Über Jahrhunderte hinweg kamen sie zu Tausenden vornehmlich aus den
armen Berggebieten Vorarlbergs, Süd- und Nordtirols, Graubündens,
dem St. Gallener Land und dem Appenzell: Kinder armer Familien, die
daheim die blanke Not vom Tisch trieb, zogen alljährlich im
Frühjahr unter Begleitung eines wegekundigen Führers in Scharen
über die noch oftmals schneebedeckten Berge in die Gebiete nördlich
des Bodensees, um dem Hunger zu entrinnen und die Familien zu
entlasten. Im Laufe der Zeit entwickelten sich regelrechte
Kindermärkte, auf denen die Kinder verhandelt wurden. Der größte
davon war in Ravensburg, später folgte mit der Verbesserung des
Verkehrswesens Friedrichshafen als bedeutender
"Umschlagplatz".
Dieser Wanderführer begleitet Sie von Bregenz aus zu den
Kindermärkten in Friedrichshafen und Ravensburg durch einen Teil
der ehemaligen Dienstorte und endet in Wolfegg, wo im dortigen
Bauernhaus-Museum in einer multimedialen Ausstellung die Geschichte
der Schwabenkinder lebendig und im Museumsdorf der damalige Alltag
mit Viehhüten, Ernte und Stallarbeit nachvollziehbar gemacht wird.
Auf dem Weg dorthin weisen Installationen auf eine über
Jahrhunderte hinweg ungebrochene Tradition hin, die erst in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihr Ende fand. Gleichzeitig
entdecken Sie stille und abgelegene Winkel eines Oberschwabens, wie
es selbst vielen Einheimischen noch unbekannt ist.
Weitere Infos unter http://www.schwabenkinder.eu
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