Konfliktstrategie und Konsenssuche in der Krise - Rehling, Andrea

Andrea Rehling 

Konfliktstrategie und Konsenssuche in der Krise

Von der Zentralarbeitsgemeinschaft zur Konzertierten Aktion

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Konfliktstrategie und Konsenssuche in der Krise

Stuttgart 21 und die letzte Wirtschaftskrise haben die Debatte über den Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten neu belebt. Dabei hat die Strategie, betroffene Interessengruppen in politische Entscheidungen einzubinden, um so Konflikte zu bearbeiten, eine lange Tradition. Seit die Gesellschaften begannen, sich als Klassengesellschaften zu beschreiben, wurden die Soziale Frage und der Klassenkampf als fundamentale Bedrohung für ihre Integration gefürchtet. Das Parlament allein schien nicht in der Lage zu sein, diesen Konflikten beizukommen. Korporative Gremien wurden dafür als besser geeignet betrachtet. Sie sollten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, die in der Moderne als Repräsentanten der wichtigsten gesellschaftlichen Gruppen galten, in politische Entscheidungen einbinden.
Indem es die Geschichte des Korporatismus in Deutschland zwischen 1880 und 1980 aus der Perspektive einer strukturell rückgebundenen Ideengeschichte nachzeichnet, bietet dieses Buch einen Einblick in die sich wandelnden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Ordnungsentwürfe der Moderne. Zugleich untersucht es das Spannungsverhältnis zwischen Kollektiv und Individuum aus historischer Perspektive.


Produktinformation

  • Verlag: Nomos
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 500 S.
  • Seitenzahl: 522
  • Historische Grundlagen der Moderne Bd.3
  • Deutsch
  • Abmessung: 229mm x 157mm x 35mm
  • Gewicht: 852g
  • ISBN-13: 9783832963002
  • ISBN-10: 3832963006
  • Best.Nr.: 32753243

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Mit Interesse hat Werner Bührer diese Dissertation der Historikerin Andrea Rehling gelesen, die darin den Korporatismus in der deutschen Variante untersucht. Die Zusammenarbeit von Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften beschreibt Rehling dabei sowohl in ihrer liberaldemokratisch wie auch in ihrer autoritär-diktatorischen Ausrichtung. Laut Rezensent Bührer behandelt sie dabei die Wirtschaftsräte in den verschiedenen politischen Sysstem; richtig spannend aber, findet Bührer, wird es mit der Konzertierten Aktion in der Bundesrepublik. Hier könne die Autorin mit "vielen neuen Befunden" aufwarten, lobt der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.07.2012

Ein deutsches Hausrezept
Früher waren Arbeitnehmer, Arbeitgeber und der Staat
im Einvernehmen: Andrea Rehling über den Korporatismus
Für manche war er, insbesondere nach der „neoliberalen“ Wende Anfang der 1980er-Jahre, hauptverantwortlich für die wirtschaftliche und politische Misere in der Bundesrepublik; für andere liefert er, insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrise seit 2008, eine Erklärung für das vergleichsweise gute Abschneiden Deutschlands: Die Rede ist vom Korporatismus, also der „mehr oder weniger institutionalisierten Kooperation“ zwischen Staat, Unternehmerverbänden und Gewerkschaften.
Historisch trat der Korporatismus sowohl in liberal-demokratischer als auch in autoritär-diktatorischer Form in Erscheinung. In ihrer Tübinger Dissertation analysiert Andrea Rehling die spezifisch deutsche Variante des liberalen Korporatismus. Ihr Hauptaugenmerk richtet sie darauf, welche Erwartungen die Mitspieler an korporative Arrangements knüpften, wie sie die entsprechenden Institutionen und deren Arbeit deuteten und welches Handeln sie daraus ableiteten.
Die Anfänge des deutschen Korporatismus datiert die Autorin auf …

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