend kaputtgespart - eine Narrenposse. In der Schweiz ist die Bahn seit 1999 eine öffentlich-rechtliche Aktiengesellschaft, deren hervorragende Arbeit allseits geachtet wird.

In Deutschland haben sich die herrschenden Politiker eher die Briten als die Eidgenossen zum Vorbild genommen. Natürlich wollten sie so optimistisch, wie es ihre Art ist, alles besser machen. …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Zu lesen beim Warten auf den verspäteten Zug. So lautet Hans-Jürgen Linkes bitterböse Empfehlung an uns. Denn das von Christian Esser und Astrid Randerath besorgte Schwarzbuch Deutsche Bahn ist wirklich zappendüster. Gerade weil die Autoren kein Bahn-Bashing betreiben, sondern grundsätzliche Fragen stellen und gut recherchierte, klare und detailreiche Antworten finden, erscheint Linke das Buch so alarmierend. Präsentiert werden dem kopfschüttelnden Rezensenten haarsträubende Sicherheits- und Servicedefizite, betriebsinterne Handlungsstrategien (Stichwort: Gewinnmaximierung) und Details aus der Investitionspolitik. Für Linke ergibt sich ein deutliches Fazit: Der Zug ist abgefahren, die Chance, zentrale Maßgaben für ein verlässliches Transportunternehmen zu entwickeln, ist verspielt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.03.2010

Das Werk der Bahn-Bosse
Alarmstufe Rot: Das „Schwarzbuch Deutsche Bahn” bilanziert die Ära Hartmut Mehdorn
Die Berliner S-Bahn hat sich jüngst in ein Testlabor für Deodorants und immunverstärkende Substanzen verwandelt. Seit handfeste Schäden Großteile der Flotte lahmgelegt haben, sind die verbliebenen Züge meist rappelvoll. Selbst im hauptstädtischen ICE-Verkehr kommt nicht jeder ans Ziel. Wer nach Hamburg will, strandet gelegentlich zwangsweise in Spandau, weil der Schienengleiter zu viele Passagiere geladen hat. Die Zeit bis zum Weitertransport kann der Fahrgast nun bei der Lektüre des „Schwarzbuchs Deutsche Bahn” verbummeln, das seinen Blutdruck weiter in die Höhe treiben wird. Denn die Journalisten Christian Esser und Astrid Randerath haben mit Hilfe zahlreicher Kronzeugen das ganze Chaos der Mehdorn-Ära und deren Nachwehen aufgearbeitet.
Die Fakten sind bekannt: Die Bahn, ein „steuerfinanzierter Beinahe-Monopolist mit mächtiger Lobby und Macht über Schiene, Strom, Tickets und Fahrplan”, hat sich – den ersehnten Börsengang vor Augen – zum logistischen Global Player aufgepumpt und gleichzeitig das Kerngeschäft ausgedünnt, man …

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"Astrid Randerath und Christian Esser zeigen präzise auf Schwachstellen und flankierende Propaganda-Maßnahmen. Wo es noch Bahnhöfe gibt mit einer Bahnhofsbuchhandlung darin, sollte dieses Buch in großen Stapeln ausliegen, damit es in allen verspäteten Zügen gelesen werden kann."

"Astrid Randerath und Christian Esser zeigen präzise auf Schwachstellen und flankierende Propaganda-Maßnahmen. Wo es noch Bahnhöfe gibt mit einer Bahnhofsbuchhandlung darin, sollte dieses Buch in großen Stapeln ausliegen, damit es in allen verspäteten Zügen gelesen werden kann."
Christian Esser ist Redakteur beim ZDF-Magazin "Frontal 21" mit dem Schwerpunkt investigative Recherche. 2009 wurde er mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wählten ihn die Leser des Fachblattes "Der Wirtschaftsjournalist" zum Wirtschaftsjournalisten des Jahres . Zuletzt war Christian Esser Co-Autor beim SPIEGEL - Bestseller "Schwarzbuch Deutsche Bahn".

Leseprobe zu "Schwarzbuch Deutsche Bahn"

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DIE BAHN UND DIE POLITIK (S. 168-169)

Die geheimen Netzwerke der DB AG


Eine leidenschaftliche Hassliebe verbindet die deutsche Politik und die Deutsche Bahn AG. Man zankt und versöhnt sich, man belohnt und bestraft sich, man kann nicht mit- und nicht ohneeinander. Zwei Spieler auf Augenhöhe, könnte man meinen. Dabei ist der Bund nach wie vor hundertprozentiger Eigentümer der Bahn, die Politik sollte bei diesen ewigen Kabbeleien eigentlich die Oberhand behalten.

Doch die Bahn hat Macht, die sie geschickt einsetzt. Als einer der größten Arbeitgeber Deutschlands hat sie jede Menge Drohpotenzial in der Hand, um widerspenstige Politiker zu überzeugen. Wer will schon für den Verlust von Arbeitsplätzen in seinem Wahlkreis verantwortlich sein? Und welcher Politiker will schon riskieren, dass seine Stadt vom Fernverkehr abgehängt wird? Und noch etwas kommt der Bahn zugute: Sie ist ein Sammelbecken für Seitenwechsler aus der Politik. Es gibt wenige Unternehmen in Deutschland mit einer so starken, bestens vernetzten Lobby. Fraglich, ob es dabei immer mit rechten Dingen zugeht.

Die mächtige Lobby - wie sich die Bahn Politiker gefügig machte


Politiker haben es nicht leicht. Da schuften sie jeden Tag zwölf Stunden, müssen abends auf langweiligen Stehempfängen abhängen, werden vom Volk verachtet und von Managern ausgelacht - weil sie im Vergleich zur Industrieelite zwar viel arbeiten, aber relativ wenig verdienen. Da ist es naheliegend, dass manch ein Minister für die Zeit nach der politischen Karriere den Wechsel in bestens bezahlte Aufsichtsratsposten oder den Abschluss lukrativer Beraterverträge plant. Und auch Unternehmen bieten sich gern als Hafen für gekenterte Politikkarrieren an, dies umso mehr, wenn sich der Volksvertreter vorher ein wenig erkenntlich gezeigt hat.

Bei der Bahn haben auffallend viele Verkehrspolitiker nach dem Ende ihrer Karriere einen neuen Job gefunden. Und in manchen Fällen geschah der Wechsel nach einer besonders bahnfreundlichen Entscheidung oder der Vergabe eines millionenschweren Auftrags an die DB AG. Da liegt der Verdacht nahe, dass die Bahn bei so manchem politischem Entscheidungsträger mit der Aussicht auf einen gut dotierten Vertrag Einfluss nimmt. Da wäre zum Beispiel Otto Wiesheu.

Der CSU-Politiker war lange Jahre Verkehrsminister in Bayern, während der Koalitionsverhandlungen nach der Wahl 2005 war er Verhandlungsführer zum Thema Verkehr. Auf sein Betreiben hin wurde im Koalitionsvertrag ein ganz entscheidendes kleines Wort gestrichen. Ursprünglich hieß es dort, dass die Bundesregierung das »Ob« und das »Wie« eines Bahn-Börsengangs prüfen solle. Auf Betreiben Wiesheus wurde das »Ob« gestrichen - am Börsengang der Bahn sollte also kein Zweifel mehr bestehen.

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